Landwirt

Bauer sucht Job: Was den Beruf Landwirt ausmacht

Der RTL-Dauerbrenner „Bauer sucht Frau“ flimmert seit mittlerweile 14 Jahren über unseren Fernseher. Verloren in bester Unterhaltung zwischen Josef und Narumol und dem ruhigen Rinderzüchter Rainer vergessen wir manchmal, dass es den Beruf Bauer nicht nur im Fernsehen gibt. Wir geben dir in diesem Artikel einen Überblick darüber, wie das Berufsbild eines – korrekt ausgedrückt – Landwirts aussieht, mit wie viel Gehalt du rechnen kannst und bei welchen Unternehmen du eigentlich arbeiten kannst.

Wie sieht das Berufsbild Landwirt aus?

Bewaffnet mit Gummistiefeln und Mistgabel – so sieht wohl die gängige Klischeevorstellung eines Landwirts aus. Die Realität sieht aber größtenteils ganz anders aus und ist manchmal sogar ziemlich technisch und modern. Das Berufslexikon des österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS) beschreibt den Aufgabenbereich eines Landwirts folgendermaßen:

„Der Aufgabenbereich von LandwirtInnen umfasst alle Tätigkeiten, die im Ackerbau, in der Wiesen-, Weide- und Almwirtschaft sowie in der Viehzucht und Viehhaltung anfallen.“

Puh, das klingt ja fast schon so als wären Landwirte Universaltalente, oder? Es geht aber noch weiter. Die deutsche Bundesagentur für Arbeit definiert die Tätigkeiten des Landwirts zusätzlich und sagt: „In der täglichen Arbeit nutzen Landwirte landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge und können diese nicht nur bedienen, sondern auch überwachen.“ Außerdem sind Landwirte nach diesem Berufsbild dafür zuständig, dass sie unter anderem Feldfrüchte, Gemüse oder Futterpflanzen aussäen, pflegen und ernten. Die Ernte muss von den Bauern konserviert und schlussendlich verkauft werden. Deshalb musst du bei einer klassischen Ausbildung zum Landwirt auch kaufmännische Fächer belegen. Was eine klassische Ausbildung zum Landwirt heißt, fragst du dich? Nach dem Ende deiner Schulpflicht kannst du entweder im eigenen oder in einem fremden Betrieb eine dreijährige duale Ausbildung zum Landwirt beginnen. Obwohl du in der Ausbildungszeit hauptsächlich praktisch arbeiten wirst, musst du regelmäßig – meistens blockweise – die Schulbank in landwirtschaftlichen Schulen drücken. Übrigens: Die Bundesagentur für Arbeit fand in einer Untersuchung heraus, dass in der Landwirtschaft die meisten Ausbildungsanfänger mit einem mittleren Schulabschluss eingestellt werden.

Großteils arbeitest du als Landwirt – wer hätte es sich gedacht – draußen. Du möchtest auch draußen arbeiten, Landwirt ist aber nicht dein Traumberuf? Dieser Artikel stellt dir noch fünf weitere Berufe vor, die du in der Natur ausüben kannst. Damit musst du dich im Berufsleben garantiert nie mehr mit Bürohengsten auseinandersetzen, sondern bist nur noch mit echten Pferden in Kontakt.

Wie viel Gehalt verdient ein Landwirt?

Ein Bauer liefert nicht nur Weizen, Dinkel oder Roggen an Bäckereien, sondern muss natürlich auch selbst seine Brötchen backen. Aber mit welchem Gehalt kannst du als Landwirt rechnen? Das kommt natürlich stark darauf an, ob du selbstständig, in der Industrie oder in einem landwirtschaftlichen Betrieb angestellt bist. Aber fangen wir erst einmal klein an!

Im ersten Ausbildungsjahr kannst du – je nach Wohnort – laut der Bundesagentur für Arbeit mit 520 bis 700 Euro rechnen. Nicht allzu rasant steigt das Gehalt im zweiten Lehrjahr. Hier gibt es zwischen 570 und 770 Euro. Das dritte Ausbildungsjahr wird finanziell etwas besser und du erhältst ungefähr 615 bis 830 Euro Monatslohn.

Sind die großen Moneten erst nach der Ausbildung verdient? Der Gehaltskompass gibt zumindest an, dass Landwirte mit einem Einstiegsgehalt von 1.400 bis 2.550 Euro rechnen können. Die gute Nachricht: Nach oben hin sind diesem Betrag kaum Grenzen gesetzt. Gerade als selbstständiger Landwirt mit eigenem Betrieb hast du deinen Lohn selbst in der Hand, kannst teilweise sehr viel mehr verdienen und die ganz großen Brötchen backen. Allerdings musst du immer bedenken, dass für einen Bauer nur selten Urlaub drin ist. Auch auf klassische Benefits wie eine betriebliche Vorsorge oder die Betriebskantine wirst du eher verzichten müssen. Aber der Hofhund und – zumindest, wenn man fantasievoll ist – Home-Office gleichen das vielleicht wieder aus.

Welche Arbeitgeber gibt es im Bereich der Landwirtschaft?

Als du diese Frage gelesen hast, hast du dir vielleicht gedacht: „Welche Arbeitgeber soll es da schon geben? Die meisten Landwirte sind doch sowieso selbstständig!“. Diesen Gedanken können wir nicht ganz von der Hand weisen. Trotzdem: Chemie-Unternehmen wie Bayer oder BASF suchen immer wieder echte Landwirte. Auch Adama ist ein großer Arbeitgeber in der Landwirtschaftsbranche, wobei du hier hauptsächlich im Vertrieb tätig wärst.

Wenn du ein bisschen out-of-the-box denkst, könnten auch Arbeitgeber wie der Maschinenring, der Landwirten Zuverdienstmöglichkeiten anbietet, oder das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft für dich interessant sein. Bedenken solltest du dabei, dass du gegebenenfalls Zusatzausbildungen benötigst.

 

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