vor deinem Job wissen solltest

5 Dinge, die du vor deinem ersten Job wissen solltest

Den ersten Job anzutreten ist aufregend. Du kennst dein Arbeits-Ich ja noch gar nicht richtig, hast wenig Berufserfahrung und hoffst natürlich, deine Karriere gleich einmal erfolgreich zu starten. Für einige Erfahrungen und Erkenntnisse wirst du Jahre brauchen und das ist auch gut so. Es gibt aber auch einige Dinge, die du schon vorab wissen solltest, damit du dich darauf vorbereiten kannst. Das betrifft vor allem deine persönlichen Grenzen.  Wir helfen dir mit ein paar Denkanstößen aus, die deinen Berufseinstieg ein bisschen leichter machen können.

Was du vor deinem ersten Job wissen solltest

1.  Informiere dich vorher, nicht nachher

Ein Betriebsrat ist nur für alte Mitarbeiter? Außerdem willst du ja auch nicht gleich streiten. Mobbingbeauftragte? Wofür? Der größte Fehler den du im Berufseinstieg machen kannst, ist zu denken, die Angebote deines Unternehmens nicht zu brauchen. Du bist Arbeitnehmer und hast Rechte. Über diese solltest du dich auch informieren und zwar nicht erst dann, wenn es akut ist, sondern im besten Fall schon vorher. Wer sind deine Ansprechpartner? Wie sind die Abläufe? Gibt es eine Beschwerdestelle? Idealerweise helfen dir deine Kollegen mit Problemen und Fragen aus. Sollte sich allerdings herausstellen, dass dem nicht so ist, bist du nicht auf dich allein gestellt. Was du außerdem noch machen kannst, ist dich mit anderen Mitarbeitern auszutauschen, die in der selben Branche aber anderen Unternehmen arbeiten. So kannst du dich über Gegebenheiten austauschen und Punkt 2 besser etablieren.


Hätte ich vorher gewusst, dass es solche Arbeitgeber gibt, hätte ich früher den Job gewechselt!“ –  Anonyme Arbeitgeberbewertung bei Trusted Shops


2. Deine Grenzen werden ausgetestet

Gerade wenn du erst mit deinem Arbeitsleben angefangen hast, kann es sein, dass dich das Gefühl überkommt dich beweisen zu müssen. Häufig auch über deine persönlichen Grenzen hinweg. Bis zu einem gewissen Grad ist es wichtig solche Erfahrungen zu machen, um erst einmal zu wissen wo deine persönlichen Grenzen liegen. Du solltest jedoch darauf achten, dich nicht selbst direkt auf den Weg zum Burn-Out zu begeben und vornweg schlechte Arbeitserfahrungen zu sammeln. Alle bleiben 10 Stunden im Büro, gehen schlafen und fangen um 8 wieder an? Klingt normal für dich? Höre hier in dein Bauchgefühl und frage dich, ob das wirklich der einzige Weg ist deinen Tag zu gestalten? Greift die Arbeitsweise in dein Privatleben ein? Hast du das Gefühl, ständig Höchstleistungen liefern zu müssen und trotzdem kein Land zu sehen? Gerade der höher werdende Druck, das Gefühl austauschbar zu sein und wenig Einfluss auf operativer Ebene ist es, was junge Menschen schnell demotiviert. Überlege dir, was du bereit bist zu geben und mache dir klar, dass alle und niemand austauschbar sind. Es ist nicht leicht, sich mit wenig Berufserfahrungen zu etablieren und sicher zu fühlen. Es gibt aber einen Grund, warum du eingestellt wurdest. Vermutlich hast du auch eine Karrierevision. Mache dir beides bewusst und ziehe das nötige Selbstbewusstsein daraus.

