Zwei Menschen vor dem Catalysts Logo.

Zu Besuch beim TOP Arbeitgeber Österreichs 2016

„The place to work, learn and have fun“ – das ist nur eine von vielen positiven Bewertungen zur Catalysts GmbH, dem Top Arbeitgeber Österreichs 2016. Was macht die Mitarbeiter des Linzer Software-Lieferanten so zufrieden? Dr. Christoph Steindl, einer der beiden Geschäftsführer, gibt einen Einblick in die Unternehmenskultur.

Wofür steht der Firmenname „Catalysts“?

In der Chemie ist ein Katalysator ein Stoff, der eine chemische Reaktion ermöglicht und die Aktivierungsenergie runterdreht. So läuft die Reaktion in der Regel schneller ab. Das Besondere daran ist, dass sich dieser Katalysator selbst nicht verbraucht und beim Vorgang nicht kaputt geht. Der Name „Catalysts“ ist bei uns Programm. Unsere Mitarbeiter sollen nicht verbrennen. Sie sollen sich aber schnell entwickeln. Als Firma wollen wir den Erfolg für unsere Kunden beschleunigen.

Sie sind nach 2013, 2014 und 2015 zum vierten Mal in Folge von Ihren Mitarbeitern zum beliebtesten Arbeitgeber Österreichs gekürt worden. Wie machen Sie Ihre Mitarbeiter so zufrieden?

Es sind sicher Dutzende Sachen, die in Summe zusammenspielen müssen. Man kann durch wenige Aktionen und Aussagen viel kaputt machen. Das darf nicht passieren. Es ist eine Grundeinstellung, dass ich als Chef mit dem Selbstverständnis an junge Menschen herangehe, dass wir das ein oder andere Wertvolle von ihnen lernen werden. Man muss auf Augenhöhe mit allen Mitarbeitern arbeiten und alle Wünsche, Vorbehalte, Ängste und Sorgen komplett ernst nehmen.

Wir haben vor etlichen Jahren Smartphone-Spiele entwickelt und haben uns zu dieser Zeit auch mit Gamification-Techniken befasst. Was motiviert Spieler, immer mehr Zeit mit Smartphone-Spielen zu verbringen? Diese Gamification-Techniken kann man auf das normale Arbeitsumfeld umlegen. Was für ein Umfeld braucht es, damit die Leute gerne in der Früh am Montag in die Arbeit kommen? Wie bei einem Smartphone-Spiel muss man das Onboarding sehr gut im Griff haben, damit keiner zu Beginn schon abspringt. Man muss das Umfeld so schaffen, dass Mitarbeiter am ersten Tag etwas Produktives tun können. Die nächste Phase ist das Habit-Forming. Die Leute sollen sich angewöhnen, die Herausforderung zu suchen, mit Kollegen und Kolleginnen eng zusammenzuarbeiten und etwas zu schaffen. Die letzte Phase kann ein Leben lang gehen – das Mastery. Mitarbeiter sollen an schwierigen Aufgaben wachsen und immer gefordert, aber auch gefördert werden.

Konnten Sie in diesen letzten vier Jahren Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt oder in der Arbeitnehmer-Kultur feststellen? Sind die Ansprüche der High-Potentials gestiegen?

Ja, natürlich. Es ist für uns als Arbeitgeber wichtig, sich für die potenziellen zukünftigen Mitarbeiter attraktiv zu präsentieren. Den wirklich guten Leuten steht die Welt offen und sie sind selbstbewusster geworden, speziell die jungen Leute, die eine besonders „mündige Rasse“ sind. Es gibt viele Junge, die zu Catalysts wollen, weil wir uns einen gewissen Ruhm aufgebaut haben. Wenn ich wem erzähle, dass es bei Catalysts toll ist, kann man es mir glauben oder auch nicht. Wenn in den vielen authentischen Bewertungen bei kununu rauskommt, dass es toll bei uns ist, dann ist das glaubwürdiger.

Wie wichtig ist die Höhe des Gehalts für die Zufriedenheit der Arbeitnehmer im Verhältnis zu immateriellen Aspekten wie Flexibilität und Freiraum?

Gehalt ist und bleibt wichtig. Man möchte sich gut bedient vorkommen. Man möchte nie meinen, dass man deutlich weniger verdient, als man sollte. Die Basis-Zufriedenheit muss da sein. Allerdings werden immaterielle Aspekte, wie die Work-Life-Balance, immer wichtiger. So nehmen bei uns viele Väter Elternkarenz, die dem Unternehmen dann fehlen.

In einer kununu Bewertung heißt es in einer Kategorie „Umgang mit Kollegen 45+“: „Hab hier niemanden dieser Kategorie gesehen“ – bevorzugen Sie junge Mitarbeiter?

Nein, wir bevorzugen junge Mitarbeiter nicht. Wir haben eine kleine Handvoll Mitarbeiter über 50. Der Eindruck, dass man jung sein muss, um bei Catalysts zu arbeiten, ist eindeutig ein Accidental-Value, also ein zufälliger Wert. Das passiert durch die Offenheit im Recruiting-Prozess. Es ist nicht relevant, ob man jung oder alt ist. Bei uns zählt das, was man kann.

Sie bieten Ihren Mitarbeitern viele Aktivitäten auch außerhalb der Arbeitszeiten, um Ressourcen wie Gesundheit, Kreativität und soziale Kontakte zu fördern. Ist Catalysts mehr als nur ein Arbeitgeber?

Ja, es gibt sehr starke Freundschaften, die sich hier entwickeln. Eine Sache, die wir seit Jahren messen, ist der Zusammenhalt im Team. Wie stark kann man sich auf andere verlassen? Mit den immer größeren Herausforderungen muss man zusammen arbeiten. Das heißt auch, dass wir das stark unterstützen. Es gibt bei uns alle zwei Wochen ein Team-Breakfast, das von den Mitarbeitern organisiert wird. Einmal im Monat haben wir ein Evening-Dinner, wo die Mitarbeiter aber auch die Partner eingeladen sind. So entsteht ein Gespür für die Arbeitssituation des Partners. Diese Teamevents verfolgen den Zweck, sich untereinander besser zu verstehen. Je besser man sich versteht, desto eher kann man zusammenhalten.