Blick in die Zukunft: Die Stellenanzeige 2020 und was das für dich bedeutet.

Wie bist du auf deinen Job aufmerksam geworden? Wahrscheinlich wie die meisten Bewerber: über eine klassische Stellenanzeige. Doch oftmals sind diese nur oberflächlich, vage und so langweilig formuliert, dass man lieber weglaufen würde. Gä-ä-ä-hn. Wir haben im Rahmen der Zukunft Personal 2017 in Köln bei einer Podiumsdiskussion gelauscht und die wichtigsten Erkenntnisse der Experten für euch zusammengetragen: Wie sieht sie aus, die Stellenanzeige 2020?

Mehr Liebe bei der Stellenanzeige

So viele Stellen wie selten zuvor: Alleine auf dem deutschen Arbeitsmarkt gab es im 2.Quartal 2017 über 1 Million offene Stellen. [1] Beste Aussichten für gut ausgebildete Jobsucher. Um am Stellenmarkt interessant zu wirken, müssen Unternehmen im sogenannten „War for talents“ ihre Schaufenster verbessern, um Leute wie dich zu erreichen. Und das beginnt schon beim Stelleninserat, dem Aushängeschild jeder Firma. Dr. Wolfgang Achilles, Geschäftsführer von Jobware Online-Service GmbH, vertritt die Meinung, dass man sich bei der Stellenanzeigen-Gestaltung unbedingt in die Zielgruppe hineinversetzen muss. Die Stellenanzeige als Attraktion: Das fängt beim Titel an und zieht sich bis in die Jobbeschreibungen. Sein Plädoyer: Mehr Liebe bei der Stellenanzeige.

Denn warum solltest du dich überhaupt bewerben, wenn der erste Eindruck nicht stimmt? Auch im Stelleninserat muss klar werden, was dich an deinem ersten Arbeitstag wirklich erwartet. Weg von hübschen Büro-Bildern, die so niemals anzutreffen sind. Die Enttäuschung ist groß, wenn die Realität anders aussieht als erwartet. Im Umkehrschluss bedeutet das für dich: deine Bewerbungsunterlagen individualisieren. Neben den Hard Skills spielen vor allem Soft Skills eine große Rolle, die am Ende den Unterschied machen. Für beide Seiten hat es nämlich den Vorteil über weiche Faktoren herauszufinden, ob man zueinander passt. Übrigens: Hier erfährst du, wie du beim Bewerbungsgespräch den Cultural Fit testen kannst. 

Stellenanzeige muss frischer werden

Wer bewirbt sich im Jahr 2020? „Ca. 80% der Bewerber kommen aus der Generation Y“, sagt Marco Kainhuber von German personnel. Also muss auf die Bedürfnisse und Wünsche dieser Zielgruppe eingegangen werden. Kainhubers Vorschlag: Personaler müssen im Kampf um junge Nachwuchs-Talente Mut haben „das Sakko abzulegen und frecher zu werden“. Und das muss auch schon bei der Stellenanzeige beginnen.

Keine Langweilige mehr in der Stellenanzeige? Ja zu mehr Kreativität und Ausgefallenheit! Lass dir was einfallen. Absolutes No-Go: ein und dieselbe 08/15 Bewerbung an x-beliebige Unternehmen schicken.

Google verändert den Markt der Anzeigen

Tipp, tipp, tipp… auf der Suche nach einem neuen Job verbringt man enorm viel Zeit damit, die einzelnen Online-Stellenmärkte zu durchforsten. Doch oftmals ist Google der Startpunkt der Jobsuche. Oder wo fängst du an? Wahrscheinlich auch beim Suchschlitz von Google. Mit der „Cloud Jobs API – Job search and discovery powered by machine learning“ verbessert Google nun das sogenannte „Matching“ (die Relevanz der Suchergebnisse) und verspricht eine bessere Jobsuche. [2]

Und wenn die passende Stellenanzeige gefunden ist: Check auf kununu.com, was andere Mitarbeiter oder Bewerber zum Unternehmen sagen. Stimmt das Fremd- und Selbstbild überein? Mit wenigen Klicks kannst du dir selbst ein Bild davon machen, wie zufrieden die Mitarbeiter in einem Unternehmen sind und wie sie die Atmosphäre, das Gehalt und die Unternehmenskultur beurteilen. Und wie Arbeitgeber mit Feedback umgehen.

Keine revolutionäre Veränderung in Sicht

Um zu prognostizieren, was in den nächsten 3 Jahren passieren wird, muss man sich laut Tim Verhoeven von Bearing Point, die letzten 3 Jahre anschauen. Das Fazit: So viel hat sich in puncto Stellenanzeige nicht verändert. Seine Vermutung: So viel wird sich in den nächsten drei Jahren wahrscheinlich auch nicht ändern. Denn im Jahr 2020 wird es wohl keine bahnbrechende Veränderung bezüglich Stelleninseraten geben. Eine digitale Selbsterneuerung bleibt abzuwarten.

Es bleibt nur zu hoffen, dass individualisiertere Kampagnen und Stellenanzeigen an die Tagesordnung rücken. Denn die 20 Qualifikationsniveaus, die man in jeder zweiten Stellenanzeigen liest, interessieren nun wirklich keinen, oder? Also keine Angst! Du musst dich noch nicht um dein Bewerbungs-Hologramm kümmern…

Quellen:
[1] iab.de
[2] personalblogger.net

 

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