Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

How to: Zusage – dank perfektem Bewerbungsfoto

Und bitte recht freundlich: In den Bewerbungsunterlagen sollten eigentlich nur die beruflichen Qualifikationen zählen – und nicht das Aussehen. Dennoch kann ein überzeugendes Bewerbungsfoto ein Türöffner sein. Alle Do’s and Don’ts in der Übersicht.

Das Anschreiben ist abgetippt, der Lebenslauf steht. Doch erst das richtige Bewerbungsfoto rundet Deine Bewerbungsunterlagen ab. Wenig überraschend: XING-Profile mit Foto werden im Durchschnitt häufiger aufgerufen als seine anonymen Pendants. Zwar darf ein Arbeitgeber keinem Bewerber vorschreiben, ein Foto in seine Bewerbungsunterlagen aufzunehmen – so besagt es das Gleichbehandlungsgesetz –, trotzdem gilt das Foto noch immer als Standard im Lebenslauf.

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte – das gilt vor allem auch für Bewerbungsfotos. Letztlich ist jenes Bild nur wenige Quadratzentimeter groß, doch stellt es die Bewerber immer wieder vor knifflige Fragen: Professionelle Aufnahme oder nicht? Was anziehen? Und wie posieren?

Wir erklären, was Ihr beim Bewerbungsfoto beachten müsst, um Euch sämtliche Sympathien zu sichern.

Nichts für Hobbyfotografen

First things first: Das Foto am Lebenslauf sollte den eigenen Typ gut abbilden und neugierig machen. Ist Dein Bild verpixelt und von schlechter Qualität, ziehen die Personaler rasch Rückschlüsse. Fotos aus dem Automaten sind zwar preisgünstig, überzeugen aber nicht durch Qualität. Weitere No-Gos sind Handyfotos sowie Selfies. Darüber hinaus sollte die Aufnahme maximal ein Jahr alt sein.

Unterm Strich: Lass am besten einen professionellen Fotografen ran! Ihm gelingt garantiert ein aktuelles, überzeugendes Porträt auf neutralem Hintergrund.

Vor dem Shooting-Tag solltest Du mit dem Fotografen unbedingt klären, wofür die Bilder benötigt werden und welche Position in welcher Branche man anstrebt. Gemeinsam könnt Ihr dann festlegen, wie genau Du rüberkommen willst. Und diese Aspekte gibts dabei zu beachten:

1. Der Hintergrund

Eine blasse Gesichtsfarbe auf dem Foto, obwohl Du kerngesund bist? Der Übeltäter ist schnell identifiziert: Eine falsch gewählte Hintergrundfarbe kann Dich schnell mal in ein falsches Licht rücken. Besser ist: ein eisgrauer oder warm-grauer Hintergrund. Der verleiht Deinem Foto nämlich mehr Wirkung. Und wenn die Ränder mit einer Vignette etwas abgedunkelt werden, lenkt das die Aufmerksamkeit noch zusätzlich auf das Motiv.

Abgeraten wird von Schwarz als Hintergrundfarbe. Türkis gilt als 80er Jahre-Liebling, vor Braun sehen nur die Wenigsten vorteilhaft aus. Und Gegenstände im Hintergrund haben auf dem Bild nichts verloren!

 2. Dein Auftritt

Bitte so natürlich wie möglich! Ein ehrliches Lächeln signalisiert Selbstsicherheit. Und was bei Tinder ankommt, hat hier nichts zu suchen. Heißt: Duckface oder den Schlafzimmerblick solltest Du Dir für das nächste Speed Dating aufsparen.

Es klingt zwar banal, dennoch solltest Du auf ein Top-Äußeres achten. Bei den Herren ist eine gepflegtes Bartrasur von Vorteil. Ein dezentes Make-up ist erwünscht. Schmuck auch, doch mach dem Christbaum bitte keine Konkurrenz.

Zu vermeiden: fettige und somit glänzende Hautpartien, fleckige Brillen sowie Lichtreflexion auf Brillengläsern. Im Zweifelsfall die Brille fürs Foto abnehmen, wenn Du Dich so wohler fühlst.

Auch sollte das Foto noch ein bisschen von Deinem Oberkörper zeigen. Wichtig dabei: die korrekte Körperhaltung. Hängende Schultern, fehlende Körperspannung – so strahlt man weder Motivation noch Einsatzbereitschaft aus.

Wenn Du beim Shooting fest an Deinen nächsten Job und die Zusage denkst, sollten Dir sowohl das natürliche Lächeln als auch eine aufrechte Körperhaltung ganz easy gelingen.

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So nicht: Die Krawatte sitzt nicht, die Pose wirkt anbiedernd, das Lächeln fehlt.

3. Deine Kleidungswahl

Am besten Du wählst ein ähnliches Outfit, das Du  bei einem weiterführenden Vorstellungsgespräch anziehen würdest. Trage nach Möglichkeit jene Kleidung, die dem Dresscode der Branche und der angestrebten Position entspricht. Soll heißen: Eine Führungskraft in einer Bank hat andere Kleidungsvorschriften einzuhalten wie ein Kommunikationsdesigner in einer Agentur.

Überlege gut, was angemessen und auch erwünscht ist. So ist beispielsweise für den Bewerber, der sich auf eine Position mit Personalverantwortung bewirbt, eine gut sichtbare und anständig sitzende Krawatte Pflicht.

Kreativbranche? Glückwunsch.

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Thumbs up: Ein kreatives Foto ist eine gelungene Begrüßung – das gilt aber nicht für alle Unternehmen.

Bei kreativen Berufen, in hippen Agenturen und anderen Jobs in lockerem Umfeld sind ungewöhnliche Fotos erfolgreich: Da kann man schon mal mit den Farben spielen, eine assymetrische Bildeinteilung wählen oder Fotos schräg von hinten schießen mit Blick über die Schulter. Je konservativer das Umfeld ist, in dem Du Dich bewirbst, desto mehr solltest Du auf das bewährte klassische Bewerbungsfoto setzen. Im Zweifelsfall gestalte Deine Bewerbungsfotos lieber klassisch.

Weitere Tipps

  • Nachbearbeitung? Ja. Solange Dein „Wiedererkennungswert“ für ein späteres persönliches Kennenlernen durch die nachträgliche Bearbeitung nicht gefährdet wird, bieten sich Digitalfotos für eine dezente Nachbearbeitung geradezu an. Augenringe wegzaubern, die Zähne etwas aufhellen – für das Bildbearbeitungsprogramm kein Problem.
  • Verkleinere das in der Regel viel zu hoch auflösende Originalfoto. Erst nach diesem Step sollte der Import des Fotos in Deine Bewerbungsunterlagen erfolgen.
  • Da das Bewerbungsfoto meist links auf dem Blatt steht, solltet Ihr beim Shooting nach rechts blicken – das wirkt stimmiger. Eine Höhe von 6 cm x 4 cm Breite gilt als Standard. Als Richtwert für die Seitenverhältnisse gilt: Hochformat 3:4, Querformat 4:3.
  • Üblicherweise platzierst Du es dann in der rechten oberen Ecke des Lebenslaufes, etwa auf Höhe der „Persönlichen Daten“.