Frau hält teure Designertasche

How to: Das erste Gehalt verprassen

Herzrasen, die Endorphine ballern und das Geigenquartett im Ohr: Kein Gefühl ist schöner als wenn der allererste Gehaltscheck eintrudelt. Nur was tun mit dem Monetenregen? Drei Vorschläge zum Verprassen.

Und alle so….

Was junge Menschen mit ihrem ersten Gehalt machen wollen, zeigt eine Umfrage unter 1.000 16- bis 26-Jährigen[1]. Demnach ist bei den meisten Befragten das Geld schon fest verplant: Sparen will jedenfalls nur ein Fünftel.

Fast jeder dritte Student geht davon aus, sein erstes Gehalt zur Abbezahlung von Schulden nutzen zu müssen, die unter anderem durch Studienkredite entstanden sind. Knapp ein Viertel will sich Urlaub gönnen. Ein Großteil der Azubis dagegen gibt sein Geld sofort aus – zum Beispiel für Smartphones, Spielekonsolen oder Klamotten[2].

Bock auf Verprasserei? Wir hätten da mal drei Vorschläge:

1. Ausziehen & Designermöbel anschaffen

Hand aufs Herz: Auch Du gehörst zur Gattung der Stubenhocker. Oder anders gesagt: Ungefähr 90 Prozent unseres Lebens verbringen wir durchschnittlich in geschlossenen Räumen. Und genau darum ist nun Zeit für gesunden Egoismus, zero Rücksichtnahme und einen Putzplan ganz nach Deinem Geschmack. Was das heißt? WG war gestern. Nun endlich kannst Du zu denjenigen gehören, die Wohnungen mit mehr Zimmern als Anzahl der Bewohner beziehen. Und Kohle für einen Makler hast Du nun auch.

Step 2: Die dazugewonnenen Quadratmeter gilt es wohlüberlegt zu füllen. Die neuste Pantone-Farbe gehört an Deine Wände. Dazu Vintage-Schätze zwischen gepflegtem Minimalismus. Eames oder Panton heißen Deine neuen Mitbewohner. Was beide eint: Sie halten die Klappe, haben Klasse, sehen toll aus.

2. Speisekarten auswendig lernen

Freizeit lässt sich definitiv besser nutzen, wenn man nicht selbst in der Küche stehen muss. Die Butter aufs Brot kratzen – das hast Du nun nicht mehr nötig. Ab sofort lässt Du Dich betüdeln: Endlich kannst Du all die netten Restaurants austesten, die zwischen Deiner Arbeitsstelle und Deiner Wohnung liegen. Mit den Kellnern bist Du bald per Du. Deine Stammplätze reserviert man Dir am Fenster. Und selbstverständlich genießt Du fortan das Wochenendfrühstück samt Eggs Benedict und Karamell-Toffee-Latte außer Haus. Dein Instagram-Feed war nie appetitlicher.

Unterm Strich: Ein wahrhaft zivilisatorischer Akt. Erst recht in der durchästhetisierten Stadtgesellschaft. Livin‘ the good life – Gehaltsscheck sei Dank!

3. Cash Mob’ben gehen

Die Idee des Cash Mob kommt aus Amerika und soll kleine, heimische Unternehmen mit einer Finanzspritze unterstützen. Dafür verabreden sich Personen an einem bestimmten Tag, zu einer bestimmten Uhrzeit in einem einzigen Laden zusammen und geben dann innerhalb einer Stunde spontan Geld aus. Mindestens zehn Euro, Luft nach oben ist ja bekanntlich immer.

Primäres Ziel des Cash Mobs ist allerdings nicht das Verprassen, sondern jene Idee an mindestens drei andere Personen weiterzugeben. So sollen Käufer angeregt werden, nicht nur bei den Schwergewichten auf Schnäppchenjagd zu gehen, sondern sich wieder auf traditionelle Geschäfte zu besinnen[3].

[1] diepresse.com
[2] stern.de
[3] n-tv.de