Pop-Art Dame mit Rufzeichen

„Es war einfach scheiße!“ – Wie du Kündigungsgründe besser nicht erklären solltest

Schweißfilm auf der Stirn. Feuchte Hände. Wir wissen, dass sie bald kommt. Die Panik, die falsche Antwort darauf zu geben, wird immer größer. Und dann ist sie da – die Frage aller Fragen: „Warum wurden Sie gekündigt?“ Bereits vor dem Bewerbungsgespräch sorgen diese vier Wörter für Kopfschmerzen. Wie soll man bloß erklären, dass die Trennung vom letzten Arbeitgeber nicht ganz freiwillig passierte, man kein Teamplayer ist oder einfach einen schweren Fehler begangen hat? Damit du beim nächsten Mal entspannt und ohne Migräneanfall die perfekte Antwort parat hast, verraten wir dir heute Tipps & Tricks, wie du Kündigungsgründe richtig begründest und dich Personalchefs trotz Kündigung gerne einstellen!

Überlebenstaktik

Gut, der Thriller beginnt in 3,2,1,… Erster Schritt: Überlebenstaktik überlegen. Auf ein Wunder hoffen und denken, dass sich der Personalchef auf den ersten Blick in deine Superkräfte verlieben wird, kannst du mal vergessen, denn dafür fehlen dir die Voraussetzungen. Aber hey, nicht gleich aufgeben: Du kannst noch immer auf eine Karte setzen – die des Publikumlieblings. Wie du das anstellst?

 

Goldene Regel Nummer eins: Widerstehe der Versuchung! Wir wissen bereits von James Bond, dass Ablenkungen vom eigentlichen Thema dich das Leben kosten können. Deswegen konzentriere dich aufs Hier und Jetzt. Lass die Schimpftirade auf deinen alten Arbeitgeber zurück, wenn du in den Agentenanzug schlüpfst, und zeige stattdessen Loyalität. Erkläre, was du an deiner alten Firma geschätzt hast, was du aus deinen Erfahrungen lernen konntest und dass du diesen Lebensabschnitt als Chance siehst. Das zeugt von Größe und zeigt deinem Gegenüber, dass für dich das Wohl des Unternehmens selbst nach deiner Kündigung im Vordergrund steht.

 

Goldene Regel Nummer zwei: In der Kürze liegt die Würze! Dein Interviewer ist schließlich nicht Captain America, der unerschöpfliche Kräfte hat und Nerven aus Stahl, die dein endloses Getöse ertragen. Liefere auf seine Fragen ein, zwei gut überlegte Gründe. Einerseits hilft dir das, dich nicht zu verplappern, andererseits wird der Personalspion sicher nachfragen, wenn er noch mehr wissen möchte. Schließlich bist du doch aus auf ein Wortgefecht und nicht auf ein Schlummerstündchen, oder Captain Candidate?

 

Goldene Regel Nummer drei: It’s okay! Auch Superhelden machen mal schlapp, deswegen schäme dich nicht für deine Vergangenheit. Achte darauf, dass du nicht gleich mit der Tür ins Haus fällst und dadurch den Eindruck erweckst, dich für etwas rechtfertigen zu müssen. Schrammen vom Kampf und angeknackste Knochen vom Fluchtversuch sind nichts, was man verstecken müsste. War der Grund für deine Kündigung, dass du nicht qualifizierst genug warst, gib es ruhig zu! Hast du in der Zwischenzeit Schulungen in diesem Bereich gemacht, kann sich das nämlich durchaus als Pluspunkt outen und zeigt, dass du bereit bist an dir zu arbeiten und dazu zu lernen.

Fluchtweg

„Warum haben Sie Ihren letzten Job verlassen?“ Die Mission im Fragenkrimi, die sogar Hulk zum Schwitzen bringen würde. Was soll man bloß sagen? Auf jeden Fall eine gut überlegte Antwort! Beim Pläne schmieden solltest du dir überlegen, wie du die Trennung vom alten Arbeitgeber sachlich begründen kannst und warum du dennoch ein attraktiver Kandidat für die nächste Mission des Unternehmens bist.

