Handy unter Wasser mit Orangen

Digitaler Minimalismus – So machst du aus weniger mehr

Kleiderschrank, Dachboden oder Vorratskammer entrümpeln? Kein Problem! Schwieriger wird es erst, wenn es um unseren geliebten Bits- und Bytes-Konsum geht. Überfüllte Mailboxen, ständige Erreichbarkeit und rote Kügelchen über Apps lassen die Alarmglocken schrillen und treiben dich mitunter in den Wahnsinn. Wie du mit sechs kleinen Veränderungen nicht nur mehr Freiheit gewinnst, sondern auch bis zu einem Jahr Lebenszeit, verraten wir dir hier!

# What’s that?

Ursprünglich stammt der Begriff Minimalismus aus der Architektur. Dabei lautet die Devise auf Dekorationselemente zu verzichten, Licht durch die Räume fluten zu lassen und sich auf das Wesentliche zu beschränken. Was hast du davon? Viel Luft zum Atmen, weniger Stress und mehr Freiheit. Hört sich gut an? Ist es auch, denn um Dinge muss man sich auch kümmern, indem man sie beispielsweise wegräumt, abstaubt oder umstellt. Somit fallen oft Belastungen an, die dir aktiv gar nicht auffallen.

Genauso funktioniert das auch bei Smartphone, Laptop, Tablet und Co. Digitaler Minimalismus steht für eine Gegenbewegung zu unserem sonstigen Konsumwahn und bedeutet, dass du deine Hilfsmittel auf das Nötigste reduzierst, Medien digitalisierst, um Stauraum zu schaffen und deine eigene Nutzung digitaler Dienste optimierst. Und wie funktioniert das? [1] 

# Adé Social Media

Schon klar, wir werden dich nicht ins kalte Wasser werfen und dir erklären, dass du dich von Facebook, Twitter und Instagram verabschieden sollst. Schließlich wollen wir ja auch, dass du am Laufenden bleibst und nicht plötzlich der Außenseiter in deinem Freundeskreis bist. Dennoch lautet Tipp Nummer Eins: Verbanne Social Media von deinem Smartphone! In der Straßenbahn wandert der Finger nur allzu schnell dem weißen „f“ entgegen und vergibt Likes bis der Daumen glüht. Stattdessen solltest du dir bewusst Zeit nehmen, um einmal aus dem Fenster zu schauen und einen Blick auf deine Stadt werfen. Wenn du nämlich nur auf deinem Computer Zeit im Social Web verbringst, wirst du sehen, wie viel Zeit du plötzlich für andere, wichtigere Dinge haben wirst!

# Jetzt ist E-Mail-Zeit!

Seit bald 40 Jahren wandert unser Blick ins rechte, obere Eck unseres Bildschirms. Bling! Eine neue Mail ist da. Natürlich ist der Drang groß, gleich darauf zu klicken und zu erfahren, was es denn für interessante Neuigkeiten gibt. Allerdings reißt dich das jedes Mal aus deiner Arbeit heraus und die Zeit, die du für das „Wieder-Einarbeiten“ benötigst, ist lang. Deswegen kommt hier Tipp Nummer zwei zur Anwendung: Fixe Zeiten für Emails einplanen. Statt immer wieder einen Blick in deinen Posteingang zu wagen, solltest du dir zwei Mal am Tag eine gewisse Zeitspanne vornehmen, um alle Nachrichten auf einmal zu beantworten. Wenn du auch noch die automatischen Benachrichtigungen abdrehst, steht einem konzentrierten Arbeitstag nichts mehr im Wege. Kleiner Spoiler vorweg: Deine Kollegen werden deine längeren Antwortzeiten überleben!

# Ich bin dann mal weg!

Klingt wie ein Buch von Hape Kerkeling? Keine Sorge, den Jakobsweg musst du dafür nicht gehen. Dennoch raten wir dir in Tipp Nummer drei, auf das Flugzeug zu setzen. Richtig, der Flugmodus. Früher gehörte es zur guten Erziehung, nicht mehr nach 20 Uhr bei jemandem anzurufen, denn kommunikationsfreie Zeit braucht jeder. Deswegen trau dich ruhig „old school“ zu sein und mit dem Flugmodus jegliche Nachrichten von dir fern zu halten. Geht nicht, weil du Angst hast, dass deine engsten Freunde oder deine Familie etwas braucht? Dann verwende einfach den „Nicht Stören“-Modus, bei dem du VIP-Kontakte festlegen kannst, die dich dennoch erreichen können.

# Zero Inbox

Wir kennen sie alle. Mails, die wir nicht wollen. Mails, die wir nicht brauchen. Und trotzdem müllen sie tagtäglich den Posteingang zu. Auch wenn einen die neue DSGVO von manchen unliebsamen Newslettern befreit hat, solltest du dennoch Tipp Nummer vier befolgen: Postfächer und Absenderregeln errichten. Nachrichten von Facebook, Twitter oder LinkedIn interessieren dich sowieso nicht? Automatisch in den Papierkorb verbannen! Emails von Kontakten, die dir nur schreiben, wenn es wirklich wichtig ist, sollten von selbst in dein Postfach „wichtig“ wandern. So dezimiert sich wie von Geisterhand die Anzahl deiner Emails im allgemeinen Posteingang und dein Stresslevel sinkt automatisch. Denn es gilt „free inbox – free mind“! [2]

# Fluchtweg

1,5 Milliarden Menschen nutzen sie täglich. Egal ob man damit Geburtstagsfeiern organisiert, Urlausfotos verschickt oder über die neueste Errungenschaft informiert, für alles gibt es WhatsApp-Gruppen. Einmal gegründet, bleibt man für die Ewigkeit kleben. Deswegen Tipp Nummer fünf: Austreten! Die Spaßbilder, die nicht wirklich lustig sind oder die Leute, die du auf der Party schon unsympathisch fandest, werden dich sicher nicht vermissen. Und Freunde, die dir wirklich etwas mitteilen wollen, werden auch den Weg zur Privatnachricht schaffen. [3]

# Get rid of it!

Statt sie ganz hinter auf der letzten Seite des Menüs deines Smartphones schlummern zu lassen, lautet die Devise Aufwecken. Einmal länger den Finger am Icon lassen und das kleine graue X drücken. Schon hast du Tipp Nummer sechs befolgt: Unnötige Apps löschen! Abgesehen davon, dass sie Speicherplatz fressen, benutzt du sie ja sowieso nicht. Deswegen solltest du auch die Arbeit für dein Auge minimieren und sie einfach aus deinem Blickfeld verbannen.

 

Zu guter Letzt fragst du dich vielleicht, wie wir zu unserem ominösen Jahr an gewonnener Lebenszeit gekommen sind? Dank Social Web Detox, Minimalismus in deinen WhatsApp-Kontakten und erfolgreicher Entrümpelung bist du wieder Herr der Lage und hast jeglichen unnötigen Ablenkungen „Adieu“ gesagt. So sparst du dir täglich eine Stunde Zeit, die aufgerechnet auf 15 Jahre, ein ganzes Lebensjahr ergeben. Digitaler Minimalismus lohnt sich!

 

Müller dich deine Kollege mit Mails zu?

 

Quellen:

[1]  digitaler-minimalismus.de

[2]  digitaler-minimalismus.de

[3]  de.statista.com

janrein.de