Vier Tampons auf rosa Untergrund

Free the tampons: Menstruieren am Arbeitsplatz

Unterleibskrämpfe, Kreislaufprobleme, Hormone, die verrückt spielen: Für viele Frauen ist ihre Periode die Zeit im Monat, in der sie am liebsten im Bett bleiben und ihr Eigengewicht in Schokolade konsumieren möchten. Daran, am Arbeitsplatz die Welt zu retten, ist dabei eigentlich kaum zu denken.

#Kann heute nicht kommen, ich menstruiere.

In manchen asiatischen Ländern ist man sich dieser Problematik bereits seit den Vierzigerjahren bewusst. So können Frauen in Japan, Indonesien und Taiwan zu Hause bleiben, wenn sie unter Menstruationsbeschwerden leiden. In Südkorea gibt es für Arbeitnehmerinnen, die sich trotz Schmerzen durch den Arbeitstag quälen, sogar eine Bonuszahlung. Während diese Länder – zumindest diesbezüglich – bereits im Jahr 3017 leben, sieht es an Arbeitsplätzen hierzulande eher mau aus. Freie Tage während der Periode? Fehlanzeige. Stattdessen wird die Thematik gerne totgeschwiegen. Hier bleibt also nur die herkömmliche Krankschreibung im äußersten Notfall.

#Gib Period Shaming keine Chance

Vor den Krämpfen und sonstigen Beschwerden steht aber erst mal eine nach wie vor unberechenbare Überraschung. Und die trifft fast jede Arbeitnehmerin im gebärfähigen Alter auch irgendwann am Arbeitsplatz. Dann wird oft verschämt mit einem Tampon in der Faust über den Flur gehuscht, als wäre es ein Päckchen Sprengstoff. Oder doch lieber mit der Handtasche auf die Toilette und ein verwundertes „Gehst du schon nach Hause?“ von den Kollegen riskieren? Für viele Frauen ist das leider immer noch ein Grund periodenrot anzulaufen. Dabei ist es etwas ganz Natürliches, seine Blutung zu bekommen. Immerhin signalisiert der Körper damit, dass alles in Ordnung ist. Bei deiner nächsten Menstruation im Büro kannst du deinen funktionstüchtigen Körper also richtig feiern. Stolziere ruhig erhobenen Hauptes und tamponschwingend auf die Toilette. Keine Chance dem Period Shaming!

#Gratis Tampons als Image-Boost

Aber was, wenn man morgens unvorbereitet das Haus verlassen hat? Und obendrein vielleicht keine Kollegin hat, bei der man einen Notfall-Tampon schnorren kann? Nur wenige Betriebe bieten ihren Mitarbeiterinnen kostenlose Hygieneartikel an. Dabei sind Tampons und Co. genauso notwendig wie Toilettenpapier. Oft ist es Arbeitgebern aber auch gar nicht bewusst, wie lebensrettend diese kleine Geste manchmal sein kann. Nicht nur die Mitarbeiterinnen eines Betriebs, sondern auch in Not geratene Besucherinnen werden sich dankend an ein Körbchen mit Tampons und Binden zurückerinnern.

#Gründe deinen eigenen „Tampon Club“

Hat dein Arbeitgeber kein Verständnis für „die Zeit im Monat“? Selbst ist die Frau. Tu dich mit ein paar Kolleginnen zusammen und gründe deinen eigenen „Tampon Club“. [1] Am besten machst du mit einem schönen Behälter und einem Päckchen Tampons den Anfang. Vergiss nicht, eine Notiz darin zu hinterlegen, damit euer Gemeinschaftsprojekt nicht irrtümlich von den Reinigungskräften entfernt wird.

 

 

 

 

 

 

Quellen:

[1] Tampon Club