Junge Frau joggt vor dunklem Hintergrund.

And the winner is… Runtastic

Adieu, Muckibude. Vom Stretching bis zum gezielten Knackpo-Training: Smartphone-Apps ersetzen längst das Abstrampeln an Crosstrainer, Stepper und Co.. Die Liste der Fitness-Applikationen ist lang – den Promistatus aber genießt Runtastic. Wir zeigen, wie die Erfinder um Florian Gschwandtner mit ihrer Idee so richtig Kohle scheffeln konnten.

Wenn die Laufstrecke des Kollegen im eigenen Newsfeed erscheint, dann steckt mit ziemlicher Gewissheit Runtastic dahinter. Das Unternehmen aus Pasching entwickelt Software-Applikationen, Geräte und Services, mit denen Freizeitsportler persönliche Daten wie Tempo, Herzfrequenz und gekillte Kalorien verwalten können. Diese Form des Fitness-Trackings trifft den Nerv der Zeit: Nach Firmenangaben kommen Apps aus dem Hause Runtastic weltweit auf über 140 Millionen Downloads.

Drei Meilensteine, die die Runtastic GmbH vom Start-up zum Big Player beförderten:

Auf die Plätze,…

Mit dem Hobby das eigene Business aufziehen – Florian Gschwandtner hat da so einen Plan. Mit einer neuen Anwendungssoftware für mobile Endgeräte will er Läufern dabei helfen, ihre Daten aufzuzeichnen. Gedacht, getan. Im Oktober 2009 wird Runtastic gelauncht. Mit im Gründerboot: drei ehemalige Studienkollegen.

Das Start-up nimmt schnell Fahrt auf: Die Community der Sportbegeisterten wächst und wächst. Später werden zusätzlich zur Software noch Fitness- und Gesundheitsaccessoires eingeführt.

 …fertig,

Axel Springer Digital Ventures beobachtet seit geraumer Zeit das Start-up-Gewässer. Hin und wieder wird es aktiv und wirft seine Angel aus. Die Runtastic GmbH, im Jahr 2013 definitiv der schillerndste Fisch aus der Züchtung „Junge Digitalunternehmen“, umkreist Axel’s Köder. Im März 2013 schnappen die Österreicher schließlich zu. 22 Millionen Euro schmecken eben auch verdammt gut. Fortan lagen 50,1 Prozent in deutscher Hand. Der elitäre Kreis der Selfmade-Millionäre hatte einige Mitglieder mehr.

…und los!

Zwei Jahre währte Springers Treue. Im August 2015 gab der Verlag seinen Mehrheitsanteil ab. Der neue Hauptanteilseigner trägt drei Streifen: adidas übernahm sowohl Springers Anteile als auch die der privaten Gesellschafter. 220 Millionen Euro zahlte der Sportartikelhersteller für die Komplettübernahme. Was für ein Deal! So viel Kohle wurde zuvor noch für kein anderes österreichisches Start-up hingeblättert. Der Verkauf gilt sogar als einer der größten europäischen Exits des Jahres.

Die Runtastic-Story zeigt: Eigentlich braucht es nur eine wirklich gute Idee und etwas Mut, um sich die goldene Nase zu verdienen. Sport frei!

Runtastic GmbH als Arbeitgeber

Fair geht vor: Was auf den Sportplätzen gilt, hat die Runtastic GmbH verinnerlicht. Das Unternehmen mit Sitz in Pasching kommt auf einen kununu-Score von 4,44 von 5 möglichen Punkten. Mitarbeiter loben besonders das gute Arbeitsklima sowie den Kollegenzusammenhalt. „Die Atmosphäre war stets außerordentlich positiv“, so ein ehemaliger Mitarbeiter.  Ein anderer bilanziert: „Hier schlechte Laune zu haben ist fast nicht möglich.“