Baerbock an der Columbia
280.000 Dollar im Jahr: Annalena Baerbock wechselt an die Columbia
Bis zu 280.000 Dollar im Jahr zahlt die Columbia University für Professuren wie jene, die Annalena Baerbock im Herbst übernimmt. Ihr konkretes Gehalt ist nicht öffentlich – die Größenordnung verraten aber öffentliche Stellenanzeigen. Ihr bisheriges UNO-Amt bezahlt dagegen Deutschland: mit gut 13.000 Euro Grundgehalt im Monat.
Aus dem Platzhalter wird ein bestätigter Posten
Lange stand im Handbuch der School of International and Public Affairs (SIPA) neben einer der beiden Leitungsstellen des Masterprogramms „Global Leadership“ nur ein Platzhalter. Inzwischen ist es offiziell: Die Columbia bestätigt Baerbock namentlich als „Professor of Professional Practice“ und Co-Direktorin des Programms. Berufen ist sie für drei Jahre.
Der Fahrplan ist eng getaktet. Baerbocks Amtszeit als Präsidentin der UNO-Generalversammlung endet am 8. September. Genau an diesem Tag beginnt an der SIPA das Herbstsemester.
New Yorks Transparenzregeln legen die Spanne offen
Wie viel genau sie bekommt, bleibt vertraulich. Doch in New York müssen Arbeitgeber in Stellenanzeigen Gehaltsspannen nennen. Drei Zahlen stecken den Rahmen ab:
- 240.000 bis 280.000 Dollar im Jahr, rund 206.000 bis 240.000 Euro: So dotierte die Columbia im März 2026 eine Vollzeitprofessur derselben Fakultät samt Programmleitung. Eine zweite Senior-Professur: 225.000 bis 275.000 Dollar.
- Gut 13.000 Euro brutto im Monat erhält Baerbock derzeit – gezahlt nicht von der UNO, sondern vom Auswärtigen Amt. Zuschläge kommen obendrauf.
- 7.504 bis 8.430 Euro monatlich bringt eine vergleichbare deutsche W3-Professur, je nach Bundesland, plus Leistungsbezüge.
Ihr Vertrag lässt sich daraus nicht ablesen, wohl aber die Liga, in der solche Posten vergütet werden.
Praxis schlägt Forschung
Baerbock trägt den Titel „Professor of Professional Practice“ – an US-Eliteunis die Kategorie für Praktiker:innen. Gefragt ist Erfahrung, nicht die Zahl wissenschaftlicher Aufsätze; ein Titel, dessen alter Nimbus längst verblasst ist, wie der Althistoriker Michael Sommer in der „Welt“ beschreibt. Für die Professur braucht Baerbock keinen Doktortitel; sie hat einen juristischen Master (LL.M.) der London School of Economics. Vergleichbare Praxis-Professuren wurden an US-Eliteunis auch schon mit früheren Spitzenpolitikerinnen wie Hillary Clinton besetzt.
Der Gehaltssprung ist nur die halbe Rechnung. Ein US-Vertrag zahlt ein Vielfaches eines deutschen Lehrstuhls, ist aber befristet – im Fall Baerbocks auf drei Jahre – und steht und fällt mit dem Prestige der Person. Das deutsche Beamtenrecht kennt dieses Risiko nicht – dafür deckelt es das Gehalt bei gut 13.000 Euro.