Es hat sich ausgeflogen: Mitarbeiter über Air Berlin

Vor fast 40 Jahren setzte das erste Mal eine Maschine von Air Berlin im Urlaubsparadies Mallorca zur Landung an. Erklärtes Ziel der damals noch jungen Fluglinie: Dem Big Player Lufthansa Paroli bieten. Seit kurzem ist bekannt: Der Traum des Urlaubsfliegers ist ausgeträumt. Am 15. August kündigte das Unternehmen Insolvenz an. Ein Blick auf die kununu Bewertungen zeigt: Die Mitarbeiter haben es kommen sehen.

Durchbruch als Fluggesellschaft? Gecancelt

Seit 2008 waren die Geschäftszahlen von Air Berlin sonnenbrandrot, Air Berlin schrieb einfach keine Gewinne. Sparprogramme mussten greifen: Maschinen blieben am Boden, das Streckennetz wurde ausgedünnt[1]. Und es kam noch dicker: Diese Woche machte das Unternehmen seine Insolvenz publik. Hintergrund sei eine Mitteilung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Air Berlin finanziell nicht mehr zu unterstützen[2]. Zuvor hatte der dort ansässige Großaktionär die Fluggesellschaft über Wasser gehalten.

Das strikte Sparprogramm schlug sich auch in der Stimmung unter den Mitarbeitern nieder. „Leider zählen bei dem derzeitigen Personalvorstand nur Zahlen und nicht die Menschen, die sich jahrelang aufgeopfert haben für die Firma… Sehr schade!“, beklagte sich Ende Juli ein Mitarbeiter auf kununu.

Mitarbeiter haben den Absturz vorhergesehen

Aber was war die Ursache für den Sinkflug der Fluggesellschaft? Wir haben unsere kununu Bewertungen genauer unter die Lupe genommen und nachgeforscht, was Mitarbeiter besonders kritisierten. Auf den ersten Blick erkennbar: Unmut über Air Berlin als Arbeitgeber wurde bereits in den vergangenen Jahren immer lauter.

Abzüge machten kununu User vor allem bei Kommunikation (2,40) und dem Vorgesetztenverhalten (2,60). So hätte Kommunikation nicht stattgefunden und wenn doch einmal, dann nur „Belangloses, um die Mitarbeiter ruhig zu stellen“. Ein anderer Bewerter bemängelte: „Wenig Fach-und Sachverstand und daraus resultierend nicht nachvollziehbare Entscheidungen.“ Anders ausgedrückt: „Vorgesetzte halten Mitarbeiter klein, Vorschläge zur Verbesserung werden im Keim erstickt.“ Und: „Management – bekämpft sich gegenseitig und denkt quartalsweise“.

…und nun?

8.500 Mitarbeiter zählt Air Berlin. An den Kollegen sei es aber nicht gescheitert. „Der Kollegenzusammenhalt war bis zum Schluss immer toll und der einzige Grund dort immer wieder hinzugehen“, heißt es da zum Beispiel. In der Not rückt man eben noch mehr zusammen.

Damit der gewohnte Betrieb vorerst weitergeht, unterstützt die Bundesregierung die zweitgrößte deutsche Airline mit einem Übergangskredit[3].

 

Du denkst trotzdem über einen Job in der Tourismus-Branche nach? Unser kununu Ranking listet weniger krisengebeutelte Arbeitgeber.

 

Quellen: [1] rbb-online.de, [2] rbb-online.de, [3] welt.de