Bürodeutsch vs. Hacklerösterreichisch – Verstehst du’s?

Du denkst dir gerade, was zur Hölle Hacklerösterreichisch sein soll? Tja, Herr Kollege, da herrscht anscheinend Nachschulungsbedarf. Aber du hast Glück: kununu ist mittlerweile ein globales Unternehmen mit Büros in Boston, Wien, Porto und Berlin. Gegründet wurde kununu aber vor über elf Jahren als Start-Up in Wien. Deswegen können wir dir auch verraten, dass man unter „hackeln“ in Österreich ganz klassisches Arbeiten versteht. Nicht gewusst? Dann raus mit den Stiften und Wörterbüchern und schön brav mitschreiben beim 1×1 des österreichischen Bürodeutsch. Wer weiß, vielleicht geht der nächste Betriebsausflug ja in das schöne Österreich?

Ungustl

Was es wirklich bedeutet:

Ungustl ist ein Begriff, der seinen Ursprung im typischen Dialekt der miesepetrigen Wiener fand. Die Bedeutung? Dementsprechend. Angefangen bei unsympathischen Kollegen, über schlecht gelaunten Chefs, bis hin zu ungezogenen Kindern, kann man alle als Ungustl bezeichnen, gegen die man eine gewisse Abneigung hat.

Was man dir damit sagen möchte:

Du gehörst nicht gerade zu den beliebtesten Kollegen im Büro (oder du bist einfach schon so beliebt, dass dich dein Team gerne mit harmlosen Schimpfwörtern neckt).

fesch

Was es wirklich bedeutet:

Was die Deutschen bestenfalls aus Sound of Music kennen, ist für Österreicher ein gängiges Kompliment. Cooles Outfit, hübsche Haare oder tolle Wohnung, kurz gesagt – fesch! Ein Allroundvokabel, das sich nicht nur auf dein Aussehen begrenzen lässt. Hast du nämlich im Büro ein richtig tolles Konzept erstellt, kann dem einen oder anderen Österreicher in deinem Team auch schon mal ein begeistertes „fesch“ über die Lippen rutschen.

Was man dir damit sagen möchte:

Wow, liabes Madl, du hast dich ja heute richtig rausgeputzt!

wurschteln

Was es wirklich bedeutet:

Da ein bisschen etwas erledigen, dort ein bisschen weiter machen, dann erst einmal wieder pausieren. Das Hauptmerkmal eines typischen „Wurschtel-Kandidaten“? Ein Konzept gibt es nicht. Er wurschtelt sich lieber von einer Sache in die nächste und guckt einmal, was am Ende das Ergebnis davon ist.

Was man dir damit sagen möchte:

Lieber Chaot, leg dir doch bitte mal ein bisschen mehr Ordnung zu.

wuzzeln

Was es wirklich bedeutet:

Dein Büro zählt zu einer jener Hipsterhochburgen, in denen es Drehfußballtische, Tischtennisplatten und Flipper gibt? Nicer Scheiß! Ganz schnell verlierst du allerdings deine Coolheit wenn du das Wort kickern in den Mund nimmst. Schließlich sagt man dazu wuzzeln in Österreich. Egal ob Birkenstockträger, Streberbrillenbesitzer oder Mister Gadget.

Was man dir damit sagen möchte:

Komm Brudi, lass uns eine Runde Drehfußball spielen.

no na net

Was es wirklich bedeutet:

„No na net“ ist wohl eine der beliebtesten Phrasen der österreichischen Sprache. Entweder dein Gegenüber meint damit, dass deine Aussage gerade absolut irrelevant war und ohnehin auf der Hand lag. Oder dein Gesprächspartner ist einfach nicht daran interessiert, sich noch weiteres Gejammer anzuhören, das aus deinem Mund kommt.

Was man dir damit sagen möchte:

Stopp it! Hör auf zu reden und such dir ein neues Quassel-Opfer.

Häferl

Was es wirklich bedeutet:

Damit du dich nicht gleich komplett zum Affen machst, wenn du dir deinen ersten Frühstückskaffee in einer österreichischen Büroküche herunterlässt, verraten wir dir ein absolutes Must-Know: Es heißt nicht Becher. Auch nicht Tasse. Sondern Häferl. Und bevor du in das nächste Fettnäpfchen trittst, verraten wir dir gleich noch etwas: Wage es ja nicht Kaffee als Plörre zu bezeichnen. Deutscher geht es wohl kaum!

Was man dir damit sagen möchte:

Variante 1: Bring mir bitte auch noch einen Kaffee mit.

Variante 2: Befrei doch endlich mal deinen Schreibtisch von den ganzen Kaffeerelikten.

raunzen

Was es wirklich bedeutet:

Das nächste Vokabel, das unabdingbar im Hacklerösterreichisch am Montag Morgen ist – raunzen. Wenn du dir mal den ganzen Frust von der Seele redest, dich selbst ohne Ende bemitleidest und über dein furchtbares Leben jammerst, raunzt du. Und zwar gewaltig. Verwendest du auch noch das richtige Wort, könnte man dich schon beinahe als Wiener durchgehen lassen.

Was man dir damit sagen möchte:

Hey Mister Mitleid, hör auf zu jammern und kümmer dich stattdessen lieber um deine Arbeit.

Zettel

Was es wirklich bedeutet:

Dein Sitznachbar nervt dich die ganze Zeit mit so einem komischen Wort? Er will einen Zettel von dir haben? Keine Panik am Büroschiff, er ist noch nicht zu den Außerirdischen übergelaufen! Im Normalfall möchte er nämlich lediglich ein Blatt Papier, einen Notizblock oder ein PostIt von dir haben.

Was man dir damit sagen möchte:

Reich doch mal ein Blatt rüber, auf dem ich meine genialen Gehirngänge verschriftlichen kann.

grantig

Was es wirklich bedeutet:

Gemeint ist damit ein Kollege der ganz speziellen Sorte und deswegen raten wir dir – Finger weg! „Grantig“ ist nicht nur ein Eigenschaftswort das charakteristisch für halb Wien ist, sondern beschreibt alle Menschen mit extrem mieser Laune. Dauert sie nur einen Tag an, ist dein lieber Mitmensch einfach nur grantig. Artet es zu einer chronischen Miesepetrigkeit aus, kannst du ihn bereits zur Spezies der „Grantler“ zählen.

Was man dir damit sagen möchte:

Beiß mal in ’ne Zitrone und mach Limonade aus deinem Leben!

Wunderwuzzi

Was es wirklich bedeutet:

Klingt das nicht niedlich? Eher wenig niedlich hingegen sind die Leistungen eines Wunderwuzzis, die sind nämlich vielmehr monströs. Das österreichische Pendant zu Superheld oder Powerfrau kann nämlich einfach alles. Wo andere bereits aufgeben, zuckt das Wunderwuzzi zum ersten Mal mit der Wimper. Wo andere überfordert sind, legt das Wunderwuzzi erst richtig los. Wo für andere einfach nur ein undurchschaubares Chaos herrscht, winkt für das Wunderwuzzi Lernpotenzial. Wer in die Kategorie fallen würde? Mozart zum Beispiel.

Was man dir damit sagen möchte:

Ey Mann, du hast es ja richtig drauf! Gratuliere!