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OECD-Studie: Deutsche arbeiten europaweit am wenigsten

Eine kürzlich erschienene OECD-Studie zeigt: Die Deutschen arbeiten im Europa-Vergleich am wenigsten. Auch Österreich und die Schweiz liegen unter dem OECD-Schnitt. Vorne weg: Griechenland, Russland und Polen.

Die OECD-Studie im Detail

Eine im Jänner erschienene Studie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) vergleicht die jährlichen Arbeitsstunden der Beschäftigten eines Landes. Dabei wurden alle Arbeitsstunden eines Jahres durch die Gesamtanzahl der Beschäftigten geteilt. Die Arbeitsstunden setzen sich aus Vollzeit, Teilzeit und Überstunden zusammen. Urlaub und Feiertage wurden abgezogen. Die Studie bezieht sich auf das Jahr 2015.

 

OECD-Balkendiagram

Bildrechte: Organisation for Economic Co-operation and Development

 

  • Laut Studie arbeitet ein Deutscher 1371 Stunden im Jahr, was rund 26,3 Stunden pro Woche ergibt. Damit liegt Deutschland im OECD-Vergleich auf dem letzten Platz.
  • Etwas weiter vorne landet die Schweiz. Mit 1590 Stunden im Jahr oder rund 30,5 Stunden pro Woche bleibt man aber trotzdem unter dem OECD-Schnitt von 1766 Stunden.
  • Ein Österreicher verbucht 1625 Arbeitsstunden pro Jahr oder 31,25 Stunden pro Woche.
  • Die Länder mit den meisten Arbeitsstunden in Europa sind: Griechenland (2042 Stunden), Russland (1978) und Polen (1963).
  • Im OECD-Vergleich liegt Mexiko mit 2246 Stunden auf Platz 1.

Deutsche faul? Nicht unbedingt

Den Deutschen aufgrund der Studie Faulheit vorzuwerfen wäre aber unangebracht. Die vergleichsweise niedrige Stundenzahl hängt auch mit der hohen Teilzeitbeschäftigung von Müttern zusammen. Zudem gibt es in Deutschland viele geringfügig Beschäftigte, die den Schnitt drücken. Ein weiterer Kritikpunkt an der Studie ist die gesetzliche Wochenarbeitszeit, die je nach Land variieren kann.