Junge blonde Frau sitzt gähnend vor einem Fenster.

Zu spät ins Büro: Better late than never?

Der Wecker zu leise, die Bahn knapp verpasst, ungewohnt rebellisches Haupthaar oder wenn Tinderella erst noch von der Bettkante geschubst werden muss: Gründe für einen verspäteten Tagesstart gibts viele.

Blöd nur, wenn der Delay ausgerechnet einen Arbeitstag trifft. Blöder, wenn die Kollegen den Chef auf Deinen leeren Stuhl hinweisen. Und richtig beschissen wird es dann, wenn Big Boss Dich eigentlich zur Audienz bestellt hatte – und zwar während Du noch nichtsahnend in süßen Träumen lagst. Doch keine Panik auf dem Futon: Wir verraten, mit welchen Konsequenzen Ihr bei Unpünktlichkeit rechnen müsst.

Beim Run ins Office sind Bummel-Liesen dann gleich dreifach gestraft: Das schlechte Gewissen krallt sich im Nacken fest, boxt in die Magengrube und schlägt augenblicklich auf die Laune. Nach frischen Laken duftet es längst nicht mehr, Dein neues Parfüm – made by Angstschweiß – sichert Dir garantiert gleich zwei freie Sitzplätze in der Bahn. Dir fallen die wildesten Ausreden ein – nur leider keine, die Deinen Chef auch nur annähernd besänftigen könnte. Kopfkino an: Hallo Arbeitsamt und Instant-Suppe?

Jetzt aber mal halblang. Denn grundsätzlich gilt: Zuspätkommen rechtfertigt noch keine Kündigung.

Wer nur ein paar Minuten zu spät zur Arbeit erscheint, muss eine Abmahnung nicht hinnehmen. Denn kommt ein Arbeitnehmer wenige Minuten zu spät, liegt zwar ein Pflichtverstoß im arbeitsrechtlichen Sinne vor, mahnt der Arbeitgeber ihn deshalb schriftlich ab, ist das laut einer aktuellen Entscheidung des Arbeitsgerichts Leipzig jedoch unverhältnismäßig. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin.

In einem Fall kam eine Mitarbeiterin 13 Minuten zu spät – wohlgemerkt: nur ein einziges Mal! Ihr Arbeitgeber mahnte sie daraufhin schriftlich ab und trug die Abmahnung in die Personalakte ein. Die Frau verlangte die Entfernung – und hatte Erfolg. Diese Abmahnung war unverhältnismäßig: Wer nur einige Minuten zu spät im Büro erscheint, dem könne nur ein geringfügiges Fehlverhalten vorgeworfen werden.

Better late than never? Stimmt. Aber vor allem: Never late is better.