Sexismus im Job

Die besten Konter für sexistische Sprüche im Job

„Na Schätzchen, wie geht es uns denn heute?“ – wieder einmal begrüßt dich dein Kollege in der neuen Woche mit diesem zugegebenermaßen saudummen Spruch. In diesen zwei Sekunden fällt dir aber absolut kein cooler Konter ein. Geht uns allen so. Wir erklären dir im Artikel deshalb nicht nur, was Sexismus eigentlich ist, sondern haben dir auch die besten Antworten für die Sprücheklopfer aufgelistet. Übrigens: Sexismus betrifft keineswegs nur Frauen. Das haben wir in unserem Artikel natürlich beachtet.

Sexismus – nur eine leere Worthülse?

Bevor wir mit den harten Kontern beginnen, sollten wir uns die Definition von Sexismus etwas genauer ansehen. Ganz allgemein könnte man sagen, dass unter Sexismus jegliche bewusste oder unbewusste Diskriminierung aufgrund des Geschlechts fällt. Sexismus, den gibt es in der heutigen Zeit doch gar nicht mehr. Das hört man jedenfalls häufig gerade von jenen, die selbst aktiv sexistisch handeln. Auch viele unserer kununu-User berichten in ihren Bewertungen von Sexismus. Sie sprechen von Sexismus und Vetternwirtschaft in ihren Unternehmen, von sexistischen Kommentaren gegenüber Frauen oder von bevorzugten Mitarbeitern aufgrund ihres Aussehens. Ein kununu User geht sogar so weit und sagt, dass er aufgrund seines Geschlechts einen Job nicht bekommen hat.

Es ist allerdings so, dass man mittlerweile zwischen zwei verschiedenen Arten des Sexismus unterscheiden muss:

  • offener Sexismus
  • indirekter Sexismus

Offener Sexismus ist in manchen Ländern bereits per Gesetz verboten. Das heißt, dass dich dort niemand aufgrund deines Geschlechts diskriminieren darf. Ein Beispiel für offenen Sexismus wäre: „Dich hat der Chef doch nur eingestellt, weil du große Brüste hast.“ Leider ist es dabei aber auch heute noch schwer, den Tätern zu beweisen, dass sie offen diskriminiert haben. Oft steht Aussage gegen Aussage und man argumentiert damit, dass alles doch ganz anders gemeint war.

Beim indirekten Sexismus kann man sich sogar noch leichter herausreden. Schließlich wird hier vor allem abgestritten, dass Menschen überhaupt noch wegen ihres Geschlechts benachteiligt werden. Ein Beispiel: „Ihr Schwulen und Lesben habt doch schon dieselben Rechte wie wir. Was wollt ihr jetzt auch noch heiraten dürfen?“

Nachdem du jetzt einen Überblick über verschiedene Diskriminierungsformen bekommen hast, geht es jetzt richtig los. Wie kann man den Übeltätern den Spaß an ihren dummen Sprüchen im Job vermiesen? Nach welcher Antwort verstummen sie hoffentlich für immer?

„Lächle doch mal!“

…mit Fähigkeiten kannst du ja nicht punkten. Diesen Spruch durften sich in den Unternehmen dieser Welt vermutlich schon ein Großteil der Mitarbeiter anhören. Du musst also den Kontext herstellen. Ein nett gemeintes „Lächle doch mal“ vom Kollege, weil er dich aufmuntern will, ist und bleibt natürlich völlig okay. Nicht der Situation angemessen ist das aber, wenn von dir 24/7 erwartet wird, dass du vor Glückseligkeit strahlst. Weil du eine Frau bist. Weil du ein Mann bist und dich zusammenreißen musst. Warum auch immer, eigentlich ist das ganz egal. Sobald du dich angegriffen fühlst, solltest du das deinem Gegenüber deutlich machen. Manchmal reicht nämlich schon ein simples, aber bestimmtes „Lass das“, um den Kollegen oder die Kollegin, den Chef oder die Chefin in die Schranken zu weisen. Die anderen brauchen eher ein Brett vor dem Kopf? Wie wäre es dann mit: „Da hast du eigentlich Recht. Wenn ich dein Gesicht sehe, dann kann ich nur noch lachen.“

