Ein langer Weg: Gleichberechtigung am Arbeitsplatz

Vergangene Woche hat die Entlassung eines Google-Mitarbeiters nach Veröffentlichung eines sexistischen Textes hohe Wellen geschlagen. Die verqueren Ansichten des Entwicklers und die prompte Reaktion des IT-Unternehmens haben die Debatte um Gleichberechtigung einmal mehr entfacht – wie steht es um die Gleichstellung von Männern und Frauen in der Arbeitswelt?

Kein Platz für Sexismus

Als einer der begehrtesten Arbeitgeber der Tech-Industrie kann es sich Google leisten, nur die Besten einzustellen. Aber auch hier sind schwarze Schafe nicht ausgeschlossen: Die sexistischen Ansichten eines, mittlerweile ehemaligen, Google-Mitarbeiters haben vergangene Woche für Aufsehen gesorgt. Der 28-jährige Entwickler hatte in einem zehnseitigen Schreiben die Meinung vertreten, Frauen seien biologisch weniger für Berufe in der Digital-Branche geeignet.[1] Das interne Paper brachte sogar Google-Chef Sundar Pichai dazu, seinen Urlaub zu unterbrechen und in einer E-Mail an die Mitarbeiter Stellung zu beziehen: Teile des Textes hätten gegen interne Verhaltensregeln verstoßen und mit der Verbreitung von schädlichen Stereotypen über Geschlechter sei klar eine Linie überschritten.[2]

Doch auch wenn IT-Riesen wie Google Sexismus den Kampf ansagen, ist der Weg bis zur Gleichberechtigung noch lang. Sehr lang sogar – im derzeitigen Tempo wird es noch 170 Jahre dauern, bis Frauen die selben Chancen wie Männer haben. Denn noch immer sind Frauen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Einkommen benachteiligt. Die ökonomische Kluft hat sich nach dem Gleichstellungsbericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) im letzten Jahr sogar wieder weiter geöffnet.[3]

Initiative gegen Ungleichheit

Was tun gegen die Ungleichheit? – Eine Möglichkeit, die Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern auszugleichen, hatte das Café Handsome Her im australischen Melbourne. Hier werden Männer seit Kurzem extra zur Kasse gebeten: 18 Prozent müssen männliche Gäste mehr bezahlen. Der Hintergrund der Aktion ist eine kürzlich veröffentlichte Studie, denn Männer verdienen in Australien immer noch mehr als Frauen – und zwar 18 Prozent. Die zusätzlichen Kosten für männliche Kunden sind jedoch freiwillig zu bezahlen und alle Einnahmen durch die Aktion werden für den guten Zweck gespendet. Bis jetzt bezahlen auch alle Gäste den Zuschlag gerne und mittlerweile kommen viele Männer auch nur deswegen in das Café. Ein Hoch auf so viel Solidarität![4]

Initiativen wie diese bringen die Debatte um Gleichberechtigung immer wieder in die Medien und dadurch in die Öffentlichkeit. Doch eine Ungleichheit mit einer anderen auszugleichen, kann auf Dauer natürlich nicht die Lösung sein. In der Politik wird aktuell über eine Ausweitung der Frauenquote diskutiert. Denn zwei Jahre nach der Einführung einer gesetzlichen Frauenquote in deutschen Aufsichtsräten zeigt sich: Es tut sich etwas. Der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten ist von 25,0 auf 27,3 Prozent gestiegen. In Vorständen können Unternehmen bis lang selbst entscheiden, welche Quote sie erfüllen wollen. Viele Unternehmen haben jedoch bislang als Zielwert Null angegeben. Für die deutsche Familienministerin Katarina Barley ist deshalb eine Ausdehnung der Quote denkbar: „Gerade mal sechs Prozent der Vorstände sind weiblich. Das geht so nicht weiter.“[5] 

Kennst du Benachteiligung im Job oder zeigt dein Arbeitgeber auch Einsatz für Gleichberechtigung? Verrate es uns auf kununu.com!

 

Quellen: [1] spiegel.de[2] Note to employees form CEO Sundar Pichai[3] Global gender gap report[4] derstandard.at, [5] faz.net