Manchmal ist es einfach Pech: Nicht deine Superkräfte waren am Ende, sondern die deines Chefs. Ein Umsatztief, ein Ganovenüberfall oder eine Idee des Big Boss, die doch nicht so zündend war – kurz gesagt: deine Stelle ist überflüssig geworden. Mache bei deinem Bewerbungsgespräch klar, dass der Verlust deiner Mission an Gründen lag, die du nicht beeinflussen konntest und nicht an deiner Leistung. Beispielsweise könnte eine Antwort so aussehen:

„Leider ist der größte Kunde des Unternehmens zu Beginn des Jahres weggefallen, und das hat einen großen Einfluss auf die Umsatzerlöse. Infolgedessen mussten einige Positionen gekündigt werden und ich gehörte zu den fünf zuletzt in unserer Abteilung eingestellten Personen. Ich bin stolz auf die Arbeit, die ich dort gemacht habe, ich habe ausgezeichnete Bewertungen und mein ehemaliger Manager gehört sozusagen zu meinen stärksten Referenzen.“ [1] 

Falls du doch einfach kein Superheld bist und es an deinen mangelnden Talenten lag, solltest du versuchen, so neutral wie möglich zu antworten. Beschreibe die Erfahrungen, die du machen konntest und versuche, die Fragen wieder Richtung deiner Stärken zu lenken. Ein super Tipp für einen super Typ: Oft liegen Kündigungen von Seiten des Arbeitgebers daran, dass die Job-Anforderungen sich mit der Zeit geändert haben. Bei der Einstellung waren deine Aufgaben noch andere, jetzt decken sie Gebiete ab, wo du kein Experte bist. Ein Grund, den jeder Personaler versteht:

„Nach einigen Management-Änderungen wurde klar, dass der neue Abteilungsleiter auch neue Erwartungen an meine Rolle hatte, die aber nicht wirklich zu meinen Stärken passten. Letztlich beschloss er, jemanden aus seinem vorigen Unternehmen mitzubringen, der mehr Vertriebserfahrung hatte. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass mein echtes Talent im Kundenservice ist und ich weiß, dass ich ein wichtiger Bestandteil in einem Team sein würde, das sich auf die Verbesserung der Kundenerfahrung konzentriert. Möchten Sie, dass ich Ihnen mehr über meine Erfahrung in diesem Bereich erzähle?“ [2] 

Beruhigungspille

Im Moment bist du noch der Office-Hero? Tja, sei dir nicht zu sicher, es können jedem die Superkräfte abhanden kommen! Wenn es erstmal so weit ist, solltest du wissen, dass in deinem Arbeitszeugnis keine negativen Formulierungen vorkommen dürfen und die Umstände der Kündigung nicht unbedingt angeführt sein müssen. Dieses Mitspracherecht bei der Zeugnisverteilung ist deine Chance, dich wie Spartacus durch die einzelnen Hürden deiner zukünftigen Bewerbungsprozessen durchzuschlängeln.

 

Im Optimalfall solltest du deine Mission mit einer einvernehmlichen Kündigung beenden. Dabei darfst du auch ruhig ein bisschen frech sein und diese Form der Arbeitsvertragsauflösung selbst deinem Big Boss vorschlagen. Was du davon hast? Ein Arbeitszeugnis, in dem nicht gleich klar wird, dass du eigentlich gescheitert bist, ein frei wählbares Enddatum deines Arbeitsverhältnisses und eine höhere Rechtssicherheit im Fall von juristischen Streitigkeiten.

 

Doch bevor du in die Tasten hämmerst und Bewerbungen schneller als Stephanie schreibst, solltest du dich unbedingt auf Bewertungsportalen wie kununu informieren, ob das Unternehmen überhaupt zu dir passt. Denn wenn es zu viele Freddie Faulig gibt, wird auch in deinem nächsten Karriereabschnitt wieder bald ein Kampf der Giganten stattfinden!

 

 

Quellen:

[1]  bewerbung.com

[2] bewerbung.com