3. Du musst dir nicht alles gefallen lassen

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ – klar. Und manchmal macht es Sinn, gänzlich auf das Wort des Vorgesetzten zu hören. Etwa, wenn es um Gefahrensituationen geht. Allerdings bedeutet das nicht, dass du als Berufseinsteiger keine Rechte hast oder dir deine Position erst einmal erarbeiten musst. Auch du hast das Recht, als vollwertiger Mitarbeiter behandelt zu werden. Selbst wenn du erst wenige Monate im Unternehmen arbeitest. Damit du von erfahreneren Kollegen nicht überrannt wirst, du aber gleichzeitig nicht unbelehrbar wirkst, hilft es den konstruktiven Mittelweg zu wählen. Dafür überlegst du dir sehr genau, was deine Grenzen im Umgang miteinander sind und wie du persönlich gerne behandelt werden möchtest. Auch schwierige Kollegen haben es schwer, wenn du proaktiv und konstruktiv auf sie zugehst. Sie um ihren Input fragst, ihre Erfahrung wertschätzt, aber gleichzeitig deine Ideen einbringst und auch für diese einstehst. Schwieriger wird es, wenn versucht wird, deine neue Situation auszunutzen. Kurz vor fünf an einem Freitag „noch schnell was für Montag“ erledigen? Eine wichtige Präsentation vorbereiten, wenn alle anderen schon im Wochenende sind? Auch hier ist es ok Nein zu sagen. Ist das allerdings ein Umstand, der in deinem Unternehmen an der Tagesordnung liegt, musst du für dich persönlich entscheiden, ob das eine Arbeitsmentalität ist die dir zusagt.
Hier erfährst du, wie es um die Unternehmenskultur in deiner Firma bestellt ist. 


Hätte ich das alles vorher gewusst, hätte ich dort nicht angefangen zu arbeiten.“ – Anonyme Arbeitgeberbewertung bei ERWEKA GmbH


4.  Wenn du etwas möchtest, sorge dafür, dass es passiert

Eigenverantwortung lautet hier das große Stichwort. Egal ob bessere Arbeitsgeräte, eine Beförderung oder eine Gehaltserhöhung. Früher oder später wirst du im Job mit diesen Themen konfrontiert werden. Gerade als Berufsanfänger tendierst du wahrscheinlich dazu, die Gegebenheiten zu akzeptieren und nicht gleich nach mehr zu fragen. Das ist natürlich höflich und in der ein oder anderen Situation durchaus das richtige Mittel. Allerdings ist es wichtig zu verstehen, dass selten jemand in deinem Unternehmen zu dir kommen wird um zu fragen, ob dein Computer noch das aktuelle Modell ist und schnell genug ist für deine Aufgaben. Oder ob die Kommunikation zwischen Abteilung A und B auch für dich optimal ist. Es ist daher äußerst wichtig zu verstehen, dass du selbst dafür verantwortlich bist, deine für dich optimalen Arbeitsbedingungen einzufordern. Möchtest du dich weiterbilden? Frag danach. Natürlich, in wirklich guten Unternehmen haben auch deine Vorgesetzten ein Interesse daran, dich weiterzubilden und schlussendlich zu halten. Aber leider ist das nicht überall der Fall. Das bedeutet nicht automatisch, dass dein Unternehmen schlecht ist. Allerdings fordert es dich heraus, für deine Bedürfnisse aufzustehen.


Wie sieht es mit Gehaltssprüngen aus? Wenn man es nicht verpasst zu verhandeln, wird eine Erhöhung genehmigt.“ – Anonyme Arbeitgeberbewertung bei Hays


5. Voll familiär hier!

Manche Unternehmen versuchen ihre Mitarbeiter auf emotionale Weise zu binden, um andere Missstände nicht zu beseitigen und trotzdem sicherzugehen, dass die Mitarbeiter bleiben. Manchmal wird dazu ein familiäres Umfeld kreiert, dass es dir schwer macht, dein Unternehmen zu verlassen. Auch wenn es dir dort nicht mehr gefällt oder du keine Perspektive siehst. Eine oberflächliche Familiendynamik kann auch dazu führen, dass du weit über deine Grenzen hinaus arbeitest und einfach akzeptierst, dass du kein spezielles Lob bekommst oder sich alles in deinem Leben um die Firma dreht. Schließlich ist es doch selbstverständlich, dass man sich für seine Familie opfert. Nein ist es nicht. Ein Feelgood-Umfeld ist toll und ein starker Zusammenhalt ebenso. Allerdings solltest du bedenken, dass du bereits eine Familie zu Hause hast und dich nicht in die Verantwortung ziehen lassen musst. Sonst passiert es nämlich schnell, dass derjenige der am wenigsten zu sagen hat, sich am meisten verantwortlich fühlt. Häufig für Dinge, die er oder sie gar nicht ändern kann. Erlaube dir also, berufliches und privates voneinander zu trennen. Es ist toll, wenn in deinem Unternehmen ein starker Zusammenhalt und Teamspirit herrscht, aber die Grenze zu deiner Privatperson sollte nicht überschritten werden. Sonst geht deine Arbeitsweise schnell auf Kosten deiner ganz persönlichen, wertvollen Momente: Erholung und Freizeit. Dabei ist es gerade die Zeit, die besonders wichtig ist und dir die Kraft gibt, um deinen Job wirklich gut zu machen.