Dein Chef benimmt sich wie dein Vater?! 3 Vorbehalte, die du überwinden solltest

Wenn der Chef in die Elternrolle verfällt und der Mitarbeiter in die eines Kindes, dann stimmt das Gleichgewicht zwischen den Fronten nicht. Warum dieses Gefälle überhaupt entsteht und was du meiden solltest, um dich nicht in die Kinderrolle zu manövrieren – wir klären auf.

Ob es uns gefällt oder nicht: Wir sind ein Leben lang Autoritätspersonen mehr oder weniger ausgeliefert. Von den Eltern, der Kindergartenerzieherin, den Lehrern bis hin zum Vorgesetzten. „Der Glaubenssatz, ‚mein Chef kann alles mit mir machen’, hat sich bei vielen Menschen eingraviert“, so Karriereberaterin Anja Faras beim Online-Portal Businessinsider. [1] Diese Einstellung sei der Hauptgrund dafür, dass man sich unbewusst in eine regelrechte Eltern-Kind-Rolle hineinversetzt. Wenn ein Vorgesetzter dem Angestellten jede Möglichkeit nimmt sich einzubringen, macht er ihn dadurch klein. Doch warum schweigen so viele? Der Hauptgrund: die Angst gefeuert zu werden.

Selbstvertrauen ist gefragt

Lass dir deine Erwachsenenrolle nicht nehmen und kämpfe für dein Mitspracherecht. Die richtige Herangehensweise? Schnell mal im Aufzug zwischen Tür und Angel eine Frage stellen? Faras Empfehlung: die Führungskraft auf Augenhöhe ansprechen und NICHT um ein Gespräch bitten. Der Expertenrat: „Wenn man ‚um ein Gespräch bittet‘, macht man sich dadurch schon wieder selbst klein und geht in die Kinderrolle. Man sollte stattdessen selbstbewusst fragen, ob die Führungskraft eine halbe Stunde Zeit hat, weil man ein Anliegen hat.“ [2] Selbstvertrauen ist gefragt!

Im Gespräch haben Trotz, Wut oder Beleidigt sein nichts verloren. Es bringt nichts den Vorgesetzten anzugreifen. Lieber auf Nummer Sicher gehen. Faras empfiehlt, den Gesprächspartner darauf hinzuweisen, was vorgefallen ist und es sich von im bestätigen zu lassen. Ganz nach dem Motto: Doppelt hält besser. Anschließend solle man sagen, was man sich für die Zukunft wünscht. Sprich von deiner eigenen Wahrnehmung und erkläre, wie du dich fühlst. Unterstellungen und Verallgemeinerungen sind hier definitiv fehl am Platz.

Du bist doch kein Kind: Also verhalte dich auch nicht so!

Damit du diese Eltern-Kind-Spiel zwischen Chef und dir bereinigst, solltest du diese 3 Vorbehalte überwinden.

#Ich trau mich nicht.

Wächst dir eine Aufgabe über den Kopf? Passt dir der Umgang vom Vorgesetzten nicht? Dann wirds Zeit einfach mal nein sagen. Leichter gesagt, als getan. Auch wenn ein klares, selbstbewusstes „Nein“ anfangs Kraft kostet, es zahlt sich aus. Schließlich bist du ja eine eigenständige Person und kannst deinem Chef auch so gegenüber treten. Erstmal checken, was dir gegen den Strich geht und im zweiten Schritt verbalisieren.

#Jetzt motzt er mich wieder an.

„Jetzt kriege ich sicher wieder Ärger.“ – mit dieser Einstellung geht es schnurstracks in die Kinderrolle zurück. Na herzlichen Glückwunsch aber auch!  Eins sollte dir klar sein: Du musst keineswegs alles über dich ergehen lassen. Selbst wenn du einen Fehler gemacht hast, sei dir bewusst: Du bist nicht der Abfalleimer, in dem man seinen Dreck reinwerfen kann. Üble Beschimpfungen oder ähnliches musst du dir echt nicht bieten lassen.

#Ich darf das nicht.

Und ob du darfst. Also mach dich nicht selbst klein! Steh für dich ein und äußere deine Ansichten. Stelle sicher, dass deine Argumente Hand und Fuß haben. Dass man sich in einem Unternehmen an bestimmte Spielregeln halten muss, ist kein Geheimnis. Logisch, dass du manche Sachen bestimmt nicht machen darfst. Im schlimmsten Fall: suche den Austausch mit deinem Vorgsetzen und vergewissere dich, ob eine bestimmte Entscheidung in deiner Macht steht.

 

 

Quelle:
[1] businessinsider.de
[
2] ebda.