Exotische Jobtitel: Was macht eigentlich ein Plant Manager?

Exotische Jobtitel: Was macht ein Plant Manager?

Dass CEO irgendwas mit Chief und einem ordentlichen Gehalt bedeutet, weißt du. Und dass Controller viel mit Zahlen jonglieren, hast du auch schon mitgekriegt. Aber wofür steht eigentlich Director of First Impressions? Und wovon predigt ein Chief Evangelist? Wir verraten dir, was die exotischen Jobtitel bedeuten.

Key Account Manager

Wir starten mit einem Jobtitel, den wir sicher alle schon gehört haben: Der Key Account Manager. Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Weißt du, womit diese Person sich die Butter aufs Brot verdient? Irgendwas mit… Schlüsseln? Nicht ganz. Ein Key Account Manager kümmert sich um Schlüsselkunden. Er betreut also die „Key Accounts“. Die Pflege von Kundenbeziehungen, sowie das Ködern neuer, dicker Fische fallen unter anderem in seinen Aufgabenbereich. Strebst du diesen Beruf an, solltest du zunächst einmal über jede Menge Charisma verfügen und dich und das Produkt, das du vertrittst, gut verkaufen können. Ein sicheres Auftreten und Reisebereitschaft schaden ebenfalls nicht, denn als Key Account Manager siehst du deinen Schreibtisch oft nur von weitem.

Chief Evangelist

Preisfrage: Gehört ein Chief Evangelist A) in das Neue Testament, B) an das Rednerpult einer neumodernen Sekte oder C) in jedes Tech-Unternehmen, das heutzutage etwas auf sich hält? Ding, ding, ding! Natürlich in das Tech-Unternehmen. Der Chief Evangelist bezeichnet wörtlich einen Prediger oder Missionar und meint damit einen Vordenker seiner Zeit, der mit seiner Begeisterung möglichst alle um sich herum mitreißen kann. Seinen Ursprung hat die Bezeichnung übrigens bei Apple, wo sich Guy Kawasaki 1980 als erstes den ehrwürdigen Jobtitel verlieh[1]. Mittlerweile finden sich Evangelisten auch immer öfter in Branchen fernab der Technik-Branche. Begeisterst du deine Kollegen mit deiner Vision vom ressourcenschonenden Mittagessen? Dann bist du vielleicht der nächste Chief Tupperware Evangelist in deinem Unternehmen. Oder schwingst du täglich enthusiastische Reden über die Vorteile von Hausschuhen im Betrieb? Dann kannst du deine Visitenkarte getrost mit dem Titel Slipper Evangelist versehen. Schick!

Plant Manager

Was macht eigentlich ein Plant Manager? Ha, eine Fangfrage. Der Plant Manager ist einfach eine ausgefallene Bezeichnung für den Gärtner, oder? Weit gefehlt. Der Plant Manager ist für die Leitung eines gesamten Werks oder eines Betriebs (engl.: plant) zuständig. Der Jobtitel bezeichnet vereinfacht gesagt jene Person, die sämtliche Herstellungsprozesse in einem oder mehrerer Werke leitet. Sie wacht über Qualität und Kosteneffizienz in den Bereichen Planung, Wartung und Produktion. Ziemlich viel Verantwortung also, und nur etwas für außerordentliche Organisationstalente. Wenn du morgens schon deine liebe Not damit hast, rechtzeitig dein Müsli anzurühren und den Bus nicht zu verpassen, ist die Stelle vielleicht nichts für dich.

Chief Happiness Officer

Das klingt doch jetzt mal nach jeder Menge Spaß: Als Chief Happiness Officer, abgekürzt mit CHO, testet man sich doch sicher nur durch Zuckerwatteberge und Lutschbonbons und verbringt Stunden in der Hüpfburg, oder? Leider nicht ganz: Der Chief Happiness Officer kümmert sich nämlich vor allem um den Glückslevel aller anderen Mitarbeiter. Ob ihn das selbst happy macht? Wir hoffen es zumindest. Der Trend, einen Glücksbeauftragten anzustellen, kommt aus dem Silicon Valley und hält hoffentlich auch bald Einzug in Unternehmen hierzulande. Die Idee dahinter: Glückliche Mitarbeiter sind motivierter, leisten bessere Arbeit und führen zu glücklichen Kunden. Klingt einleuchtend. Wie genau man die Belegschaft glücklich macht, dafür hat jeder Chief Happiness Officer sein eigenes Geheimrezept. Falls das nach deinem Traumjob klingt, solltest du ausgezeichnete Partys schmeißen können, ein sprühendes Ideenfeuerwerk für Team-Building-Events sein und natürlich immer ein offenes Ohr für die Wünsche und Ideen der Mitarbeiter haben. Ehe du deinen Chef um die Beförderung zum Glücksmanager bittest, beweise dich vielleicht erst mal im Kleinen. So kannst du in deiner Abteilung zunächst mal eine Charity-Aktion organisieren oder zum gemeinsamen Yoga im Lagerraum aufrufen.

Der Zeit voraus tapsen bei kununu übrigens gleich mehrere Happiness Officers auf vier Pfoten durch die Räumlichkeiten. Einer davon: Bürowelpe Gendry.

 

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Director of First Impressions

Eigentlich selbsterklärend, aber trotzdem ein tolles Beispiel dafür, altmodische Berufsbezeichnungen mit Englisch aufzupolieren: Der Director of First Impressions sorgt bei Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Geschäftspartnern für einen gelungenen ersten Eindruck, indem er sie am Empfang begrüßt. Gesucht wird also der Empfangsmitarbeiter oder der Rezeptionist. Als alternativer Jobtitel findet sich auch gerne der Front Office Manager. Der Director of First Impressions ist das erste, was Besucher zu Gesicht bekommen und dementsprechend ein Aushängeschild des Unternehmens. Er wehrt unter anderem fliegende Händler ohne Anmeldung ab oder lotst nervöse Bewerber in die richtige Richtung – auch wenn ihnen dummerweise der Name ihrer Ansprechperson entfallen ist. Wichtig für diese Position: Keep your cool. Also immer schön freundlich bleiben und Geduld beweisen. Zusätzliche Fremdsprachenkenntnisse erweisen sich ebenfalls oft als hilfreich.

 

Top oder Flop: Wie läuft es bei deinem Arbeitgeber?

 

[1] Guy Kawasaki