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Statistik der Woche: Was wollen die deutschen Arbeitnehmer?

Im Rahmen einer Studie von XING und Statista wurden rund 4.000 Beschäftigte in Deutschland zu ihrer Arbeitssituation und ihren Wünschen sowie Erwartungen an die Zukunft befragt. Die Mehrheit wünscht sich weniger Arbeitsstunden und damit mehr Freizeit.

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Weniger arbeiten, mehr leben[1]

Fachkräftemangel, Digitalisierung, Wertewandel – Begriffe, welche die derzeitige Arbeitswelt beherrschen. Ein höheres Gehalt oder ein neuer Jobtitel weichen immer mehr den „soften“ Faktoren wie flexible Arbeitszeiten und Home Office. Arbeitnehmer von heute wollen mehr Freiraum gekoppelt mit Sicherheit.

Neben dem Arbeitsumfeld spielen außerdem Vorgesetzte, Arbeitszeit und finanzielle Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle für die Zufriedenheit mit der beruflichen Situation. Gut die Hälfte der Arbeitnehmer bewertet ihren Vorgesetzten durchweg positiv. Pluspunkte sammeln die Chefs vor allem bei der Kommunikation (55 % bewerten diese sehr gut oder gut), in Sachen Unterstützung und Erreichbarkeit (54 %) und beim Thema Wertschätzung (52 %).

Ihre finanzielle Situation betrachten die Arbeitnehmer in Deutschland deutlich differenzierter. Zwar sagt annähernd die Hälfte (46 %), dass sie von ihrem Gehalt gut leben kann und vier von zehn Befragten halten ihr Gehalt für angemessen. Allerdings glaubt nicht einmal jeder Dritte (29 %), vom eigenen Gehalt allein eine Familie ernähren zu können. Bei den Frauen liegt dieser Wert sogar nur bei 16 %. Einen Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen halten die Befragten für eher unwahrscheinlich.

Die Mehrheit der Befragten arbeitet mindestens 40 Stunden pro Woche (53 %). Befragt nach ihrer Wunscharbeitszeit würde die Mehrzahl gerne etwa fünf Stunden pro Woche weniger arbeiten.

Unterteilung in fünf Arbeitnehmer-Typen

  • Die „Flexiblen“ (Teilzeitkräfte, Projektarbeiter u. Ä.): überwiegend jüngere Frauen mit einer durchschnittlichen Ausbildung, einem meist festen Einkommen von unter 2.000 Euro (brutto), in deren Berufsfeld Home Office oft möglich ist. Ihre Arbeitszeit beträgt zwischen 30 und 40 Stunden in der Woche.
  • Die „Wissensarbeiter“: Befragte mit akademischem Abschluss, einem überdurchschnittlichen Verdienst von 3.000 Euro (brutto) und mehr, die in der Kreativwirtschaft, höheren Verwaltung oder Wissenschaft arbeiten. Die Arbeitszeit beträgt selten exakt 40 Stunden in der Woche.
  • Die „Gehaltsoptimierer“: überwiegend jüngere Männer mit Berufsausbildung, die selten nach Tarifvertrag beschäftigt sind und in den Bereichen Produktion, Finanzen oder Handel arbeiten. Ihre wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden oder mehr.
  • „Soziale Berufe“: Beschäftigte mit Berufsausbildung und einem oft variablen Gehalt zwischen 2.000 und 3.000 Euro (brutto). Sie arbeiten in den Berufsfeldern Gesundheit, Soziales und Lehre und sind oft in Schichtarbeit tätig.
  • „Blue Collar“: Arbeitnehmer mit Ausbildung, die oft nach Tarifvertrag beschäftigt sind und auf dem Bau, im KFZ- oder Gastgewerbe arbeiten. Viele von ihnen haben Kinder und arbeiten unter 40 Stunden in der Woche.

Tausche Gehalt gegen Arbeitsatmosphäre, Selbstbestimmung und Sinnhaftigkeit 

Der so genannte „Wissensarbeiter“ spielt eine entscheidende Rolle für die Neue Arbeitswelt und die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Dieses Segment ist anspruchsvoller und progressiver als die anderen Befragten, was Arbeitsbedingungen und -organisation angeht.
Während insgesamt 44 % der Arbeitnehmer auf Flexibilität in der Arbeitsgestaltung zugunsten eines höheren Gehalts verzichten würden, käme dies für Wissensarbeiter überhaupt nicht in Frage. Autonomes Arbeiten und eine flexible Gestaltung ihrer Arbeit sind ihnen überdurchschnittlich wichtig, das Sicherheitsbedürfnis im Gegenzug deutlich weniger ausgeprägt.

Betrachtet man die Arbeitsatmosphäre und Erfüllung durch die Arbeit, verfestigt sich dieses Bild. Zwar sagt insgesamt jeder Dritte, dass eine positive Arbeitsatmosphäre ein niedrigeres Gehalt rechtfertigen würde, die Wissensarbeiter sind jedoch tendenziell stärker dazu bereit, finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen, wenn die Arbeitsatmosphäre stimmt (39 % vs. 32 % gesamt) beziehungsweise die Arbeit sie ausfüllt (35 % vs. 29 % gesamt).

Die gesamte Studie findet sich hier.

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[1] Für die repräsentative Studie hat das Hamburger Meinungsforschungsinstitut Statista im März und April 2015 4.000 Beschäftigte aller Berufsklassen befragt.