Schreiender Mann steht zwischen Telefonhörern

Nach dem Bewerbungsgespräch: So penetrant darfst Du sein

Wer sich bewirbt, hofft auf eine schnelle Antwort. Wenn die aber ausbleibt, zermürbt einen die Ungeduld. Wie man beim potentiellen Arbeitgeber am besten nachhakt und was das mit Dating zu tun hat, erfahrt Ihr hier.

Sitting, waiting, wishing: Das Vorstellungsgespräch ist durch, nun nervt die Warterei auf eine Zu- oder Absage. Tick-tack-tick-tack – die Tage verfliegen, doch im E-Mail-Postfach tut sich einfach nichts, auch das eigene Telefon zeigt keinen Anruf in Abwesenheit an. Dieses Nichtwissen ist nicht zum Aushalten: Hat man den Job oder ist der Arbeitgeber noch unsicher? Du wirst ungeduldig, Zweifel am eigenen Auftritt machen sich breit.

First things first: Mach Dir bewusst, dass manche Mühlen etwas langsamer mahlen. Das gilt vor allem für die internen Abläufe von Unternehmen, die oft nicht viel weniger bürokratisch sind als das Finanzamt. Auch für Arbeitgeber ist es wenig ratsam, Bewerber allzu lange hinzuhalten. Denn so steigt das Risiko, dass ein Kandidat abspringt.

Das wollen Bewerber vom Unternehmen

Bewerber wollen einen Bewerbungsprozess, der einfach, schnell und transparent ist. Doch das ist so nur selten gegeben. Eine aktuelle kununu Auswertung zeigt, wie Jobsuchende die einzelnen Schritte in den Bewerbungsprozessen bewerten und wo es Verbesserungsbedarf gibt. Demnach ist die am schlechtesten bewertete Kategorie die zeitgerechte Zu- oder Absage.

Hinhaltetaktik – ein Nervtöter

Leider ist insbesondere die Hinhaltetaktik bei vielen Arbeitgebern beliebt. Richtig unangenehm ist das sogenannte „Ghosting“ von Bewerbern. Das Phänomen ist eigentlich aus Dating-Angelegenheiten bekannt: Es steht für ziemliche Feigheit – nämlich sich ganz einfach, ohne jegliche Erklärung, aus dem Staub zu machen. Kein Rückruf, keine Antwortmail, keine Reaktion, kein gar nichts! Ob nun in Sachen Kennenlernen oder eben bei der Jobsuche: „Ghosting“ ist höchst unprofessionell und verdammt ärgerlich.

Nochmal punkten

Unser Tipp: Bedankt Euch innerhalb von 48 Stunden nach dem Jobinterview für den Gesprächstermin. Am besten per Mail – das ist viel unaufdringlicher als ein Telefonanruf. Laut Karriereberatern ist diese kleine Nettigkeit die wirksamste Taktik, um bei den Gesprächspartnern im Gedächtnis zu bleiben und sein Interesse noch einmal zu untermauern. Auch kann man die Dankesmail nutzen, um noch offene Fragen anzureißen. Denn in der Aufregung des Vorstellungsgesprächs vergisst man oft, nach wichtigen Details zu fragen.

Die eigene Ungeduld zügeln

Die Dankesmail ist raus, jetzt wartest Du auf „Big News“ von der Personalabteilung. Zu- oder Absage – das ist jetzt die Frage. Nachfassen, klar. Nur wie und wann?

Schreibt man jeden Tag eine Erinnerungsmail, schrillt bei den Personalern der Nervensägen-Alarm – und das noch bevor man den Fuß in das neue Unternehmen gesetzt hat. Durch solch penetrante Aktionen kann Dein guter Eindruck im Vorstellungsgespräch komplett nichtig gemacht werden. Darum zwei Faustregeln:

  • Mindestens zehn Tage sollte man mit dem ersten Nachhaken schon warten.
  • Wurde ein konkreter Wochentag vereinbart („Wir melden uns Dienstag zurück“) und ist dieser bereits verschritten, dann gewähre noch einen 3-Tage-Puffer.

Nachhaken: So stellt Ihr es richtig an

Tut sich nach den zehn Tagen noch immer nichts, darfst Du nicht nur, sondern solltest Du aktiv werden. Bedachtes Nachhaken zeigt Souveränität und Engagement.

Am Telefon geht das Nachfassen schnell und ist persönlich – das kommt gut an. Rufe dazu am besten diejenige Person an, mit der Du bisher am meisten zu tun hattest. Das wird häufig jemand aus der Personalabteilung sein, in manchen Fällen aber auch der Vorgesetzte. Bekunde beim Anruf noch einmal deutlich Dein Interesse an der offenen Position und frage höflich nach, wann Du voraussichtlich mit der Entscheidung rechnen kannst.

So bitte nicht

Was gar nicht geht: Personaler zu einer Entscheidung drängen. Nötigungen oder gar ein Bluff a la: „Ich habe noch ein weiteres Angebot und brauche nun eine Entscheidung von Ihnen“ enden selten so, wie man sich das wünscht. So oder so steckt in der Aussage eine folgenschwere Subbotschaft – nämlich die, dass Du die Stelle eigentlich gar nicht so sehr willst und sie nur eine von vielen Optionen darstellt. Hebe Dir Dein Pokerface also für den nächsten Spieleabend auf.

Wie war Dein letztes Vorstellungsgespräch? Musstest Du lange warten oder kamen die guten News schnell ins Postfach geflattert? Welche anderen Erfahrungen hast Du beim Bewerben gemacht? Bewerte jetzt Deinen Bewerbungsprozess.