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Krise der Autoindustrie

8.000 Jobs weg bei BMW: Warum es diesmal die Büromenschen trifft

Veröffentlicht:  29. Juli 2026, 16:59
2 min
Nahes Portrait eines BMW-Autos.

Rund 8.000 Stellen streicht BMW weltweit, der Großteil in Deutschland, wo gut 84.000 Menschen für den Konzern arbeiten. Für Unruhe sorgt in München aber eine andere Zahl: Etwa 40.000 Beschäftigte sollen ab Oktober ein Abfindungsangebot erhalten. Fast die halbe deutsche Belegschaft – und kaum jemand davon steht am Band.

Das Programm zielt auf Verwaltung, Forschung und Entwicklung

Betriebsrat und Management einigten sich nach sechs Wochen. Laut Deutscher Presse-Agentur läuft das freiwillige Abfindungsprogramm von Oktober 2026 bis Ende 2027 und richtet sich an alle Beschäftigten in Deutschland außerhalb der direkten Produktion: Verwaltung, Forschung, Entwicklung, Management. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen; BMW äußerte sich zunächst nicht.

BMW Werk in München.
Besonders spürbar wird das am Stammsitz München mit Zentrale und Forschungszentrum FIZ.

Der Abbau trifft gut bezahlte Kernfunktionen

Für genau diese Bürorollen bei BMW Group liefert kununu tausende Gehaltsangaben:

  • Teamleiter:in: durchschnittlich 99.000 Euro brutto im Jahr
  • IT-Projektmanager:in: 93.900 Euro
  • Entwicklungsingenieur:in: 82.600 Euro
  • Softwareentwickler:in: 76.200 Euro
  • Qualitätsmanager:in: 74.500 Euro

Ein hoch bewerteter Arbeitgeber baut um

BMW steht auf kununu weiterhin gut da: 3,94 von 5 Punkten aus 6.050 Bewertungen, 81,3 Prozent Weiterempfehlung, 4,35 beim Arbeitgeber-Image. Unter Druck gerät kein Konzern mit schlechtem Ruf. Im indirekten Bereich klingt die Stimmung trotzdem an: Ein:e Beschäftigte:r aus Logistik und Materialwirtschaft überschrieb dessen Bewertung im Juli 2026 mit „Stellenabbau, aber die Arbeit bleibt bzw. wird immer mehr mit weniger Arbeitskollegen.“

Die Beschäftigungssicherung hängt am Gewinn

Konzernchef Milan Nedeljkovic, seit dem 14. Mai im Amt, sagte laut Handelsblatt: „Mir ist bewusst, dass die nächste Zeit von uns allen viel abverlangen wird.“ Ab 2028 soll das jährlich rund eine Milliarde Euro sparen. Auch Porsche streicht bis 2035 weitere 5.000 Stellen, im Volkswagen-Konzern stehen laut Handelsblatt bis zu 50.000 zur Disposition.

Die Beschäftigungssicherung bleibt bestehen, aber nur, solange BMW einen positiven Vorsteuergewinn schreibt – und für dieses Jahr erwartet der Konzern einen deutlichen Rückgang. Wer im Oktober ein Angebot auf dem Schreibtisch findet, entscheidet nicht nur über eine Summe, sondern darüber, wie sicher dieser Schreibtisch noch ist.