Man greift sitzt am Schreibtisch und fasst sich an den verspannten Nacken

Besser entspannt arbeiten: Diese 6 Tipps helfen

Stress, Konzentrationsprobleme, hinzu kommt eine schlechte Haltung: Was den Job erschwert, schlägt schnell auf das körperliche Wohlbefinden über. Wie kann man Mitarbeiter vor solchen Entwicklungen schützen? Gemeinsam mit Haworth präsentieren wir 6 Tipps, die Euch dabei helfen.

Sitzen am Frühstückstisch, sitzen im Auto, sitzen am Schreibtisch, sitzen zum Mittagessen, wieder sitzen am Schreibtisch… . Sitzen ist ein großes Problem der heutigen Arbeitswelt. Es führt zu Muskelskeletterkrankungen und hat noch sehr viel weitreichendere Folgen auf Herz, Darm und Blutkreislauf. Aber auch andere Krankheiten machen den modernen Arbeitern Sorge: Psychische Belastungen stehen an zweiter Stelle, dahinter folgen Schleimhautentzündungen und Atemwegserkrankungen. Ständige Erreichbarkeit, niedrige Luftfeuchtigkeit im Büro und die gleiche Haltung über den gesamten Tag belasten den Menschen. Wir sind fürs Laufen, Jagen und Sammeln geschaffen. Noch in den 20er Jahren wurde im Büroalltag die meiste Zeit gestanden. Heute hat sich das signifikant verändert.

Die Ergonomische Formel

Die ergonomische Formel beschreibt den perfekten Arbeitstag: 50% der Arbeitszeit kann im Sitzen, 25% sollte im Stehen und wiederum 25% in Bewegung verbracht werden. Wenn man sich bemüht, diese Formel einzuhalten, ist man schon auf einem guten Weg, sein Wohlbefinden zu verbessern. Die Bewegung kann man durch einfache Maßnahmen in den Tag einbauen: statt den Aufzug nehmt Ihr die Treppe, statt direkt vor dem Büro zu parken, geht lieber noch ein paar Schritte zu Fuß oder nehmt auch mal das Rad zur Arbeit. Wenn Ihr eine Frage an eine Kollegin oder einen Kollegen habt, greift nicht zum Telefon oder schreibt kurz eine Mail, sondern geht rüber ins Nachbarzimmer. Für das Wechseln zwischen sitzen und stehen, ist die richtige Büroausstattung wichtig. Aber dazu kommen wir im nächsten Tipp.

Die richtige Ausstattung für das Büro

Sitzbälle, Laufband-Tische, Pedale unter dem Tisch – es gibt viele Lösungsvorschläge, die den Arbeitsalltag ausgeglichener machen sollen. Allerdings sollte das Büro nicht zum Fitnessstudio mutieren. Es ist immer noch ein Ort der Konzentration. Wichtiger sind deshalb ergonomisch geformte Stühle und verstellbare Tische. Das hilft aber nur, wenn die Mitarbeiter auch in der Handhabung der Möbel geschult werden.

Die Küche sollte ebenfalls richtig ausgestattet sein. Seht sie lieber als „Denk- und Genussraum“: Hier sollte eine entspannte Atmosphäre herrschen, wo man auch an etwas Anderes als Arbeit denken und sich in Ruhe sein Essen zubereiten oder zu sich nehmen kann. Das sorgt für eine Wohlfühlatmosphäre, die motivierend wirkt und die Kommunikation anregt.

Vernünftig ist auch das Anlegen eines Ruheraums. Wozu braucht man einen 6. Besprechungsraum, den nie jemand nutzt?

Besser ist ein Raum, in den sich alle Mitarbeiter zurückziehen und in dem sie ungestört sein können. Schöner Nebeneffekt: Kreativität und Produktivität werden wieder sprießen.

Ebenfalls sinnvoll: Möglichkeiten für PowerNaps einrichten. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass diese die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter erhöhen. 2013 hat Lynn von JobisJob bereits eine gute Aufzählung aufgestellt, wie man den „Mittagsschlaf am Arbeitsplatz“ möglich machen kann.

