glückliche Frau mit Sparschwein

Ist mehr wirklich mehr? Wann uns Geld glücklich macht

So ungern wir es auch zugeben: Geld hat einen erheblichen Einfluss auf unser Glücksempfinden. Doch wann fängt Geld an, uns glücklich zu machen? Und ist mehr wirklich immer mehr?

Kaum ein anderes Stück Papier hat derart akute Auswirkungen auf unsere Gefühlslage wie der Kontoauszug. Und obwohl Geld bekanntlich nicht alles ist, lösen eine Gehaltserhöhung  oder Weihnachtsgeld nicht selten euphorische Schnappatmung aus. Warum aber hängen wir so am Geld?

Die Macht des Geldes

Die Wissenschaft bestätigt: Je mehr Geld wir haben, desto glücklicher sind wir. Geld und Glück sind so stark verbunden, dass selbst reiche Menschen überzeugt sind, noch glücklicher zu sein, wenn sie drei- bis viermal so viel besäßen.[1] Doch das Leben ist nicht ganz so unfair, wie es auf den ersten Blick scheint.

Die gute Nachricht für alle Wenigverdiener: Das Glücksgefühl, welches durch mehr Geld entsteht, lässt sich nicht ins unendliche steigern. Dank der nichtlinearen Beziehung zwischen Einkommen und Glück, wird der Kick bei jedem Gehaltsprung kleiner. Wer also ein Jahreseinkommen von 15.000 Euro bezieht, erlebt einen enormen Glückszuwachs, wenn sich das Gehalt auf 30.000 Euro verdoppelt. Erhöht sich das Einkommen nochmal auf 60.000 Euro, resultiert daraus zwar noch immer ein gesteigertes Glücksgefühl, der Sprung ist jedoch schon bedeutend geringer als beim ersten Mal.[2] Ab einem Jahreseinkommen von 80.000 bis 100.000 Euro relativiert sich der Effekt fast vollständig. Ökonomen sprechen hierbei von einem abnehmenden Grenznutzten. Mehr Geld macht also nicht zwingend glücklich. Armut hingegen macht jedoch ziemlich sicher unglücklich.

Wie viel Geld macht denn nun glücklich?

Laut Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman liegt die magische Schwelle in Sachen Glück bei 50.000 Euro Jahreseinkommen. Bis zu diesem Punkt steigen Einkommen und Glück beinahe linear, bevor die Kurve beginnt abzuflachen.

Doch nicht alles hängt vom eigenen Einkommen ab – auch die Verteilung des Wohlstandes beeinflusst unser Glücksempfinden. Je gleichförmiger die Verteilung des Wohlstandes, desto zufriedener ist die Bevölkerung. Profitiert also nur der ohnehin schon gutgestellte Teil der Bevölkerung von wirtschaftlichem Aufschwung, steigt zwar der Wohlstand, aber nicht das Wohlbefinden. Nur faire Verhältnisse haben hierbei einen positiven Einfluss.

Einen anderen Effekt kennen wir schon seit Kindertagen: Egal wie viel wir haben, es muss immer etwas mehr sein als bei den anderen. Ähnlich verhält es sich auch beim Gehalt. Der Grund: Menschen brauchen Vergleichswerte um feststellen zu können, ob sie glücklich mit dem sind, was sie haben. Und weniger geht da auf keinen Fall. Hätten wir also die Wahl zwischen einem Unternehmen, in dem wir 100.000 Euro und alle anderen 130.000 Euro verdienen oder wir 80.000 Euro und alle anderen 60.000 Euro, dann würde sich ein Großteil für Variante B entscheiden. [3]

Wohin mit dem überschüssigen Geld?

Am Ende kommt auch die Wissenschaft zu dem Ergebnis, dass mehr Geld allein nicht glücklich macht – zumindest nicht direkt. Wer sein Geld möglichst sinnvoll in Glück investieren möchte, gibt es statt für materielle Dinge besser für Erlebnisse aus. Materielle Dinge unterliegen dem Gewöhnungseffekt, wodurch sie mit der Zeit schnell ihren Reiz verlieren. Positive Erlebnisse hingegen können wir uns immer wieder hervorrufen – und damit auch ein Stück des Glücksgefühls, welches wir damit verbinden. Ein ähnlich positiver Effekt tritt auf, wenn das Geld anstatt für einen selbst, für andere ausgegeben wird.

[1] sueddeutsche.de
[2] zeit.de
[3] zeit.de