Ein Tag im Leben eines Werbetexters

Ein Tag im Leben eines Werbetexters

Egal ob im Internet, auf Plakaten oder im TV – Werbung ist allgegenwärtig und hat uns fest im Griff. Sie erzeugt ein Verlangen in uns, welches gestillt werden will. Hinter dieser Teufelei stecken kreative Köpfe und Wortakrobaten. Einen dieser Köpfe ist Wanja. Er arbeitet seit Oktober 2014 bei Wunderman PXP als Copywriter & Konzepter. Seine Aufgabe ist es, Werbemittel und Werbekampagnen zu entwickeln, um Menschen zum Konsumieren anzuregen. Seine wichtigsten Werkzeuge: eine wirkungsvolle sprachliche Gestaltung gepaart mit Ideenreichtum.

Ein Tag im Leben eines Werbetexters

Wann stehst Du an einem typischen Arbeitstag auf?

Zwischen 7 und 8 – je nachdem wie der Vorabend verlaufen ist und ob ich vor der Arbeit noch Trainieren gehe oder nicht. Manchmal aber auch erst um 9. Dann muss ich mich aber wirklich beeilen.

Wann kommst Du in der Früh in die Arbeit?

Auf jeden Fall vor 10. Wenn viel zu tun ist auch gerne mal um halb 9.

Was machst Du als Erstes, wenn Du in der Arbeit ankommst?

Mails checken, ein kleines Frühstück (ein paar Brote oder Cornflakes), manchmal rauch ich dann noch eine – aber im Normalfall erst nach dem Mittagessen. Meistens gibt es dann ein Kreativ-Meeting um 10 Uhr.

Was sind Deine Hauptaufgaben bei der Arbeit?

Digitale Werbung: texten, korrigieren, Headlines schreiben, Copies (= Mengentexte/Haupttexte) schreiben, Konzepte erstellen.

Welche Aufgaben machst Du am liebsten?

In einer kleinen Gruppe Ideen bzw. Kampagnen entwickeln ist mitunter das Spaßigste, da ein kleiner Idee-Funken schon die Grundlage für eine große Idee sein kann. Das Spannende dabei: Wenn der Funken zu den anderen überspringt und man gemeinsam die Idee zu etwas Großen entwickelt.

Welche Aufgaben sind bei Dir weniger beliebt?

Mails schreiben – wobei ich auch nicht gerne telefoniere.

Was stresst Dich während Deiner Arbeit am meisten?

Stress gibt es in der Werbung immer. Aber damit lernt man umzugehen. Viel stressiger finde ich, wenn einer der Chefs schlechte Laune hat. Das beeinflusst die Laune des ganzen Büros. Und egal was man macht, mit schlechter Laune ist es deutlich anstrengender. Aber das kommt nur selten vor – die Stimmung ist sonst immer humorvoll und entspannt.

Wann beendest Du normalerweise Deinen Arbeitstag?

Mit Glück ist man um 18.15 aus dem Büro. Das steht und fällt mit der Arbeit – was so viel heißen soll, dass man im Schnitt bis 19 Uhr da ist. Im Extremfall kann es auch mal nach 22 Uhr werden. Aber wenn man in der Werbung ist, lernt man damit zu leben. Und Late-Night-Brainstorming ist ab und an sogar unterhaltsam.

Warum besitzt Du eine Leidenschaft für Deinen Job?

Oft beschweren sich die Menschen über Werbung, dass Werbung die Menschen anlügt und in ihnen Verlangen weckt, die sie ohne die Werbung nicht hätten. Da ist natürlich etwas dran, keine Frage. Aber mir gefällt einfach, wie man ein Produkt kreativ mit einem Lebensgefühl verbinden kann, oder durch einen einfachen Satz, den Verkauf eines Produktes ankurbelt. Im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden, was er kauft und was nicht.

Wie bist Du zu Deinem Job gekommen?

Nach meinem – ich nenne es gescheitert – Publizistik-Studium an der Uni Wien habe ich ein Praktikum bei Jung von Matt bekommen und bin nun, nach zwei Agenturwechseln, bei Wunderman PXP.

Hast Du für Deinen Job eine bestimmte Ausbildung absolviert?

Nein. Aber der Arbeitsalltag ist der beste Lehrer.

Welche Aktivitäten unternimmst Du als Ausgleich zu Deinem Job?

Ich nehme mir für den Großteil meiner Abende nach der Arbeit etwas vor – das kann ein Kochen bei Freunden, ein Barbesuch, oder ein Konzert sein – ich gehe extrem viel auf HipHop Konzerte und schreibe als überpassioniertes Hobby für das Österreichische HipHop und Rare-Groove Magazine „The Message“. Je mehr man sich ausmacht, desto mehr kommt man raus. Ich versuche mich dagegen zu wehren, dass mein Alltag zu alltäglich wird. Kein einfaches Unterfangen.

 

Du wolltest schon immer wissen, wie es im Leben eines Customer Experience Designer zugeht?