Neuerungen für Angestellte
Juli 2026: Diese neuen Gesetze und Änderungen sollten alle kennen
Mehr Geld für Rentner, teureres Tanken und neue Chancen für Minijobber: Mit dem Juli treten zahlreiche Änderungen in Kraft, die den Alltag vieler Menschen beeinflussen. Manche sorgen für höhere Kosten, andere bringen finanzielle Entlastung oder neue Rechte. Das sind die wichtigsten Neuerungen, die Arbeitnehmende jetzt kennen sollten.
1. Tanken wird teurer
Der befristete Tankrabatt endete am 30. Juni. Damit steigt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel wieder, Sprit verteuert sich rechnerisch um rund 17 Cent pro Liter. Besonders Pendler ohne Alternative zum Auto spüren das direkt auf dem Weg zur Arbeit.
2. Steuererklärung: Frist und Neuerung
Wer seine Steuererklärung 2025 selbst macht, hat nur noch bis zum 31. Juli Zeit. Mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein bleibt mehr Spielraum. Neu ist außerdem der neue Service „MeinELSTER+“, der ab 1. Juli startet: Sie liefert eine vorausgefüllte Steuererklärung, vor allem für ledige, kinderlose Arbeitnehmer und Rentner mit unkomplizierter Steuersituation. So soll die Steuererklärung in einem Klick zu erledigen sein.
3. Aus Bürgergeld wird Grundsicherung
Für Millionen Menschen verschwindet ab Juli ein Begriff, den es erst seit wenigen Jahren gibt: Das Bürgergeld heißt künftig „Grundsicherungsgeld„. Die Regelsätze bleiben zunächst gleich, doch die Regeln werden spürbar strenger. Der Vermittlungsvorrang gilt wieder, das heißt, eine schnelle Job-Vermittlung geht vor längeren Qualifizierungen, besonders bei unter 30-Jährigen. Wer Termine beim Jobcenter versäumt, riskiert deutlich härtere Kürzungen, auch bei Vermögen und Wohnkosten wird künftig genauer hingeschaut.
4. Minijobber bekommen eine zweite Chance
Eine Entscheidung, die bisher endgültig war, lässt sich künftig erstmals rückgängig machen: Wer sich in seinem Minijob von der Rentenversicherungspflicht befreien ließ, kann das ab 1. Juli einmalig zurücknehmen. Wer sich für die Rückkehr entscheidet, zahlt einen Eigenanteil von derzeit 3,6 Prozent des Verdienstes, sichert sich dafür aber volle Pflichtbeitragszeiten: interessant vor allem für alle, die noch Lücken in ihrer Rentenbiografie schließen möchten.

5. Mehr Geld für Rentner und eine wichtige Nachricht für Beschäftigte
Millionen Rentner bekommen ab Juli mehr Geld, doch die Erhöhung betrifft indirekt auch alle, die heute arbeiten. Zum 1. Juli steigen die gesetzlichen Renten um 4,24 Prozent, der Rentenwert klettert von 40,79 auf 42,52 Euro pro Rentenpunkt. Für heutige Arbeitnehmer ist das mehr als eine Randnotiz: Jeder Rentenpunkt, den sie im Job sammeln, wird künftig mit diesem höheren Wert verrechnet.
6. Pflegekräfte bekommen höhere Mindestlöhne
Während viele Branchen über Fachkräftemangel klagen, steigen in der Pflege erneut die Mindestlöhne. Ab 1. Juli gilt:
- Pflegehilfskräfte: 16,52 Euro pro Stunde
- Qualifizierte Pflegehilfskräfte: 17,80 Euro pro Stunde
- Pflegefachkräfte: 21,03 Euro pro Stunde
Das entspricht einem Plus von rund 2,6 Prozent und betrifft etwa 1,3 Millionen Beschäftigte in ambulanten und stationären Einrichtungen.
7. Fliegen kann günstiger werden
Zum 1. Juli sinkt die Luftverkehrsteuer wieder auf das Niveau vor der jüngsten Erhöhung. Dadurch können Flugtickets, je nach Strecke und Airline, günstiger werden. Ob und in welchem Umfang die Entlastung bei den Reisenden ankommt, entscheiden allerdings die Fluggesellschaften selbst. Wer seinen Sommerurlaub noch nicht gebucht hat, sollte die Preise deshalb vergleichen: Einige Airlines geben die niedrigere Steuer vollständig weiter, andere nur teilweise.
Wer dann mit dem Auto verreist, trifft nicht nur auf volle Autobahnen, sondern zahlt durch den Wegfall des Tankrabatts auch mehr fürs Tanken.