Frau hält Luftballons in der Hand

Emojis im Job: Wann Smileys an den Chef ok sind – und wann nicht

Sie lachen, sie schreien und sorgen manchmal für ziemliche Verwirrung, die sogar in den ein oder anderen „So-war-das-nicht-gemeint“-Streit ausarten kann: Emojis oder Emoticons. Smileys haben mit ihren Kulleraugen und Grinsefrazten mittlerweile nicht nur in der Kommunikation auf WhatsApp Kommas und jegliche Rechtschreibregeln verdrängt. Auch bei Unternehmensmailings oder dem Chat-Austausch mit Kollegen blinken immer häufiger Katzen mit Herzchenaugen und frittierte Shrimps zwischen den Wörtern auf. Wann dich Smileys sympathisch wirken lassen – und wann du lieber die Finger von Doppelpunkt und Klammer lassen solltest, erfährst du hier.

Punkt, Punkt, Komma, Strich.

Dass wir mit einer kleinen Tastenkombination unseren Worten einen Funken Ironie oder Witz verleihen können, haben wir Scott Fahlman zu verdanken. Der Professor der Informatik an der Carnegie Mellon University aus Pittsburgh schlug 1982 vor, Doppelpunkt und Klammer – also den liegenden Smiley wie wir in heute kennen ­– in einem Uni-Online-Forum zu verwenden.

So konnten in hitzigen Diskussionen sarkastische Bemerkungen leichter erkannt werden. Zwar stammt der Ur-Smiley von dem Amerikaner Harvey Ball aus einer Werbekampagne, allerdings setzte Fahlman ihn erstmals in diesem Zusammenhang ein. Einige Jahre später entwickelte der Japaner Shigetaka Kurita die ersten Emojis (übrigens japanisch für Piktogramm) – mit dem Ziel eine universelle Sprache zu kreieren. [1]

Zwischen Psychoblick und nettem Grinsen

Doch hier versteckt sich leider direkt das erste Problem: Zwar sind die insgesamt 1.624 Symbole eigentlich dafür da, dass wir unseren Gefühlen noch besser Ausdruck verleihen können – manchmal kann das aber ziemlich in die Hose gehen und zu Missverständnissen führen. Denn auch wenn die kleinen Bildchen auf den ersten Blick ganz eindeutige Emotionen vermitteln, je nach Kultur oder Land können diese ganz unterschiedlich gedeutet werden. Beispielsweise soll der stark schnaubende Smiley eigentlich für einen Triumph stehen – so wie die Geste in Japan verstanden wird. In Europa wird es hingegen eher als Ausdruck der Empörung genutzt.[2]

So ganz genau lässt sich deswegen manchmal nicht aus dem Kontext herauslesen, ob der lachende Smiley mit den Tränen in den Augen gerade den besten Witz seines Lebens gehört hat oder sich kurz vor einem hysterischen Ausbruch befindet. Weiteres Beispiel: Der Psychosmiley. Wenn du dich jetzt fragst, was das ist, bist du höchstwahrscheinlich einer von der Sorte, der seine Kollegen regelmäßig mit diesem Emoji  in den Wahnsinn treibt. Denn je nach Zusammenhang, kann dieses gelbe Gesicht genau das Gegenteil von einem netten Lächeln bedeuten: Der verkrampfte Ausdruck kurz vor einem Ausraster – stelle dir einfach vor, ein Auge würde nervös zucken. Wenn du jetzt noch denkst, das wäre das Symbol für ein ganz normales Grinsen, schau dir den Smiley mal in Kombination mit dem Messer-Emoji an. Na, klingelt’s?

Bin ich jetzt sympathisch, oder nicht?

Ja, glaubt Wera Aretz, Psychologieprofessorin an der Hochschule Fresenius in Köln. In ihren Studien zeigte sich, dass Verfasser von Texten mit Emojis deutlich sympathischer eingeschätzt wurden. Allerdings wurde auch deutlich, dass Texte ohne Emojis  durchsetzungsstärker und selbstbewusster wahrgenommen wurden. [3]

Ähnliche Tendenzen bestätigt auch eine Studie aus der Social Psychological and Personaylity Science. Bei einem Experiment mit über 5.000 Teilnehmern aus 29 Ländern wurden Probanden E-Mails mit unbekannten Absendern vorgelegt. Aber anders als angenommen, lockerten gelbe Grinsegesichter weder die Stimmung, noch ließen sie den Verfasser herzlich oder sympathischer wirken. Im Arbeitskontext wirkten die Emojis sogar unprofessionell und inkompetent. [4]

Daher gilt für’s Arbeitsleben – Überraschung, Überraschung: In alle Nachrichten, die du auch ausdrucken und als offiziellen Brief versenden würdest, gehören keine bunten Bildchen von tanzenden Figuren, bunten Herzen oder Regenwolken. Bei der internen Kommunikation und umgangssprachlichen Mails, kann aber auch ein Zwinker-Smiley an den Chef in Ordnung sein – vorausgesetzt er hat einen ähnlichen Schreibstil. 😉

 

Quellen:
[1] br.de
[2] focus.de
[3] morgenpost.de
[4] kurier.at