Automobil-Branche: Dieselskandal sorgt für schlechte Stimmung

Der Abgasskandal schlug international hohe Wellen und kratzt massiv am Image deutscher Automobilhersteller. Die Entwicklung des Dieselgates und der Verdacht eines Kartells bringen den Skandal auf die politische Agenda. Wir wollten wissen, welchen Einfluss die aktuellen Entwicklungen auf das Vertrauen und die Zufriedenheit der Arbeitnehmer hat. Denn viele stellen sich die Frage: Könnte dies der Anfang vom Untergang der deutschen Schlüsselindustrie sein?

Dieselskandal erschüttert die Branche

Erstmals bekannt wurde das „Dieselgate“ im September 2015 beim Volkswagen-Konzern in Wolfsburg. Der Automobilkonzern umging mit einer Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung die Abgasrichtlinien in den USA. Nachdem der Betrug aufgedeckt worden war, startete VW eine Rückruf-Aktion und der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn trat kurz danach zurück. Weltweit sind elf Millionen Fahrzeuge der Volkswagen AG betroffen. So wie die Wolfsburger haben inzwischen auch Daimler, Porsche und Audi Rückruf-Aktionen gestartet, denn auch diese sollen jahrelang bei ihren Abgaswerte geschummelt haben.[1]

Die zehn umsatzstärksten Automobilhersteller der Welt finden sich im Ranking des amerikanischen Wirtschaftsmagazins Fortune.[2] Zwar konnte sich VW Ende letzten Jahres noch einen Vorsprung gegenüber dem japanischen Konkurrenten Toyota sichern, doch das gesunkene Vertrauen der Konsumenten wird auch in den aktuellen Umsatzzahlen sichtbar. Die Volkswagen AG verliert ihre Spitzenstellung und ist nun auf Platz 2. Welchen Einfluss haben die aktuellen Entwicklungen auf die Stimmung in der Branche? Ein Vergleich des kununu Scores vor dem Dieselgate und dem derzeitigen Stand zeigt: Auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter gerät durch die turbulenten Ereignisse ins Schleudern.

Mitarbeiter belastet die Ungewissheit

„Aktuell leidet das Unternehmen sehr unter Imageverlust. Das ist sehr schade, denn Volkswagen ist sehr viel mehr als ‚Dieselgate‘. Leider wird dies nur unzureichend und zu zurückhaltend durch Volkswagen kommuniziert.“, verrät uns ein Bewerter über die Volkswagen AG„Die mangelnde Transparenz des Vorstandes, speziell in der aktuellen Krise ‚Dieselgate‘ und ‚Kartellvorwürfe'“, wird ebenfalls von einem kununu User kritisiert. Die negativen Schlagzeilen wirken sich auch auf die Arbeitsatmosphäre und das Vertrauen der Mitarbeiter aus: „Contra: Aktuelle Ereignisse aufgrund machtgieriger Manager“. Dennoch stehen viele zu dem Unternehmen und sind „stolz für VW zu arbeiten“. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter hat innerhalb eines kurzen Zeitraums abgenommen: Der kununu Score der früher so vertrauenswürdigen Automarke, fällt von 4,06 vor dem Skandal auf 3,89. Es zeigt sich, der Vorfall bewegt die Arbeitnehmer und mit Kritik am Unternehmen wird nicht gespart.

Aber auch bei anderen Arbeitgebern der Automobilbranche macht sich langsam Unmut bemerkbar. „Durch aktuelle Themen verändert sich die Atmosphäre stetig“ – beurteilt ein Bewerter die Stimmung bei der Daimler AG. Verbesserungswürdig sieht ein weiterer kununu User die Offenheit des Automobilkonzerns und wünscht sich: „schnelle, offene Kommunikation – mehr Transparenz“.

 

Quellen:

[1] zeit.de

[2] Fortune: Global 500