Das wollen wir von HRlern im Bewerbungsgespräch nicht hören

Neues Jahr, neues Glück – Zeit also, ungeliebte Jobs mit Silvesterkonfetti in der Tonne verschwinden zu lassen. Damit der Bewerbungsmarathon 2020 nicht schon auf den ersten 100 Metern zur Qual wird, eine Bitte an alle Personaler: Verzichtet doch auf langweilige Fragestellungen und leere Floskeln. Ihr erwartet von Bewerbern doch auch mehr als nur abgedroschene Phrasen in Anschreiben und Vorstellungsgesprächen. Welche Sätze wir von HRler nicht mehr hören wollen – und wie du richtig reagierst, falls sie trotzdem kommen, erfährst du hier.

„Warum wollen sie gerade bei uns arbeiten?“

Die passende Antwort auf diese 08/15-Frage: Natürlich, weil es schon immer mein Traum war. Spaß beiseite, auch wenn diese Frage vielleicht irgendwo ihre Berechtigung hat ­– diese Formulierung ist abgedroschen, unkreativ und führt nur in den seltensten Fällen zu einer interessanten Antwort. Anstatt dein Totschlagargument à la „Ich wollte schon als Kind in diesem Unternehmen arbeiten“ auszupacken, versuche es lieber mit der ehrlichen Variante. Erzähle, wie du auf den Arbeitgeber aufmerksam geworden bist und welche spannenden Herausforderungen du dir durch dieses konkrete Ausschreiben erhoffst. So kannst du elegant an dieser faden Floskel-Frage vorbei tanzen.


„Würden Sie Bier für eine Grillfeier besorgen?“ – Bewertung bei Gekko it-solutions GmbH

Weitere kuriose Bewerbungsfragen, die tatsächlich so gestellt wurden, findest du hier.


„Jetzt erzählen Sie mal von Ihren größten Schwächen.“

Schon klar, dass dein Arbeitgeber wissen will, wie selbstreflektiert und kritisch du mit deinem eigenen Handeln und Können umgehst. Aber mal Hand aufs Herz: Liebe HRler, das kann man auch besser formulieren. Wir müssen in unseren Bewerbungen schließlich auch Teamgeist und Co. kreativ verpacken und Beispiele, die unsere Fähigkeiten untermauern, parat haben. Damit dir auf diese Standardfrage nicht nur die Standardantworten einfallen, betrachte sie mal aus einer anderen Perspektive: Wie willst du dich in der Firma weiterentwickeln? Was hast du in der Vergangenheit schon erfolgreich an dir verbessert? Du wirst sehen, dass es dir viel leichter fallen wird eine passende Antwort zu finden.

„Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie?“

Es gibt Fragen, bei denen ganz klar ersichtlich ist, warum sie gestellt werden. Doch hin und wieder kramen Personaler etwas zweifelhaftere Methoden aus ihrem Repertoire, um Bewerber aus der Reserve zu locken. Bei sogenannten Stressfragen ist weniger deine Antwort, als deine Reaktion ausschlaggebend. Bei Bewerbern sind diese daher nicht ohne Grund eher unbeliebt und auch wir finden, überzogene Fangfragen ohne direkten Bezug müssen in einem Bewerbungsgespräch nicht sein. Schließlich gibt es auch viele andere Wege, Kandidaten und ihre Fähigkeiten besser kennenzulernen. Solltest du dennoch mit absurde Fragestellungen konfrontiert werden, bleib ruhig, professionell und selbstbewusst – richtige oder falsche Antworten gibt es nämlich bei Fangfragen ohnehin nicht.


„Welches IKEA Möbelstück wärst du?“ – Bewertung bei IKEA Austria GmbH


„In unserer dynamischen Firmen-Family wird Work-Life-Balance großgeschrieben.“

Wenn wir solche abgedroschenen Sätze in Bewerbungsgesprächen hören, wundern wir uns manchmal, wieso wir uns selbst nicht mit auswendig gelernten Phrasen präsentieren dürfen. Nichtssagende Passagen aus Firmen-Broschüren sind nämlich nicht nur langweilig, sondern manchmal nicht mehr als heiße Luft. Kurze Übersetzung gefällig: Ein dynamisches Team? Hohe Fluktuationsrate. Firmen-Family? Kein Feierabend vor 20 Uhr, Gewissensbisse und Verantwortungsüberschuss vorprogrammiert. Damit du solche – vielleicht auch total unbegründete – Vermutungen gar nicht erst anstellen musst, hake selbst nach und frage was genau hier gemeint ist. Oder hole dir Informationen und authentische Einblicke bereits vorab bei den Bewertungen auf kununu.com.