Die allererste kununu-Startseite

5 Jahre kununu.com oder: Wie aus einer Mücke ein Elefant wurde

Huch! Time flies by … 5 Jahre ist kununu.com schon alt? Ich kann mich noch erinnern: als ich von der 10-Jahresfeier von Stepstone hörte, dachte ich mir: na bumm!  10 Jahre online, das ist ja ein echter Web-Dinosaurier … und jetzt ist kununu.com auch schon halb so alt.

Die Anfänge: You don´t go – you don´t know!

1 Flasche Wein, 4 Monate und 3 Personen mit unterschiedlichem fachlichen Background – das waren die Zutaten für die erste Version von kununu.com, die am 5. Juni 2007 um Mitternacht online ging.

Die Idee zu kununu wurde „begünstigt“ durch meine persönlichen beruflichen Umstände in den Jahren 2006 und 2007. Ohne allzu ins Detail zu gehen, kam so einiges zusammen, das ich mir gerne erspart hätte, jedoch den Humus bildete, in dem „kununu“ letztendlich gedeihen konnte. In einer Position in einem Markenunternehmen, die einem im Rahmen des Bewerbungsprozesses ganz anders verkauft worden war, während die Firmenkultur aus Ellenbogentaktik und Intrigen bestand, reifte die Idee in mir heran, es besser machen zu wollen. Erstens war aufgrund akuter Unterforderung in der wenig zufrieden stellenden Position die Zeit vorhanden, um das Konzept zu kununu zu schreiben (die Finger flogen mir damals nur so über die Tastatur), zweitens war das emotionale Element vorhanden, um zu wissen, was die heutigen User von einer solchen Plattform erwarten.

So entstand die Idee zu „Jobspy“. Jobspy? – Sie lesen richtig. So lautet der Name, der auf dem Konzept prangte. Erst auf Anraten unseres Anwalts machte sich das Gründungsteam auf die Suche nach einem Namen, der patentierbar und außerdem (nicht unwichtig ;-)) mit .com-Domain noch verfügbar war.

An einem Abend erzählte ich meinem Bruder Mark von der Idee zu „Jobspy“ und als ich seine/die Standardfrage, die derart auf der Hand liegt „Gibt’s das nicht schon?“ verneinte (Marktstudien hatte ich keine angestellt, weil ich ja kein „Business“ starten wollte, sondern meine/die Idee umgesetzt sehen wollte. Tatsächlich gab es schon ein Jahr zuvor eine Plattform, die sich der Thematik angenommen hat, die wir jedoch nach go-online bereits nach einer Woche in der Anzahl Bewertungen und Besucher überholten), wuchs das Team rund um „kununu“ um eine Person, die praktischerweise mit Web-Programmierung ihren Lebensunterhalt bestritt.

Ein weiterer glücklicher Zufall: einer unserer besten Freunde, Johannes Huber-Pock, ist ein begnadeter Webdesigner … Bingo!

Ich, Vollzeit-beschäftigt, mein Bruder Vollzeit-beschäftigt und unser Kumpel ebenfalls Vollzeit-beschäftigt, programmierten/konzeptionierten und designten „nebenbei an den Abenden“ die erste Version von kununu.com, die am 5. Juni 2007 online ging. Erstaunlich daran: heute benötigen wir aufgrund der gestiegenen Komplexität und vieler anderer Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt, manchmal vier Monate für ein einziges Feature auf kununu – damals schufen wir eine Plattform, die in der originären Form eineinhalb Jahre nahezu unverändert online war.

Nach weiteren vier Monaten kündigte ich meinen Job, um mich voll und ganz auf kununu zu konzentrieren, wir nahmen uns ein kleines Büro und das „Hobbyprojekt“ wandelte sich zum Abenteuer „Unternehmensgründung“.

Die allererste kununu-Startseite

Die allererste kununu-Startseite

Die ursprüngliche Bewertungs-Seite auf kununu.com

Die ursprüngliche Bewertungs-Seite auf kununu.com

Von 120 auf 9.000 Bewertungen pro Monat

Die Resonanz auf kununu.com übertraf unsere kühnsten Erwartungen. Wir gingen um 00:05 auf der Dachterrasse von Mark Poreda online (witzigerweise hat irgend jemand in Wien just in dem Moment beschlossen, ein Feuerwerk zu starten – wir sahen es als gutes Omen) und vom ersten Moment an trudelten Bewertungen ein.

Waren es in den Anfängen von kununu vier pro Tag, stieg diese Zahl bis heute um das Hundertfache auf ca. 300-400 pro Tag. Wir hatten keine Ahnung, wie kununu von den Usern „instrumentalisiert“ werden würde und lasen gespannt jede einzelne Bewertung – auch mitten in der Nacht. Wir haben damals noch bei jeder einlangenden Bewertungsinfo einen „U-Boot Sonar“ Klingelton als Benachrichtigung aktiviert, die uns weckte – wir stürmten dann sofort zum Handy, um etwaige „Feuer“ (Beleidigungen etc. in den Bewertungen) zu löschen – mein Bruder und ich unabhängig voneinander. Der Sonar-Klingelton ist mittlerweile weg – unsere Freundinnen stellten uns vor die Wahl: entweder der Sonar-Klingelton oder sie 😉

„Lehrauftrag kununu“

Die User-Akzeptanz war also gegeben, die Presse berichtete am laufenden Band (heute freut sich kununu.com anhaltend über ca. 130 Presse-Clippings pro Monat!) und das Bedürfnis, den Arbeitgeber zu „googeln“ (so gelangt ein Großteil der Besucher auf kununu) wuchs mit jedem Tag. Dass Bewertungsplattformen wie „holidaycheck“ & Co.“ bereits etabliert waren und Social Media auch in die Job-Welt einzog, begünstigte das Besucher-Wachstum und die Relevanz von kununu in der Zielgruppe „Jobsuchende“.

