Aufsteiger Absteiger November

Die kununu Aufsteiger & Absteiger im November 2019

Hast du schon das ganze Monat sehnsüchtig auf die kununu Aufsteiger und Absteiger für November gewartet? Dann hat das gespannte Warten hiermit endlich ein Ende! Die Branchen der Unternehmen, die uns besonders positiv oder negativ überrascht haben, sind in diesem Monat gut durchmischt: Wir haben ein Flugunternehmen, einen Elektrogerätehersteller und einen Produzenten von Windkraftanlagen für dich in petto. Lies jetzt, wer davon uns überzeugt hat und wer nicht.

Der Aufsteiger: Hewlett Packard


„Viele Freiheiten, um Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen.“ – kununu Mitarbeiterbewertung bei Hewlett Packard


Der kununu Aufsteiger des Monats heißt Hewlett Packard. Der Hersteller von Druckern und Computern kommt ursprünglich aus den USA, beschäftigt jedoch einen Teil seiner rund 60.000 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vom Grund, warum wir Hewlett Packard zum Aufsteiger des Monats gekürt haben, profitieren zunächst einmal die deutschen Angestellten. Oder genauer gesagt: Die Angestellten mit Kindern. Da auch Hewlett Packard deutlich vom Fachkräftemangel betroffen ist und flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice als Benefit nicht mehr genug Mitarbeiter anlockten, führt die Personalabteilung eine Innovation ein.

In Zukunft und rückwirkend bis Mai 2019 sollen alle Mitarbeiter nämlich bezahlte Elternzeit nehmen können. Heißt? Statt dem gesetzlichen Elterngeld von bis zu 1.800 Euro sollen die frischgebackenen Eltern sechs Monate lang ihr gewohntes Gehalt weitergezahlt bekommen. Von Seiten des Unternehmens erwarte man sich durch diese Freiheit und Unterstützung laut Ernst Reichart, Personal-Geschäftsführer von Hewlett Packard, eine Steigerung der Mitarbeitermotivation und eine geringere Fluktuation. Wir glauben: Die Entwicklung kann die – sowieso bereits gestressten – Eltern einerseits entlasten und gleichzeitig stärker an das Unternehmen binden. Mal sehen, welche (positiven) Auswirkungen das firmeninterne Elterngeld auf den kununu Score von Hewlett Packard hat. Aktuell liegt er leider noch unter Branchendurchschnitt bei 3,28 Sternen. Die Mitarbeiter kritisieren hier vor allem ihre Weiterbildungsmöglichkeiten und das Gehalt. Nach der Ansicht dieses Mitarbeiters fällt Weiterbildung aktuell der Kosteneinsparung zum Opfer. Das Gehalt ist im Sales-Bereich mehrheitlich provisionsabhängig und kann deshalb mehr oder weniger groß ausfallen. Dafür sieht es in der kununu Bewertungskategorie Kollegenzusammenhalt schon sehr gut aus: „Jeder hilft jedem und zusammen sind wir stark“. Diese Hilfe und Unterstützung gibt es jetzt eben auch speziell für Eltern.

Der erste Absteiger: Austrian Airlines


„Ein Unternehmen, das von seiner Staatsvergangenheit nicht sehr leicht loskommt.“ – kununu Mitarbeiterbewertung bei Austrian Airlines


Bitte sofort anschnallen, denn es werden heftige Turbulenzen auftreten – Ausgang unbekannt! Diese Ansage könnten die rund 7.000 Austrian-Airlines-Mitarbeiter nicht aus dem Cockpit, sondern so ähnlich von ihrem Geschäftsführer Alexis von Hoensbroech bekommen haben. Nachdem in den letzten Jahren 1.200 Stellen neu geschaffen wurden, sollen 500 davon so bald wie möglich wieder abgebaut werden. Nicht, weil die Mitarbeiter keine gute Leistung erbringen würden, sondern wegen der immensen Sparpläne der österreichischen Fluglinie. Im Jahr 2020 sollen nämlich insgesamt mindestens 100 Millionen Euro eingespart werden, wobei 50 Millionen Euro allein durch die potentiell anstehenden Kündigungen wegfallen sollen.

Die Kündigungswelle löst unter vielen Mitarbeitern Angst aus, was auch kununu Bewertungen deutlich zeigen. So sagt ein Verwaltungsangestellter: „Auf den ersten Blick ein gutes Unternehmen, aber unfähig sich selbst zu transformieren“. Unter den Vorgesetzten gäbe es zwar viele fachliche Experten, aber wenige wirkliche Führungskräfte. Das würde laut diesem Mitarbeiter aber sogar vom Unternehmen gefördert. Allgemein gesehen wäre der Wunsch der AUA-Angestellten, dass mehr Mitarbeiter eingestellt werden, um die Work-Life-Balance zu fördern. Tja, das wird beim kununu Absteiger vermutlich in nächster Zeit nicht passieren. Momentan hat das aber noch nicht so viel Einfluss auf den kununu Gesamtscore von Austrian Airlines. Dieser liegt bei 3,48 Sternen, was im Vergleich zur restlichen Branche Verkehr / Transport / Logistik (3,13 Sterne) überdurchschnittlich ist.

Der zweite Absteiger: Enercon


„Manches okay, vieles unzumutbar.“ – kununu Mitarbeiterbewertung bei Enercon


Einen überdurchschnittlichen kununu Score kann der Windkraftanlagenhersteller Enercon längst nicht mehr vorweisen. Mitarbeiter und Bewerber vergeben durchschnittlich nur 2,89 Sterne für Enercon. Aber ist das der einzige Grund dafür, warum wir das Unternehmen als Absteiger des Monats November ausgewählt haben? Natürlich nicht. Leider macht der rote Sparstift nämlich auch bei Enercon nicht Halt und ganze 3.000 Stellen stehen in Deutschland auf der Kippe. Allein in Sachsen-Anhalt soll bald die Hälfte davon abgebaut werden. Im Gegensatz zu Austrian Airlines hat die Geschäftsführung bereits offiziell bestätigt, dass es zu den Kündigungen ab Frühjahr 2020 kommen wird. Obwohl in Deutschland das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spielt, müsse Enercon seine Produktion nämlich aus finanziellen Gründen ins Ausland auslagern.

Diese niederschmetternde Neuigkeit hat dieser Mitarbeiter laut seiner kununu Bewertung wohl erst aus der Presse erfahren. Transparenz würde im Unternehmen eher nicht herrschen. Nach bereits erfolgten Entlassungen leide auch das Image in der Öffentlichkeit stark. Dabei könnte Mitarbeiterzufriedenheit doch so leicht sein! Als dieser Mitarbeiter anfing, waren die Strukturen scheinbar noch sehr gut und offen gestaltet. Erst mit der Zeit folgte der Abstieg – unter anderem, weil die Vorgesetzten die Kritik ihrer Mitarbeiter nicht an die Geschäftsführung von Enercon weitertragen würden.