Yes I can Schriftzug

Yes, you can: How to Motivationsschreiben

Bewerbungen sind langweilig. Der Lebenslauf? Nichts mehr als eine Auflistung von Fakten. Das Anschreiben? Viele große Unternehmen verzichten bereits darauf. Im Motivationsschreiben kannst Du zeigen, wer Du bist und was Du kannst! Ein Plädoyer für kreative Bewerbungen.

Die „dritte Seite“

Rufen wir uns mal in den Kopf, wie eine klassische Bewerbung auszusehen hat: Anschreiben, Lebenslauf und eventuell eine „dritte Seite“, wie das Motivationsschreiben auch genannt wird. Die dritte Seite wurde hierzulande in den 90er-Jahren von den beiden Bewerbungstrainern Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader eingeführt.[1] Trotz ihres jungen Alters wurde die dritte Seite seither schon mehrfach wieder totgesagt. Die Argumente dafür sind meist die gleichen: Zu floskelhaft und überflüssig, da die Motivation bereits aus dem Anschreiben hervorgehen sollte.

Totgesagte leben länger

Diese Kritik ist richtig, geht aber am Ziel vorbei. Natürlich, ein Motivationsschreiben voller Floskeln interessiert niemanden. Ein Motivationsschreiben aber, das zeigt, was den Menschen hinter dem Jobsuchenden auszeichnet, sehr wohl. Und genau dies war der Gedanke bei der Einführung: Eine Möglichkeit zusätzliche Erläuterungen zum Lebenslauf zu geben. Nichts ist notwendiger als das: Denn ja, unsere Lebensläufe haben „Lücken“, wir sind manchmal unzulänglich und wir gehen auf Umwegen. Wir sind mehr als eine Tabelle.

Motivation, Baby!

Also: Zeig mit Deiner Bewerbung, wer Du bist, was Du kannst und dass Du willst. Achte nur auf folgende drei Punkte. Erstens, vermeide Wiederholungen. Wenn Du im Motivationsschreiben nochmal das Gleiche schreibst wie im Anschreiben, ist es tatsächlich überflüssig. Zweitens, die Bewerbung soll zwar kreativ sein, vor allem muss sie aber zu Dir und der Stelle passen. Bei der Bewerbung für einen Job, der in erster Linie Sorgfalt und Seriosität verlangt, ist eine schlichte Bewerbung wohl die angemessenste. Drittens, schieß nicht übers Ziel hinaus. Kein Personaler mag es, wenn er eine Bewerbung zuerst aus einem Kessel Schweineblut holen muss – nicht mal wenn es um einen Job in einem Schlachthaus geht.

Ungezügelte Kreativität: Drei Beispiele

Nina Mufleh bewarb sich bei Airbnb. Sie erstellte eine Seite, die im Stil an Airbnb angelehnt ist. Es ist aber kein herkömmlicher CV in Tabellenform, sondern eine strategische Analyse der Präsenz von Airbnb im Nahen Osten. Mufleh kennt die Region gut und schlägt damit Gewinn aus dieser Stärke.

Philippe Dubost stellte sich auf seiner Homepage selbst als Amazon-Produkt dar. Mit dabei: „Produkt“-Bewertungen von ehemaligen Arbeitgebern. Das macht besonders Sinn, weil sich Dubost als „Web Product Manager“ bewarb. Die Aktion war offenbar erfolgreich, momentan heißt es auf der Seite: „Currently unavailable. We don’t know when or if this item will be back in stock.“

Der New Yorker Grafiker Robby Leonardi bewarb sich mit einer Bewerbungs-Website, die wie ein Videospiel aufgezogen ist. Damit lässt er keine Zweifel an seinem fachlichen Können und seiner Kreativität.

Was haben diese drei Beispiele gemein? Sie zeigen, was der Bewerber drauf hat, und setzen den kreativen Output in einen sinnvollen Kontext.

[1] zeit.de