„Kochst du noch Kaffee? Das kannst du als Frau ja am besten!“

Wow. Dass einem bei so einem tollen Schenkelklopfer die erstmal Spucke wegbleibt, ist wohl verständlich. Besonders, wenn so etwas nicht das erste Mal zu dir gesagt wurde. Je nach deiner Position kannst du jetzt auf verschiedene Retourkutschen zurückgreifen. Du stehst in der Unternehmenshierarchie über dem Kollegen oder der Kollegin? Das hat er oder sie scheinbar vergessen: „Ich glaube, dass ich als Ihre Vorgesetzte im Meeting gerade dringender gebraucht werde. Übernehmen das doch Sie. Ich hätte übrigens gerne einen Cappuccino, danke.“ Es schadet übrigens keineswegs, wenn du einmal mit dem Gang zum Chef drohst. Der Witzbold ist dein Chef oder deine Chefin? Unser Beileid. Auch ihn oder sie kannst du aber schnell in die Schranken weisen: „Ohje, als Frau kann ich mit so viel Technik bei der Kaffeemaschine doch gar nicht umgehen. Tut mir leid, ich bin raus.“ Wenn die Diskriminierung öfter vorkommt, solltest du über das Führen eines Sexismus-Tagebuchs nachdenken. Hier trägst du dann Datum und Uhrzeit des Vorfalls ein und kannst notfalls genau beweisen, was wann passiert ist. Ein Unternehmenswechsel ist auch eine Option für dich? Es geht nämlich auch anders. Bei der Türk & Karre Rechtsanwaltskanzlei freut sich eine Mitarbeiterin in ihrer kununu Bewertung: „Ich würde meiner Chefin am liebsten jeden Tag Kaffee kochen, aber der männliche Kanzleipartner erledigt das jeden Tag für mich und die Chefin.“ Klingt doch toll!

„Wieso wurde so etwas wie du bei uns überhaupt eingestellt? Auf welches Klo gehst du überhaupt?“

Eine solche Aussage einem Transgender gegenüber fällt eindeutig schon unter offenen Sexismus. Vorweg: Du brauchst hier nicht kontern, sondern darfst und sollst direkt zu deinem Vorgesetzten gehen und dich beschweren. Alternativ kannst du dich bei einem Gleichberechtigungsbeauftragten oder bei Institutionen wie beispielsweise der österreichischen Arbeiterkammer über die weitere Vorgehensweise informieren. Auch eine Anzeige bei der Polizei ist möglich. Such dir dafür am besten Zeugen des Vorfalls – Kollegen, Chefs oder sonstige Anwesende – und bitte sie darum, dir bei deiner Aussage zur Seite zu stehen. Dazu wären sie gesetzlich sogar verpflichtet. Diesen Weg willst du nicht (gleich) gehen? Was hältst du von: „Ich bin schon heute mehr Mann/mehr Frau als du es jemals sein könntest.“ Oder du versuchst es auf eine ganz andere Art und Weise: „Ich verstehe dich. Vielleicht können wir heute gemeinsam zu Mittag essen und ich erkläre dir meine Situation. Du darfst mir gerne alle deine Fragen stellen.“ Das nimmt dem Kollegen oder dem Chef nicht nur den Wind aus den Segeln, sondern macht dich in dieser Auseinandersetzung zum Stärkeren. Immer mehr Unternehmen haben die Problematik dieses Themas erkannt und gehen schon als positives Beispiel voran. Die SAP SE schreibt sich Gleichberechtigung als Priorität auf die Fahne, bei Le Meredien Vienna zählt man als Mensch – egal, ob schwul oder hetero, ob Mann oder Frau. In diesem Artikel kannst du noch mehr über LGBTIQ im Arbeitsleben lesen.

„Bück dich doch mal und heb das auf! Das magst du doch!“

Der anderen Person ist etwas auf den Boden gefallen, du sollst es aber aufheben. Wie man auf so etwas kommt? Man weiß es nicht. Sicher weiß man aber, dass du solch blödes Gelaber nicht einfach so stehen lassen kannst. Wir schlagen dir diesen Spruch vor: „Ich bin so froh, dass du niemals auf plumpe Anmachen zurückgreifen würdest. Das macht mein Arbeitsleben so viel einfacher.“ Oder: „Ohjemine, hast du dir bei meinem Anblick gleich einen Hexenschuss zugezogen?“ Und dann gehst du. Das Blatt Papier bleibt weiter auf dem Boden, du hast es ja schließlich nicht dorthin geworfen. Genauso wie in der beschriebenen Situation erlebte es auch schon ein kununu User: „Der Teamleiter sieht, dass in der Damenabteilung viel am Boden liegt. Eine Kollegin soll sofort alles aufräumen. Die Herrschaften könnten sich auch selber bücken, wenn sie es sehen.

 

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