Frau hält die Hand vor ihrem Gesicht.

Dinge, die wir in Stellenanzeigen nicht mehr sehen wollen

Ausgefallen, kreativ und vielleicht mit Video: Für Bewerbungen sollen Arbeitnehmer bitte jedes Mal das Rad neu erfinden. Durchschnittlich ist out und hat im Arbeitsmarkt keine Chance. Anders sieht das bei Stellenanzeigen aus: Times New Roman, Schriftgröße 12 und haufenweise Floskeln, die verraten sollen, was das Unternehmen will und bietet – und die dabei trotzdem keinen Durchblick geben. Die Phrasendrescherei in Stellenanzeigen muss erstmal richtig interpretiert werden. Wir fragen uns: Kann’s vielleicht ein bisschen authentischer sein?

#Sie erwartet ein wertschätzendes Umfeld.

Wertschätzung? Super. Aber was heißt das genau? Erwarten dich deine neuen Kollegen in einem wöchentlichen Sitzkreis mit Pizza und Bier, klopfen dir auf die Schulter und sagen dir, wie toll du bist? Blöd, wenn erhoffte Lobeshymnen und Konfetti-Regen nach abgeschlossenen Projekten ausbleiben. In manchen Unternehmen steht Wertschätzung nämlich nur dafür, dass der Chef lächelnd an dich denkt, während er sein Bankkonto checkt.

#Wir zahlen pünktliches Gehalt!

Really? Wenn ein Unternehmen schon so offensichtlich betonen muss, dass nach getaner Leistung Geld auf dein Konto wandert – dann muss der Rest gehörig schief laufen. Denn ähnlich wie bei deinem Arbeitszeugnis gilt: Wer banale Selbstverständlichkeiten als Benefit oder etwas Besonderes hervorhebt, der hat sonst nicht viel zu bieten. Schließlich gibst du auch nicht damit an, dass du immer pünktlich an deinem Arbeitsplatz erscheinst und zählst Zähneputzen nicht bei der Frage nach deinen Stärken auf. 

#Wir erwarten ein gepflegtes Äußeres.

In Ordnung: Bei Kundenkontakt ist ein gepflegtes Äußeres sicherlich wichtig. Nur, was genau bedeutet das? Perlenkette und Hochsteckfrisur? Mit oder ohne Bart? Und sind Piercings verboten? French Manicure und makelloser Teint, oder reicht eine obligatorische Katzenwäsche am Vorabend? Schönheit liegt nunmal im Auge des Betrachters. Und ob es wirklich notwendig ist, Bewerbern zu erklären, dass sie nicht in Jogginghose aufschlagen sollten: Naja, fraglich.

#Sie haben langjährige Erfahrung?

Reichen da drei Jahre? Oder vier? Oder doch lieber 20? Und sind 40 schon zu viel? Liebe Unternehmen, sagt uns konkret was ihr wollt. Abgesehen davon: Nur weil jemand viele Jahre im Berufsleben vorweisen kann, bedeutet das nich immer, dass dieser Bewerber auch besser sein muss. Während die einen schon im ersten Jahr Projekte geleitet, Verantwortung übernommen und sich berufseinschlägige Fähigkeiten erarbeitet haben, verbringen andere Jahre damit, Dokumente abzuheften und die Löcher an der Wand zu zählen.

#Perfekte Kenntnisse in allen Bereichen runden ihr Profil ab.

Okay, okay, mal langsam hier. Niemand verfügt über perfekte Kenntnisse von Excel, Photoshop und Co. Nicht einmal, wenn du mit Tastatur und Maus in der Hand auf die Welt gekommen bist und schon morgens beim Frühstück deine ersten Formeln tippst, verfügst du über perfekte Kenntnisse von Excel. Die Sache ist die: Für die allermeisten Jobs sind perfekte Kenntnisse auch gar nicht nötig. Es reicht, die Bereiche eines Programmes zu kennen, die für die ausgeschriebene Stelle wirklich gebraucht werden. Was wir also nicht mehr lesen wollen: „Perfekte Kenntnisse in XYZ“. Viel sinnvoller wäre: „Kenntnisse in XYZ, um ZYX erledigen zu können“

Möchtest du mehr über den Bewerbungsprozess bei deinem Wunsch-Arbeitgeber wissen? Dann stelle jetzt deine Frage an die kununity!