Erreichbarkeit regeln

Ein großer Stressfaktor, der sowohl die Psyche als auch das Privatleben belastet, ist die heutige ständige Erreichbarkeit. Die Medien werden immer schneller, man muss immer schneller reagieren und wird immer schneller von Informationen überflutet. Das setzt den Menschen unter Druck. Diese Belastungen sind schwer zu verhindern. Hierfür müssen Regelungen her. Feste Zeiten, ab denen man nicht mehr erreichbar sein muss und wirklich Feierabend hat – auch im Home-Office! Wenn Ihr meint durch dauerhafte Erreichbarkeit alles für das Unternehmen zu geben: Eure Gesundheit ist mehr wert, als nachts eine E-Mail zu beantworten.

Büro-Yoga? Oder: Wie verbringe ich meine Mittagspause?

In der Mittagspause kurz ins Fitnessstudio als Ausgleich? Keine gute Idee. Die Mittagspause ist eine Zeit, in der Ihr Euch entschleunigen solltet. Diese Wirkung hat Sport in der Regel nicht. Besser ist es einen Spaziergang zu machen, weg vom Arbeitsplatz zu gehen, mit den Kollegen über andere Dinge als Arbeit zu reden und sich gut und ausgewogen zu ernähren. Yoga am Arbeitsplatz ist eine gute Idee, um die Muskulatur zu entspannen. Natürlich sollten diese Übungen unauffällig sein. Die Firma Froach Media bietet hier ein gutes Programm: ein Frosch zeigt Euch Übungen, die bei der Entspannung helfen. Diese sind leicht zu machen und entspannen unter anderem Augen- und Nackenmuskulatur.

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Den Sport als Ausgleich legt Ihr am besten in den Feierabend. Hier nochmal Bewegung einzubauen, befreit den Kopf und sorgt nochmal mehr für einen Kontrast zum Büroalltag.

Luftfeuchtigkeit erhöhen

Die Arbeitsplatzverordnung schreibt eine relative Luftfeuchtigkeit von 50% am Arbeitsplatz vor, jedoch sind bei den meisten nicht mal 25% gegeben. Das liegt im Winter größtenteils an der Heizungsluft, aber auch die EDV Ausstattung trägt ihren Teil dazu bei. Die Wärme, die Computer und Drucker abgeben, verringert die Luftfeuchtigkeit und sorgt für tränende Augen, Schleimhautreizung und erhöht das Risiko von Erkältungskrankheiten. Pflanzen helfen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und das Raumklima zu verbessern. Zusätzlich solltet Ihr das Fenster morgens und über den Tag hinweg öfter zum Stoßlüften öffnen, um immer frische Luft in den Raum zu lassen und die Wärme zu vertreiben.

Das wichtigste: Die Verantwortung liegt beim Chef. Die Tipps sind alle schön und gut. Aber bei der Umsetzung ist nicht nur der Arbeitnehmer gefragt. Die Verantwortung liegt vor allem beim Chef. Wenn man sieht, dass auch er sich in der Mittagspause mal 10 Minuten in den Ruheraum zurückzieht und ein PowerNap macht, ist es viel leichter, sich das auch selbst zu trauen. Auch die Kommunikationskultur bezüglich der Einschränkung der Erreichbarkeit, sollte der Chef vorleben. Und zu den neuen Büromöbeln gehört auch eine Einweisung in deren Handhabung. Am besten gibt er auch unsere 6 Tipps an seine Mitarbeiter weiter.

Über Haworth

Haworth ist einer der weltweit größten Hersteller von Büromöbeln und führend in der Entwicklung und Umsetzung von Wissenskonzepten für zukünftige Arbeitswelten. Sie wollen Kreativität und Produktivität, aber auch die Gesundheit der Mitarbeiter fördern. Weitere Informationen über das Unternehmen findest Du hier.

Über den Tippgeber Torsten Lohrsträter

Torsten Lohrsträter ist Experte im Bereich Bürokonzepte. Er ist Productline Manager des Büromöbelherstellers Haworth GmbH. Sein Team entwickelt Büromöbel für die Arbeitswelt 4.0 und Bürokonzepte für Unternehmen.

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