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Arbeiten im Sommer

Workation 2026: Diese 7 Orte in Europa sind gerade besonders beliebt

Veröffentlicht:  20. Juli 2026, 09:26
3 min
Mann arbeitet mit Laptop auf einem Boot vor türkisblauem Meer

Während viele ihren Jahresurlaub auf wenige Wochen verteilen, arbeiten andere Beschäftigte im Sommer einfach von einem anderen Ort aus. Eine Workation verbindet Homeoffice mit Urlaubsgefühl – etwa am Atlantik, in den Bergen oder mit Blick aufs Mittelmeer. Wer mehrere Wochen aus dem Ausland arbeiten möchte, sollte allerdings nicht nur die passende Unterkunft finden, sondern auch einige Regeln mit dem Arbeitgeber klären.

7 Ziele für die Workation-Saison 2026

Statt zwei Wochen Urlaub am Stück entscheiden sich manche für einen längeren Aufenthalt, bei dem tagsüber gearbeitet und die Freizeit am Strand, in den Bergen oder in einer europäischen Altstadt verbracht wird. Besonders gefragt sind Ziele, die kurze Flugzeiten, schnelles Internet und eine gute Infrastruktur miteinander verbinden.

1. Madeira (Portugal) gilt als einer der beliebtesten Workation-Hotspots Europas. Das ganzjährig milde Klima, zuverlässiges Internet und zahlreiche Coworking-Angebote machen die Insel besonders attraktiv. Monatsmieten im Zentrum von Funchal starten bei rund 800 Euro.

2. Die Algarve (Portugal) punktet mit traumhaften Stränden, modernen Apartments und einer guten digitalen Infrastruktur. Außerhalb der Hauptferienorte lässt es sich vergleichsweise ruhig arbeiten.

3. Nordspanien mit Städten wie San Sebastián oder Bilbao ist eine Alternative für alle, die im Sommer hohe Temperaturen vermeiden möchten. Das Klima bleibt angenehm, während Cafés und Coworking Spaces gute Arbeitsbedingungen bieten.

4. Kroatien, insbesondere Split und Zadar, überzeugt mit kurzen Anreisezeiten aus Deutschland, mediterranem Flair und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Monatsmieten in Split bewegen sich zwischen 500 und 900 Euro.

5. Slowenien verbindet Natur, Sicherheit und moderne Städte. Ljubljana oder die Region rund um den Bleder See eignen sich besonders für alle, die nach Feierabend gerne aktiv unterwegs sind. In Ljubljana liegen Monatsmieten ab rund 600 Euro.

6. Südtirol und der Gardasee sind ideale Ziele für Arbeitnehmer, die lieber mit dem Auto anreisen möchten. Die Kombination aus Bergen, Seen und guter Infrastruktur macht die Region besonders beliebt.

7. Kreta bietet viele Unterkünfte mit schnellem WLAN und ausreichend Platz zum Arbeiten. Gleichzeitig laden Strände und kleine Tavernen nach Feierabend zum Abschalten ein.

Geheimtipp: Die Azoren gelten noch als Insider-Ziel. Das milde Klima, spektakuläre Landschaften und vergleichsweise wenig Tourismus machen die Inselgruppe vor allem für längere Aufenthalte interessant.

Steile, grün bewachsene Felsküste mit Wanderweg am Meer unter blauem Himmel mit weißen Wolken.
Auf Madeira hat sich eine große Workation-Community gebildet.

Portugal, Spanien, Italien: Wo Digital Nomads jetzt Extra-Visa bekommen

Einige Länder werben inzwischen aktiv um Beschäftigte, die aus dem Ausland arbeiten wollen. Portugal hat 2022 das D8-Visum für Digital Nomads eingeführt, Spanien 2023 ein eigenes Digital-Nomad-Visum im Rahmen des Startup-Gesetzes, Italien folgte 2024.

Für EU-Bürger:innen sind diese Visa nicht nötig, die Einreise und der Aufenthalt sind ohnehin frei. Trotzdem gilt auch hier eine wichtige Regel: Für die Sozialversicherung ist die A1-Bescheinigung Pflicht. Wer die 183-Tage-Grenze überschreitet, riskiert außerdem steuerliche Konsequenzen im Ausland.

Angestellte müssen vorher diese Checkliste abhaken

Eine Workation beginnt nicht mit der Flugbuchung, sondern mit der Planung. Wer einige Punkte vorab klärt, vermeidet spätere Überraschungen.

  • Genehmigung einholen: Arbeiten aus dem Ausland sollte immer mit dem Arbeitgeber abgestimmt und möglichst schriftlich vereinbart werden.
  • Internet prüfen: Schnelles und stabiles WLAN ist die wichtigste Voraussetzung für Videokonferenzen und produktives Arbeiten.
  • Arbeitszeiten abstimmen: Erreichbarkeit, Meetings und Kernarbeitszeiten sollten vor der Abreise mit Vorgesetzten und dem Team festgelegt werden.
  • Steuern und Sozialversicherung klären: Je nach Dauer des Aufenthalts können steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Regelungen greifen.
  • Datenschutz beachten: Öffentliche WLAN-Netze oder der Umgang mit sensiblen Unternehmensdaten können zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich machen.
  • Unterkunft passend auswählen: Ein ruhiger Arbeitsplatz, ordentlicher Tisch und zuverlässiges Internet sind wichtiger als der schönste Pool.
  • Coworking Spaces recherchieren: Wer viele Videokonferenzen führt oder konzentriert arbeiten muss, sollte geeignete Arbeitsplätze in der Nähe kennen.
  • Versicherungsschutz prüfen: Auslandskrankenversicherung, Reiserücktrittsschutz und gegebenenfalls weitere Versicherungen können sinnvoll sein.
  • Eigene Arbeitsweise ehrlich einschätzen: Eine Workation funktioniert nur, wenn sich Arbeit und Freizeit konsequent voneinander trennen lassen.

Innerhalb der EU ist die Workation einfacher

Auch wenn die Arbeit ausschließlich am Laptop erledigt wird, bedeutet das nicht, dass sie ohne Weiteres aus dem Ausland möglich ist. Arbeitgeber müssen einer Workation zustimmen und können dafür klare Vorgaben machen.

Je nach Aufenthaltsdauer spielen außerdem arbeitsrechtliche, steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Fragen eine Rolle. Innerhalb der EU und mit deutschem Reisepass sind viele Abläufe zwar einfacher als in Drittstaaten, dennoch empfiehlt sich eine frühzeitige Abstimmung mit dem Unternehmen.

Gute Planung macht die Workation zum Erfolgsmodell

Eine Workation kann den Sommer deutlich entspannter machen, ohne dass dafür der gesamte Jahresurlaub verbraucht werden muss. Besonders Portugal, Spanien, Kroatien oder Italien bieten ideale Voraussetzungen für längere Aufenthalte mit Laptop.

Entscheidend ist jedoch nicht nur der richtige Ort, sondern auch eine sorgfältige Vorbereitung. Wer seinen Arbeitgeber frühzeitig einbindet, die rechtlichen Rahmenbedingungen kennt und eine Unterkunft mit guter Arbeitsumgebung wählt, kann Arbeit und Urlaubsgefühl erfolgreich miteinander verbinden.