Freelancer-Guide: So startest du erfolgreich durch

Das Freelancer-Dasein bringt Vor- und Nachteile mit sich, die es abzuwägen gilt. Hat man den Entschluss gefasst, dass der Schritt in die Selbstständigkeit der Richtige ist, muss man erstmals einige bürokratische Hürden überwinden, bevor man mit Power und Elan durchstarten kann. Max Benz, Freelancer mit großer Begeisterung, verrät in diesem How-to Guide, wie man als Freiberufler loslegt und was es dabei alles zu beachten gibt.

Wichtige Überlegungen vorab

Klarheit hinsichtlich des Businessmodells

Bevor du dich selbständig machst, solltest du dir gut überlegen, wie du dein zukünftiges Geld als Freelancer verdienen möchtest und dir über dein Businessmodell klar werden. Welche Dienstleistungen möchtest du anbieten und wie hoch soll der Stundenlohn sein, den du gerne haben möchtest? Bei welcher Höhe liegen deine fixen Kosten im Monat? Musst du Geld investieren, um mit deiner Geschäftsidee zu starten?

Erstelle dir einen Businessplan und rechne die ersten zwei, drei Jahre in unterschiedlichen Szenarien durch. Du hast natürlich auch die Möglichkeit, zuerst nebenberuflich als Freelancer zu starten. Dann hast du einerseits die finanzielle Absicherung deines Hauptjobs, kannst aber schon erste Erfahrungen als Selbständiger machen.

Gewinnversteuerung, Gewerbsteuerpflicht und Versicherungen

Natürlich musst du als freier Mitarbeiter auch deine Gewinne versteuern. Hier gilt der Freibetrag von 9.408 Euro (Stand: 2020). Wenn du mehr als diese Freigrenze verdienst, musst du Einkommenssteuer zahlen. Diese hängt dann von der Höhe deines Einkommens ab und liegt zwischen 14 und 42 Prozent.[1]

Sofern du mehr als 24.500 Euro pro Jahr verdienst, bist du als Selbstständiger auch gewerbesteuerpflichtig.[2] Damit du von Steuernachzahlungen nicht böse überrascht wirst, solltest du auf jeden Fall rechtzeitig Rücklagen bilden.

Auch Versicherungen sind für Freelancer wichtig, denn die gewöhnliche Sozialversicherung über den Arbeitgeber, gibt es nicht. Eine Krankenversicherung solltest du dir sofort besorgen. Natürlich kannst du auch noch weitere Versicherungen abschließen, wie beispielsweise eine Renten-, Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Rechtsschutzversicherung.

Anmeldung des Gewerbes

Wenn du dich dazu entschieden hast, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, geht es mit dem bürokratischen Teil weiter, denn du musst du dein Gewerbe anmelden. Hierbei gehst du wie folgt vor:

Ausfüllen eines Gewerbescheins

Die Anmeldung kann in der Stadtverwaltung, bei der du gemeldet bist, stattfinden. Heutzutage geht dies auch in vielen Fällen online. Du füllst einen Gewerbeschein aus, in dem steht, wo du dein Gewerbe ausüben wirst und welche Art von Tätigkeiten du nachgehen wirst. Beim Ausfüllen dieses Scheins trägst du außerdem ein, ob du dein Gewerbe zuerst als Nebengewerbe beginnen möchtest oder direkt als Hauptgewerbe. Du benötigst kein Mindestkapital und kannst mit sehr niedrigen Gründungskosten dein Geschäft beginnen. Im Anschluss zahlst du noch die entsprechenden Gebühren und schon hast du offiziell ein eigenes Gewerbe.

Wenn du mit deiner Tätigkeit als Freelancer zuerst nebengewerblich beginnen möchtest, dann kannst du dies auch als Kleinunternehmer tun. Die Kleinunternehmerregelung befreit dich von der Abfuhr der Umsatzsteuer. Natürlich darfst du dann auch keine Vorsteuer geltend machen. Du stellst dann deine Rechnungen, ohne eine Steuer auszuweisen. Das funktioniert noch bis zu bestimmten Umsatz- und Gewinnobergrenzen, die du im Jahr nicht überschreiten darfst.[3] Sobald du aber hauptberuflich als Freelancer tätig bist, wird sich diese Frage nicht mehr stellen.

Ausfüllen des Bogens zur steuerlichen Erfassung

Nach erfolgreicher Anmeldung bekommst du vom Finanzamt noch den Bogen zur steuerlichen Erfassung zugeschickt. Sobald dieser ausgefüllt wurde, hast du die größten bürokratischen Hürden überwunden.

Falls deine angestrebte Tätigkeit zu den Katalog- oder katalogähnlichen Berufen gehört, ist die Anmeldung deutlich einfacher. Du schreibst einen formlosen Brief an dein Finanzamt und informierst dieses über deine freiberufliche Tätigkeit. Von dort wirst du dann ebenfalls wieder einen Bogen zur steuerlichen Erfassung zugesandt bekommen. Nachdem du diesen richtig ausgefüllt hast, kann es losgehen.

Auftraggeber akquirieren

Als Freelancer ist es selbstverständlich sehr wichtig, dass du dir auch darüber Gedanken machst, wie du an Auftraggeber kommst. In der heutigen Zeit gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um zu guten Kunden zu kommen, zu deren Zufriedenheit du die Aufträge erledigst. Folgende Möglichkeiten bieten sich dir an:

Social Media: Eine Möglichkeit, um auf dich und dein Portfolio aufmerksam zu machen ist es, in diversen Social Media Kanälen, passenden Gruppen beizutreten. Networking ist für Freelancer sehr bedeutend, denn ein gutes Netzwerk bedeutet eine höhere Chance auf neue Auftraggeber. Eine weitere gute Quelle für Aufträge sind die Plattformen XING oder LinkedIn, wo du dir ein professionelles Profil erstellen und für dich werben kannst.

Job-Plattformen: Du kannst die verschiedensten Job-Plattformen wie Upwork, XING, remote-job.net oder Hallo Freelancer nutzen und gezielt nach Aufträgen in deinem Bereich suchen und Angebote für deine Tätigkeit dort abgeben.

Persönliche Kontakte: Word of Mouth ist auch für Freiberufler eine höchsteffektive Werbemaßnahme. Machst du deine Arbeit gut und zur Zufriedenheit deiner Kunden, wird sich das herumsprechen und du wirst an potentielle Auftraggeber weiterempfohlen.

Eigener Content: Eine eigene Website mit einem Blog ist eine Möglichkeit, um auf deine Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Durch gezielte Suchmaschinenoptimierung kletterst du im Google-Ranking weiter nach oben und wirst von potentiellen Auftraggebern besser gefunden. Ähnliches geht natürlich auch mit einem Youtube-Kanal, auf dem du guten Content, passend zu deinen Dienstleistungen, produzieren kannst. Du schaffst damit Vertrauen in dem Bereich in dem du tätig bist und potentielle Kunden werden auf dich zukommen.

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Max Benz

Max Benz ist als freiberuflicher Marketingberater tätig und weißt selbt, wie schwer es sein, als Freelancer zu starten und Fuß zu fassen. Mittlerweile kennt er sich jedoch gut aus und teilt seine Erfahrungen gern mit anderen, die kurz vor diesem Schritt stehen.

 

Quellen:

[1] Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz
[2] selbstständig.de
[3] lexoffice.de

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