Bist du zu gut für deinen Job? Diese Fragen solltest du dir stellen

Eigentlich wissen wir es ja längst alle: Wir sind zu gut für unseren Job. Aber jetzt im Ernst, du solltest dich im Job nicht zu billig verkaufen. Wir haben dir deshalb Fragen zusammengestellt, die du dir schleunigst stellen solltest, wenn du dich für überqualifiziert hältst.

Fühle ich mich unterfordert?

Überqualifizierung im Job lässt sich am ehesten am Stichwort Langeweile erkennen. Fade Tage gibt es immer. Sorgen machen solltest du dir, sobald die Langeweile zum ewigen und ständigen Begleiter im Arbeitsleben wird. Du erledigst alle Aufgaben mit links und musst schon Videos auf Youtube schauen, damit du wenigstens annähernd beschäftigt bist. Vor einiger Zeit bist du noch stündlich zum Chef gerannt, um mehr Aufträge von ihm zu bekommen. Nachdem der aber irgendwann eher genervt von dir war, hast du das sein gelassen. Übrigens: Schon mal darüber nachgedacht, dich innerhalb des Unternehmens auf eine höhere Position zu bewerben? Das ist natürlich leider nicht in jeder Firma möglich, aber immer eine Nachfrage wert.

Bin ich eher Einzelgänger oder Teamplayer?

Früher war Teamarbeit für dich eigentlich immer eine tolle Abwechslung im zähen Arbeitsalltag. Heute nerven dich deine Kollegen extrem, weil sie für jede Tätigkeit 100 Mal länger brauchen als du. Sie jammern den ganzen Tag über zu viel Stress und fragen dich, wieso du mit allem so schnell fertig bist. Das ist wohl der Grund, wieso du langsam, aber sicher zum Einzelgänger wirst. Wieso auch mit dem Team arbeiten, wenn dich alle nur runterziehen und von deiner eigentlichen Arbeit abhalten? Das könnte schon das zweite Anzeichen für deine Überqualifikation sein.

 

Verdiene ich zu wenig für meine Leistung?

Jaja, auch das haben wir uns alle schon gedacht. Wir verdienen viel zu wenig und leisten viel zu viel. Helfen kann ein realistischer Blick auf die Sache. Natürlich kann es sein, dass du zu wenig verdienst, wenn du eigentlich den ganzen Laden schmeißt und dein Chef in seinem Bürosessel nur auf der faulen Haut liegt. Die schwierigen Aufgaben werden immer dir zugeteilt. Bevor du einen Job annimmst, gilt deshalb: Stellenanzeigen genau lesen. Die meisten Tätigkeitsprofile sind schon ziemlich gut ausformuliert und beschreiben den wahren Job recht gut. Für die besonders kryptischen Formulierungen haben wir dir hier einen Guide zur Entschlüsselung zusammengestellt. Oft ist es aber so, dass beim Beginn eines neuen Jobs alles super passt. Nach den Tagen, Monaten und Jahren ändert sich aber alles und die Entlohnung dafür ist einfach nicht mehr ausreichend. Trau dich und sprich mit deinem Chef über das Gehalt, das dir aufgrund deiner Leistung zustehen sollte. Gehalt sollte deinen Qualifikationen angemessen sein, aber die finanziellen Möglichkeiten deiner Firma auch nicht übersteigen. Dann lieber über einen Wechsel nachdenken.

Wechsle ich meine Jobs wie meine Unterhosen?

Überqualifizierte Menschen gehören häufig zu den sogenannten Job-Hoppern. Sie sind dauernd auf der Suche nach neuen Herausforderungen und möchten sich mit ihrer aktuellen Situation einfach nicht zufrieden geben. Verständlich. Du musst dich nicht mit den schlechten Bedingungen in deinem Job arrangieren. Es ist nicht aber im Gegenzug auch nicht gesagt, ob ein Jobwechsel wirklich die erhoffte Verbesserung bringt. Bereits beim Bewerbungen schreiben solltest du deshalb vor allem an dich selbst denken. In manchen Jobs passt die Kohle, aber das Skillset nicht, in anderen ist es umgekehrt. Was aber überall feststeht: Niemandem ist geholfen, wenn du einen Job annimmst, dessen Anforderungen du mit deinen Fähigkeiten um Längen übertriffst.

Bin ich noch lernwillig?

…oder kann ich meiner Meinung nach eh schon alles, was man an Qualifikation für diesen Job brauchen könnte? Weiterbildung findest du wichtig, es nutzt dir in deiner Arbeit aber nichts. Du kannst ja bisher nicht einmal dein volles Potenzial ausschöpfen und zeigen. Und irgendwie beschleicht dich das Gefühl, dass das von deinem Arbeitgeber auch gar nicht gewünscht ist. Mittlerweile schiebst du jede Tätigkeit bis zum bitteren Ende auf. Warum? Weil du es kannst. Du musst nicht mehr lernen, wie du ein absolut überzeugendes Angebot schreibst, wie du einen Scheibenwischer möglichst schnell am Auto anbringst oder wie du eine spannende Bildschirmpräsentation erstellst. Das hat dich schon bei der Einschulung unglaublich gelangweilt und nicht mehr interessiert. Diese Skills hast du schließlich schon seit der Grundschule. Ein todsicheres Anzeichen für Überqualifizierung.

Bin ich mit meiner Arbeit unglücklich?

Unsere letzte Frage ist gleichzeitig die Totschlag-Frage. Im Job unglücklich zu sein, kann definitiv auf Überqualifikation hindeuten. Besonders, wenn du nach all die vorangegangenen Fragen bereits davon überzeugt bist. Man wird nicht von heute auf morgen unglücklich, es ist ein schleichender Prozess. Das Aktenstapeln macht dir keinen Spaß mehr, die Kollegen sollen endlich den Mund halten und du willst einfach nur in den Urlaub. Möglichst für die nächsten 10 Jahre. Allerdings glauben wir, dass man jeden Job – sei er noch so langweilig, blöd und nervig – zum Traumjob machen kann. Warum, das liest du hier.