Der Bachelor oder die Omi? – Welcher Bewerbertyp bist du?

Abgesehen von Kandidaten, die mit einem lauthals preisgegebenen Witz in das Bewerbungsgespräch starten, und denen, wo man Angst haben muss, dass der Angstschweiß gleich eine kleine Pfütze am Boden bildet, hat es wohl schon so manches Unikum im Bewerberuniversum gegeben. Zum einen die, die Personaler lieben, zum anderen die, die zumindest für einen guten Lacher sorgen, wenn der Interviewer das Gespräch in der Kaffeeküche rekonstruiert. Damit ihr auch abseits der Kaffeemaschine etwas zu lachen habt, haben wir für euch heute die zehn lustigsten Bewerbertypen gesammelt. Ist dein Charakter auch dabei?

1. Die Omi

Kaum betritt sie den Besprechungsraum für ihr Bewerbungsgespräch, rockt sie die Bühne. Da ein liebevolles Lächeln, hier ein gutmütiges Schulterklopfen für den jungen Hupfer namens Personalchef und in der Zwischenzeit wird noch eine große Portion an Lebensweisheiten aufgetischt. Das gute an diesem Bewerbertyp? Ist sie erstmal in deinem Team, wirst du bei der rüstigen Dame nicht nur immer ein offenes Ohr finden, sondern auch eine fixe Anlaufstelle für Butterbrot und Kuchen – Enkeltratsch inklusive.

2. Der Kumpel

„Yo, Brudi, was geht?“ – Vorstellungsgespräch, Mann. Am liebsten würde Bewerbertyp Nummer zwei ja sein Bewerbungsgespräch bei einer gemütlichen Zigarette im Hof führen und anschließend mit dem Personaler auf eine Weinschorle gehen, doch leider stehen die meisten HR-Experten doch ein bisschen auf Autorität. Schafft er es dennoch zu überzeugen, kannst du dich auf eine entspannte Arbeitsatmosphäre einstellen. Doch sei gewarnt: Unterschätze den Kumpel-Typ nicht! Er kann es genauso faustdick hinter den Ohren haben und manchmal einen kleinen Beweis deiner Freundschaft brauchen, um in Zukunft auch weiter dein Lieblingspartner beim Pferdestehlen zu sein.

3. Der Bachelor

Er ist jung und will die Welt erobern. Noch mit dem Selbstbewusstsein eines Jahrgangsbesten ausgestattet, kämpft der frische Absolvent mit riesigem Ehrgeiz um jeden Job. Was er noch nicht weiß? Dass Ferialpraktika am Badesee nicht unbedingt eine relevante Berufserfahrung für einen Managerposten sind. Was er glaubt? Dass alle nur darauf gewartet haben, dass er endlich als Naturtalent in den steilen Karrierehimmel aufsteigt. Na gut, lassen wir ihn einmal in dem Glauben – vielleicht wird es ja wirklich noch etwas.

4. Mrs. Sunshine

Auf die Tür und lass die Sonne rein! Kandidat Nummer vier zeichnet sich durch ein Lächeln aus, das jedem Pferdegrinser Konkurrenz macht, durch eine Nicht-Nörgeln-Politik, an die man sich höchstens aus Zeiten von Hippies und Co. erinnern kann und durch die Fähigkeit, sogar gemeine Bewerbungsfragen mit einer herzlichen Antwort zu parieren. Warum man Mrs. Sunshine einstellen sollte? Jedes Team braucht eine gute Seele, von der man das Gefühl hat, dass wenn sie durch die Bürogänge wandelt, ein bisschen Feenstaub verbreitet wird.

5. Der Superheld

„Mann, bin ich gut!“ – oder in seinen Gedankengängen formuliert: „Ich bin einfach der Geilste!“. Ob zu der Erkenntnis auch Personaler schon nach einem kurzen Gespräch kommen, ist fraglich, doch unser Superheld ist felsenfest davon überzeugt, dass er Berge versetzten kann. Falls er demnächst in euer Team aufgenommen wird, kannst du dich schon einmal darauf einstellen, dass ab jetzt euer neuer Grundsatz „Ja, Amen.“ ist. Ja-Sagen, wenn er von seinen Leistungen schwärmt, mit Amen anerkennen, dass er der Beste ist und sich danach der Superhelden-Diktatur unterwerfen.

6. Der Atemlose

Kandidat Nummer sechs hat sich auf sein Vorstellungsgespräch besser vorbereitet als Usain Bolt auf die olympischen Spiele. Er ist mehr als nur bereit für das große Rennen um den Traumjob, denn man kann sich sicher sein, dass er auf jede Frage eine Antwort parat hat. Eines hat er dabei jedoch nicht bedacht: Wenn er ununterbrochen redet, geht im irgendwann die Luft aus. Deswegen hechelt er jetzt seinen Lebenslauf herunter, verhaspelt sich und vergisst dabei Punkt und Komma. Tja, lieber Herr Atemlos, neben Personalerratschlägen hättest du dir vielleicht auch Tipps holen sollen, wie man am besten wieder Energie auftankt.

7. Der Womanizer

Flirten im Bewerbungsgespräch ist tabu. Absolut tabu. Manche tuen es aber dennoch, wie unser Bewerbertyp Nummer sieben. Man kann wohl bereits erraten, dass man auf die Frage, ob er auch einmal länger arbeiten kann, Antworten wie „Ich kann immer. Und wenn ich diesen Job bekomme, sogar wann und wo immer sie wollen“ bekommt. Dass derartige Aussagen neben schlechten Flirtqualitäten wenig bezeugen, ist klar. Da kann man nur mehr hoffen, dass das der Personalchef ähnlich sieht.

8. Der Oscarverdächtige

Mit einem stoisch-ruhigen Lächeln im Gesicht betritt das Nachwuchsschauspieltalent das Firmengelände. Wieso? Weil er sich bereits stundenlang auf den großen Moment vorbereitet hat, in dem der Vorhang fällt, ihm das Scheinwerferlicht ins Gesicht strahlt und er mit seiner perfekt auswendig gelernten Rolle als idealer Bewerber brilliert. Doch leider stehen die Chancen dennoch schlecht den kleinen goldenen Mann abzuräumen. Mitarbeiter und Co. wollen nämlich einen authentischen Kollegen, der auch einmal spontan eine Antwort findet. Schade um das Drehbuch!

9. Das Fähnlein

Es ist süß, es ist schüchtern und es treibt immer im Strom – das Fähnlein. Wenn es darum geht, klare Antworten und Statements zu erhalten, scheint bei Bewerber Nummer neun eine Fehlanzeige auf. Erklärst du ihm, dass du an Einhörner glaubst, wird es das Fähnlein wohl auch tun. Bist du jedoch ein Einhorn-Atheist, wird es plötzlich auch seinen Glauben verlieren. Mit einem Wort: Es kann keine Entscheidung treffen. Deswegen liebe Fähnlein, Finger weg von Managerpositionen, aber nichts wie hin zu Unternehmen, die einen Harmoniepol für ihr Team suchen.

10. Der Partytiger

Schon klar, das eine oder andere Feierabendbierchen gehört dazu. Hat sich ein Partytiger erst einmal in seinem Bewerbungsgespräch behauptet, kannst du dir auch sicher sein, dass es nie zu kurz kommen wird. Denn neben chronischen Kopfschmerzen, Vorlieben für Gleitzeit und ständigem Schlafentzug, zählt für Bewerbertyp Nummer zehn vor allem eines zum Alltag: Abhängen mit seiner Partycrew. Also auf die Partyhüte, an die festliche Sause und nichts wie rein in das Teambuildingevent!