Bekannte Gehälter
3 Millionen: Felix Gall unterschreibt bis 2029 bei Lidl-Trek
Die Geschichte ist noch nicht auserzählt, denn heute gab Lidl-Trek offiziell Galls Wechsel bekannt. Nach seinem zweiten Platz beim Giro d’Italia kämpfte sich der 28-jährige Osttiroler am Sonntag bei der Vuelta a España aufs Podest – als erster Österreicher beendete er die Rundfahrt auf Gesamtrang drei.
3 Millionen für den Wechsel
Bei der Vuelta a España fuhr Felix Gall in der Spitzengruppe mit, obwohl er seinen wichtigsten Edelhelfer Gregor Mühlberger nach einem Sturz auf Etappe 14 verlor. Sein Vertrag bei Decathlon läuft Ende 2026 aus, dann fährt Gall ganz offiziell für Lidl-Trek. Gall könnte dabei mit rund drei Millionen Euro Jahresgehalt rechnen, wobei auch Mühlberger mit ins neue Team wechseln soll.
Das durchschnittliche Radprofi-Gehalt liegt weit darunter
Konkrete Vertragszahlen bleiben im Radsport meist Verhandlungssache, denn Teams müssen ihre Gehälter nicht offenlegen. Dennoch lässt sich ein grobes Bild zeichnen:
- Die rund 550 Fahrer:innen der WorldTour-Teams verdienen im Schnitt etwa 500.000 Euro pro Jahr.
- Zehn bis 20 Prozent der Profis kommen auf mehr als eine Million Euro.
- Superstars wie Tadej Pogačar kassieren kolportiert bis zu acht Millionen Euro jährlich, Jonas Vingegaard oder Mathieu van der Poel liegen bei rund fünf Millionen.
Gall selbst würde mit einem Gehalt von bis zu drei Millionen Euro deutlich über dem Durchschnitt liegen, ohne in die Sphären der ganz großen Stars vorzustoßen.

Durchschnitts-Österreicher hängt Gall nicht nur auf dem Rad ab
Ein Vergleich mit dem heimischen Arbeitsmarkt macht die Dimension greifbar. Laut aktuellen kununu Daten, basierend auf 510.622 Gehaltsangaben, liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt in Österreich bei rund 49.500 Euro.
Rechnet man Galls kolportiertes Jahresgehalt von drei Millionen Euro auf den Tag herunter, kommt er auf etwa 8.200 Euro pro Kalendertag. Das bedeutet: Innerhalb von etwa sechs Tagen würde Gall so viel verdienen, wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer oder eine durchschnittliche Arbeitnehmerin in Österreich in einem ganzen Jahr. Gemessen am Jahresgehalt entspricht das rund dem 61-fachen des österreichischen Durchschnittsgehalts.
Zwischen Sponsorenwelt und Podestträumen
Dass Gehälter wie diese möglich sind, hat auch mit der veränderten Struktur des Radsports zu tun. Rennstall-Budgets sind seit 2021 um rund 75 Prozent gestiegen, angetrieben von Konzernen wie Lidl, die zunehmend selbst als Teameigentümer auftreten. Rund drei Viertel der Teambudgets fließen mittlerweile ins Personal.
Für Gall bedeutet der Wechsel nicht nur finanziell einen großen Schritt, sondern auch sportlich eine neue Rolle: Bei Lidl-Trek soll er als Kapitän um Podestplätze bei Grand Tours mitfahren, während sein bisheriges Team Decathlon bei der Tour de France künftig auf einen anderen Fahrer setzt. Ob es am Ende tatsächlich drei Millionen Euro werden, ist offiziell nicht bestätigt – viel weniger wird es jedoch nicht werden.