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Richtig netzwerken: Ab in die Kantine!

Die Mittagspause in der Kantine: Wichtige Teambuilding-Maßnahme oder vergeudete Arbeitszeit? Glaubt man einer neuen Studie, so ist das Netzwerken in der Kantine am erfolgreichsten. In dem Sinne: Guten Appetit!

Täglich dasselbe Ritual, das mit dem Wörtchen „Mahlzeit!“ startet. Der Lockruf ertönt in so gut wie jeder Firma – und zwar dann, wenn der Tag auf Halbzeit zusteuert. Obendrauf gibts vorfreudiges Grinsen in den Gesichtern der Kollegen und glänzende Augen beim Gedanken auf Ente kross, die Prise Frischluft und etwas Smalltalk.

Große Pause für mehr Power

Mindestens 30 Minuten Mittagspause hat, wer zwischen sechs und neun Stunden täglich arbeitet – so regelt es das Arbeitszeitgesetz. Mit dieser Auszeit soll abfallender Konzentration, Erschöpfung sowie Leistungstiefs vorgebeugt werden. Doch die volle halbe Stunde wird hierzulande meist nicht ganz ausgenutzt. Im Schnitt macht jeder Büroangestellte etwa 20 Minuten Mittagspause, wovon – so die Statistik – rund 29 Prozent der Beschäftigten diese an ihrem Schreibtisch verbringen [1]. Zu kurz für eine angemessene Pause, urteilen Ärzte.

Die meisten Arbeitnehmer wollen in der großen Pause auf ihr Mittagessen nicht verzichten. Die beliebtesten Speisen sind übrigens der schnelle Imbiss an der Ecke oder ein Brötchen auf die Hand. Daneben lockt in vielen großen und kleinen Unternehmen zwischen 12 und 14 Uhr die Kantine. Nur 29 Prozent der Beschäftigten verzichten ganz auf die Nahrungsaufnahme und verbringen die Mittagspause stattdessen mit beruflicher Arbeit, sportlicher Betätigung oder leichter Lektüre.

Sich zur „ordentlichen Pause“ zwingen

Wer Gleitzeiten hat, projektorientiert arbeitet und lange To-do-Listen hat, neigt eventuell dazu, die Mittagspause vor dem PC brütend zu verbringen und an einem von zu Hause mitgebrachtem Butterbrot zu nagen. Doch wer zwischen Tastatur und Drucker seine Tupperdose auspackt, macht keine echte Auszeit. Sobald das Telefon bimmelt, geht man ja doch dran. Und die E-Mail, die da gerade im Posteingang erscheint, wird auch gleich geöffnet und beantwortet, klar.

Andere sehen die Mittagspause als willkommene Gelegenheit, um einfach mal abschalten zu können und die Ruhe zu genießen. So verständlich die „Me-Time“ auch manchmal sein mag, die gemeinsame Mittagspause unter Kollegen ist durchaus sinnvoll.

Mittagessen als Investition

Fakt ist: Wer sich sein Essen ins Büro bringt und es alleine verspreist, isoliert sich freiwillig. Im Büro und alleine zu essen, mag zwar billiger sein, trotzdem kostet es: Freunde, Freude – und obendrauf auch noch Karrierechancen. Mit anderen Worten: Mittagspausen sind ein soziales Happening. Gemeinsames Essen stärkt die sozialen Kontakte innerhalb der Firma und ermöglicht es Euch, neue Einsichten zu gewinnen. Bei Pizza und Caesar Salad unterhält man sich über das schöne Wetter und findet beispielsweise heraus, dass der andere genauso gerne Bikram Yoga praktiziert, wie man selbst. Das hat natürlich auch positive Auswirkungen auf die berufliche Zusammenarbeit. Nicht zu vergessen: Im Austausch unter Kollegen erfährt man oftmals interessante Details und Hintergründe, die im täglichen Arbeitsalltag oftmals untergehen.

Folglich lautet unser Tipp: Nutze die Zeit, um Kollegen besser kennenzulernen und mit neuen Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. So erweitert sich Euer Netzwerk im Nu, bestehende Beziehungen werden gestärkt.

Studie: Effektives Teambuilding in der Kantine

Eine neue Studie bestätitgt, was wir schon längst ahnten: Wer ein stark performendes Team mit einem guten Zusammenhalt zwischen den Mitgliedern will, der sollte alle zum gemeinsamen Mittagessen animieren[2]. Die Wissenschaftler jener Studie verglichen die Leistungen von Feuerwehrmännern, die ihre Mahlzeiten zusammen vorbereiteten und verspeisten. Die Annahme, dass gemeinsames Mittagessen wesentlich zur erfolgreichen Gesamtperformance beiträgt, bestätigte sich. Das Forscherteam betont außerdem, dass Essen ein „essentielles Ur-Verhalten“ ist, dem große Bedeutung zugemessen wird, auch wenn die meisten von uns es drei (oder mehr) mal am Tag tun. Wer eine Mahlzeit teile, teile zugleich eine „besondere Art von Intimität“ mit dem Kollegen.

Selbst Unternehmen, die keine Cafeteria haben, können angemessen auf diese Erkenntnisse reagieren. So können Teamleiter beispielsweise Takeout-Lunch in den Konferenzraum bestellen oder die Kollegen zum Spaziergang zum nächsten Restaurant motivieren.

CEO, Prakti und zweimal das Hauptgericht

Eine neue Idee bringt verschiedene Personen mit demselben Arbeitgeber an einen Mittagstisch: das Essensroulette. Das Konzept entstand aus dem Frust heraus, dass sich mittags zwar viele Kollegen in der Kantine trafen, jedoch in den immer selben Gruppen zusammen aßen. Jeder werkelte und blieb sozusagen in seinem eigenen sozialen „Silo“, es gab kaum interne Netzwerke. Dem wird mit dem Essensroulette entgegenwirkt, denn verschiedene Zweige und Sichtweisen eines Unternehmens vernetzen sich. Das Spannende am Mittagessen mit den „unbekannteren“ Kollegen ist es, neue Menschen kennenzulernen. Und vielleicht das Wichtigste: Niemand muss mehr alleine essen, wenn er nicht will.

Quellen: [1] Statista [2] Harvard Business Review