Die Akzeptanz in der anderen Interessensgruppe „Unternehmen“ war hingegen nicht so leicht zu gewinnen. Sie können sich vorstellen, dass Unternehmen eine Plattform, wo diese bewertet werden, Schwächen ans Tageslicht kommen können und die Kontrolle über die eigene „Employer Brand“ verloren geht, lieber „tot als lebendig“ sehen wollten. Wir ließen uns nicht einschüchtern und nahmen von Anfang an unsere Verantwortung als Betreiber von kununu.com sehr ernst – und diese beinhaltete auch die Beratung zum Umgang mit dem – in der HR-Welt – neuen Phänomen „Arbeitnehmer/Bewerber bewerten öffentlich Arbeitgeber“.

Unermüdlich wagten wir uns als Gründer von kununu.com in die „Höhle des Löwen“ (=Personalmessen) wo wir auf  einem kununu-Messestand rund um die Bewertungsplattform informierten. Wir haben dort alles gehört: von „Ich finde kununu scheiße“ (eine HR-Chefin in der Schweiz) bis „in 2 Jahren seid ihr käuflich und bestechlich“ (ein Personalberater in Deutschland).

Mit den Jahren wandelten sich die Gespräche in eine konstruktivere Richtung und sie wurden weniger emotional. Als wir das Gefühl bekamen, dass kununu „gelernt“ und „verstanden“ wird, stellten wir unsere Messepräsenzen ein und konzentrieren uns auf Wissensvermittlung durch Vorträge rund um kununu, HR Social Media und Reputationsmanagement.

kununu-Messestand

kununu-Messestand

160 Facebook Karriereseiten vs. 350 kununu Unternehmensprofile

Mein Bruder Mark und ich können uns noch lebhaft an einen Vortrag vor den größten 50 Unternehmen Deutschlands erinnern (darunter sämtliche DAX Unternehmen), wo ich während meines Vortrags von einigen Teilnehmern ausgelacht , der Mehrwert von kununu für Jobsuchende ins „Lächerliche“ gezogen und die Zukunft von kununu stark in Frage gestellt wurde …. heute zählen 50% dieser Unternehmen zum Kundenstamm von kununu.

Von allen Möglichkeiten, im Social Web Employer Branding zu betreiben, ist kununu die naheliegendste. Facebook & Co. sind nie gegründet worden um Jobsuchenden zu helfen, in ihrem Wesen private Netzwerke, deren Eignung für Recruiting/Employer Branding zunehmend in Frage gestellt wird. Ganz im Gegensatz zu kununu. Es erscheint immer mehr Unternehmen als nur allzu logisch, auf einer Plattform, die sich einzig und allein auf die Zielgruppe „Jobsuchende“ konzentriert (durch die gebotenen Inhalte) und auf der Bewerber gezielt nach Arbeitgebern suchen, mit einem Unternehmensprofil vertreten zu sein.

 

Die aktuelle kununu-Startseite

Spannend zu beobachten ist, dass auf kununu Karriere-Präsenzen von Unternehmen existieren, die sonst keinerlei Employer Branding Aktivitäten setzen.

Eine Auswahl der kununu-Kunden

 

Die Zukunft

Das kununu Team nimmt seine Verantwortung als Betreiber einer „Arbeitgeber-Bewertungsplattform“ sehr ernst. Unsere Aufgabe ist es, sich schon heute Fragen zu stellen und den Kopf zu zerbrechen, die von unseren Besuchern und den bewerteten Unternehmen erst in den nächsten Jahren an uns herangetragen werden.

kununu.com wird seine Positionierung als größtes Arbeitgeberverzeichnis, das als „Gelbe Seiten“ für Jobsuchende gesehen werden könnte, durch neue Funktionen und Produkte unterstreichen, weiter auf strategische Kooperationen setzen und auch den Lehrauftrag für bewertete Unternehmen nicht vernachlässigen.

Aus dem Hobbyprojekt kununu, ist nach einer „Start-Up“ Phase ein professionelles Kleinunternehmen geworden, an das hohe Erwartungen durch uns selbst und natürlich vor allem durch die Zielgruppen von kununu gestellt werden. Diese zu erfüllen, vorwegzunehmen und zu übertreffen – das ist auch weiterhin das Credo des Gründungsteams und der mittlerweile über 20 Mitarbeiter (und wachsend).

Wir wünschen kununu viele weitere erfolgreiche Jahre, bedanken uns bei den Unterstützern und Besuchern auf Unternehmensseite, bei den vielen Journalisten, die über kununu.com geschrieben haben, unseren Mitarbeitern und Kollegen und vielen weiteren Personen, die hier aufzuzählen den Rahmen sprengen würde.

Ein großes Dankeschön geht an die vielen User, die kununu.com mit ihren mittlerweile über 200.000 Bewertungen bereichern und auf diese Weise Unternehmen greifbar machen. Jede neue Bewertung erleichtert Arbeitssuchenden das Finden eines idealen Arbeitsplatzes.

Besonderer Dank gilt außerdem unseren Stakeholdern, Familien und Freunden, die uns mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln in der Startphase und in den Krisenjahren 2008/2009 immer die Stange gehalten haben.

Martin Poreda

Die kununu-Gründer Mark und Martin Poreda

Die kununu-Gründer Mark und Martin Poreda