Voneinander abgewandt sitzen Mann und Frau auf einer Couch und halten jeweils eine Herzhälfte hoch.

6 todsichere Anzeichen, dass Du zu gut für Deinen Job bist

Montagmorgen – und Du zählst schon die Stunden bis zum Wochenende? Muss nicht sein. Wenn Dir eines der folgenden 5+1 Anzeichen bekannt vorkommt, dann bist Du schlicht und einfach zu gut für Deinen Arbeitgeber. Wir empfehlen: Ex und hopp!

Hand aufs Herz: Du bist ein qualitativ hochwertiger Topf – ausgelegt für einen ebenso hochwertigen Deckel. Doch mit Deinem jetzigen Pendant kocht es sich nicht gut. Dir schwant längst: Dieser Deckel wird Dir einfach nicht gerecht. Ein Blick auf die Stellenanzeigen und Dir wird schnell klar: Auch andere Unternehmen haben schöne Jobs. Deine Tage als treue Tomate sind gezählt.

Ob es wirklich höchste Eisenbahn ist für die Trennung von Deinem jetzigen Arbeitgeber, das kannst Du hier herausfinden.

1. Ist-Zustand: Downshifting deluxe

Kaum Belastung, wenig Verantwortung und zero Karriere – Deine jetzige Arbeit zwingt Dir das Nichtstun nur so auf. Dein Zustand: unterfordert und gelangweilt, denn Du erledigst jede Aufgabe mittlerweile mit verschlossenen Augen. Dein Hirn arbeitet auf Sparflamme, und das schon seit Jahren. Die ganze Monotonie zermürbt Dich. So entwickelst Du Dich natürlich auch nicht mehr weiter – ganz im Gegenteil: Jeder Grashalm wächst schneller als Du. Du, das verkannte Talent, bist Dir todsicher: Es würde sich richtigrichtigrichtig gut anfühlen, die grauen Zellen mal wieder zu aktivieren.

Wir finden: Klarer Fall von Überqualifizierung – und das ist leider nicht so charmant, wie es im ersten Moment klingt. Fakt ist: Mit diesem Problem bist Du nicht allein. Bei einer Untersuchung gaben 12 Prozent der Erwerbstätigen an, für die Anforderungen an ihrem Arbeitsplatz überqualifiziert zu sein[1]. Frauen waren mit einem Anteil von 14 Prozent sogar überdurchschnittlich häufig von Unterforderung betroffen.

Übrigens: Unterforderung am Arbeitsplatz führt zu Unzufriedenheit – und kann so sogar krankmachen. Die Folgen eines Boreouts: Schlafstörungen, Depressionen, Kopf- und Rückenschmerzen – die Liste ist lang. Also: Anker lichten, neuer Kurs gen Herausforderung!

2. Du arbeitest im Standby-Modus

Gegenteiliges Szenario: Schneller, höher, weiter, besser – Du hast viel zu tun. Sogar so viel, dass Dein Arbeitspensum glatt für zwei Personen ausreicht. Im Grunde hast Du keinen Plan mehr, wie Du das alles wuppen sollst. Überstunden sind eine Selbstverständlichkeit und so ist Dein Leben mehr „Work“ als „Life“. Von „Balance“ keine Spur. Dein Chef weiß von all dem, nur eine Lösung oder zumindest etwas Arbeitserleichterung, kennt er nicht, will er nicht.

Vorsicht: Dieses Leben auf „Standby“ macht ernsthaft krank, irgendwann sind sämtliche Energievorräte erschöpft. Lass es nicht erst so weit kommen!

3. Identifikation gleich Null

Du hast Dich für die Sicherheit entschieden. Darum verfasst Du nun Pressemitteilungen für Öl-Giganten, obwohl unter Deinem Sakko ein verkappter Öko schlummert. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Kein Wunder also, dass Dich regelmäßig das Bedürfnis befällt, dem massiven Verbrauch von Lebensstunden etwas Sinn zu geben. Heißt: Du sehnst Dich nach einer Tätigkeit, die Dir eine „höhere“ Aufgabe gibt. Ein Bildungsprojekt in Indien? Die eigene Fair Trade-Boutique? Marketing für Greenpeace? Worauf wartest Du? Carpe – the hell out of the – diem.

4. Und täglich grüßt das Arschgesicht

Du arbeitest nicht im Zoo, wirst aber tagtäglich mit diversen Tierarten konfrontiert: Der Chef ein Affe, der Mitarbeiter eine Zicke, und das Team besteht aus lauter schrägen Vögeln, mit denen Du einfach nicht warm wirst. Schlimmste Formen charakterlicher Deformation – so lautet die Diagnose, die Du bei den Kollegen leider feststellen musstest. Als Sklave deiner antrainierten Höflichkeit ignorierst Du gekonnt das Zucken deines Mittelfingers. Du lässt die spitzen Kommentare an Dir abprallen, lächelst brav zurück, sagst „Ja“ und „Amen“, denn Aufmucken bringt eh nichts.

Das musst Du Dir nicht geben. Wenn die Chemie nicht stimmt, kann auch der schönste Job zur Hölle werden. Ist das bereits der Fall, dann solltest Du das Gesamtpaket aus Boss plus Kollegen gefälligst zum Mond schießen. Besser gestern als morgen.

5. Du machst es nur des Geldes wegen

Man soll ja stets die Kirsche auf dem Misthaufen ausfindig machen. Hier ist sie: Die Bezahlung stimmt. Doch wenn Du den Job nur des Geldes wegen tust, schrillen die Alarmglocken so laut wie  kurz vor der Apokalypse.

Ernsthaft, Du tauschst Deine kostbare Lebenszeit gegen Geld? Es mag ja eine Phase im Leben geben, in der ein sicheres Einkommen wichtiger ist als Leidenschaft und das „richtige“ Gefühl. Dein Glück, dass Du das Studentenleben schon hinter Dir gelassen hast. Heißt: „Ich war jung und brauchte das Geld“ gilt nicht mehr.

6. Letztes Anzeichen: Du hast auf diesen Text geklickt.

Bähm. Gotcha!

Ready, set, polnischer Abgang!

Noch zwei Tipps, welche Dir die Entscheidung womöglich erleichtern:

  • Zugegeben – ein bisschen Bonaparte steckt doch in jedem von uns. Generell aber gilt: Vorsicht bei der Einschätzung der eigenen Fähigkeiten: Der Grat zwischen Hoch- und Tiefstapelei ist sehr schmal. Vielleicht kannst Du im Bekanntenkreis jemanden um eine objektive Einschätzung Deiner Situation bitten. Ein unvoreingenommener Blick von außen tut oftmals gut.
  • Mach Dir klar, was Du leisten kannst und willst und was Dich im Job motiviert. Vergleiche Die Ergebnisse mit dem, was Deine derzeitige Stelle Dir bietet. Ergibt sich unterm Strich ein enormes Ungleichgewicht? Dann ist es Zeit fürs Exen.

[1] destatis.de