Hände mit Geldbörse und eine r Münze

Was wer verdient: Übers Gehalt spricht man (nicht)?

Über das Gehalt sprechen? Eher unüblich. Dabei gäbe es gute Gründe, die dafür sprechen. Ein Pro vs. Contra.

Von Kindheit bis Gegenwart: Jaja, über Deinen Kollegen weißt Du so ziemlich alles. Dass er lieber morgens als abends duscht, gern mal Pizza frühstückt, nicht nur beim Fußballgucken zum Proleten wird, selten ein Buch zur Hand nimmt. Und sogar, wie viel Kohle für sein WG-Zimmer draufgeht. Nur über sein Gehalt zerbrichst Du Dir den Kopf. Du grübelst und spekulierst, anstatt direkt zu fragen.

Das letzte Tabu

Übers Gehalt zu reden, das trauen sich viele Angestellte nicht. Unter anderem auch, weil wir uns selbst nicht die Blöße geben wollen, zu offenbaren, dass am Monatsende öfters mal Tütensuppe auf dem Speiseplan stehen muss. Soll heißen: Wer zu wenig verdient, steht als armes Würstchen da. Und wer „zu viel Kohle“ bekommt, zieht schnell den Neid der Kollegen auf sich. So oder so: Es kann unangenehm werden.

Etwas Mut aufbringen und übers Geld reden? Oder den Deckel der Verschwiegenheit daraufstülpen? Wir haben für beide Seiten Argumente gesammelt:

Contra: Missgunst vermeiden

Kritiker agrumentieren: „Das eigene Gehalt ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Und genau darum sollte gelten: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. An diesen Grundsatz halten sich die meisten Angestellten – und den Bürofrieden freuts. Es ist unbestreitbar, dass Gehaltstransparenz Missgunst schafft. Im Umkehrschluss heißt das: Wenn keiner weiß, was der andere verdient, gibt es auch keinen Neid untereinander.

Pro: Transparenz schaffen

Übers Gehalt zu reden ist per Gesetz erlaubt – ein jeder sollte davon Gebrauch machen. Nicht zuletzt kann eine transparente Gehaltsstruktur förderlich und anspornend sein.

Außerdem wäre es ein klarer Vorteil in Gehaltsverhandlungen, wenn man vorher genau weiß, was Kollegen in gleicher Position verdienen. Wenn Gehälter offen zugänglich wären, könnte sich jeder schon vor Jobantritt darüber informieren, was er oder sie in der angestrebten Position verdienen sollte – und entsprechend verhandeln.

Gegen die Befürchtungen, dass die Gehaltstransparenz den Betriebsfrieden stört, kann man halten: Missgunst entsteht da, wo Ungleichheit herrscht. Wenn Gehälter öffentlich nachvollziehbar sind, wird auch offensichtlich, ob nun gleichwertige Arbeit anders honoriert wird oder ob gar Frauen anders entlohnt werden als Männer. Transparenz schafft also wichtige Fakten.

Das ist Dein Recht

Während des Arbeitsverhältnisses ist klar: Arbeitsrechtlich sind deutsche Arbeitnehmer verpflichtet, über bestimmte Betriebs- und Unternehmensinterna Stillschweigen zu bewahren – wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes wirtschaftliches Interesse daran hat, dass gewisse Sachverhalte auch geheim bleiben. Dabei kann es sich um Technik, Rezeptzutaten oder auch persönliche Daten handeln. Ob man im Gespräch unter Kollegen über die Höhe des eigenen Gehalts reden darf, hängt aber vom Arbeitsvertrag ab[1]. Aber: Daten des individuellen Arbeitsvertrags eines Arbeitnehmers, insbesondere sein Gehalt, fallen nicht unter die gesetzliche Verschwiegenheitspflicht. Mehr dazu hier in unserem Gastbeitrag.

Du ackerst, schuftest und bescherst der Firma reihenweise neue Klienten – und trotzdem fließt der Wein bei Dir am Monatsende nur aus dem Pappkarton? Höchste Zeit für eine Gehaltserhöhung. Wir verraten 5 Anzeichen, dass Du bereit bist für den Moneten-Regen vom Chef.

Quellen: [1] zeit.de