Frau mit Notebook, umgeben von Weihnachtsgeschenken

Schöne Bescherung: Die Onlinehändler im Arbeitgeber-Check

In der Weihnachtszeit machen die Onlinehändler Rekordumsätze. Riesige Auswahl, schnell geliefert, günstig: Alle freuen sich, Käufer gleich wie Beschenkte. Doch wie steht es um die Mitarbeiter, die das alles möglich machen?

Streiks bei Amazon: „Glatteis juckt uns mehr“

Alle Jahre wieder: Es ist Weihnachten und die Gewerkschaft Ver.di ruft die Beschäftigten von Amazon zum Streik auf. Der größte Onlineversandhändler in Deutschland weigert sich konstant, Tarifverhandlungen aufzunehmen.

Letztes Jahr gab der Chef von Amazon Deutschland folgendes Statement ab: „Mal ehrlich: Wenn Glatteis ist, juckt uns das weit mehr, als wenn Ver.di zum Arbeitskampf aufruft. Es hat noch kein Paket seinen Adressaten zu spät erreicht, weil gestreikt wurde.“[1]

Und was sagen die Mitarbeiter?

Nach dieser Äußerung erwartet man Schlimmes, wenn man das kununu Profil von Amazon aufruft. Tatsächlich äußern sich nicht wenige Mitarbeiter kritisch. Und zwar vor allem in Hinblick auf schlechte Work-Life-Balance, die „Hire & Fire“-Personalpolitik und allgemein fehlende Wertschätzung und Menschlichkeit.

So schreibt eine Führungsperson, sie sei Teil eines „Managementteams, das seine Mitarbeiter nicht ernsthaft mag“. Ein anderer Mitarbeiter schreibt, er habe „noch nie so viel traurige Menschen gesehen“ wie bei Amazon.

Andererseits finden sich auch überraschend viele positive Stimmen. Die Bedingungen seien „nicht so schlimm wie in den Medien verbreitet“ – das schreiben gleich mehrere Angestellte. Ein Logistikmitarbeiter schreibt gar: „Nach mehreren Arbeitgebern und 20 Jahren Berufserfahrung kann ich nur sagen: Ich kenne keinen anderen Arbeitgeber, der so mitarbeiterorientiert ist wie Amazon“.

Arbeitgeber-Ranking: Die 10 größten Onlinehändler in Deutschland

So groß wie der Konzern, so unterschiedlich scheinen auch die Bedingungen für seine Angestellten zu sein. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3,19 von 5 Punkten setzt sich Amazon im Arbeitgeber-Ranking der deutschen Onlinehändler ins Mittelfeld.

Hinter Amazon sind andere große Namen wie Tchibo, Apple und Zalando zu finden. Das abgeschlagene Schlusslicht ist Alternate. Die Einblicke in das Unternehmen, die man auf kununu erhält, wirken besorgniserregend: „Mobbing an der Tagesordnung“, „massenhafte Entlassungen“ und „bei diesem Unternehmen hatte ich Angst, arbeiten zu gehen.“

An die Spitze des Rankings setzt sich das Hamburger Unternehmen Otto. Gleich danach folgt das Tochterunternehmen Bonprix. Hier erklingen in den Bewertungen andere Töne: „Klima von Freundschaft, Vertrauen, Motivation, Respekt“, „Coole Aufgaben und kreative Atmosphäre“„Otto ist der Beste“ – in der Tat.

PlatzArbeitgeberStandortkununu Score
1otto.deHamburg4.00
2bonprix.deHamburg3.87
3conrad.deHirschau3.26
4amazon.deMünchen3.19
5tchibo.deHamburg3.17
6apple.com/deFrankfurt a. M.3.12
7notebooksbilliger.deSarstedt2.95
8cyberport.deDresden2.93
9zalando.deBerlin2.91
10alternate.deLinden2.36

Stand: 15.12.2016
Quelle der Unternehmensliste: wiwo.de
[1] spiegel.de