Digital Detox: Frau liegt entspannt in Blumenwiese

Digital Detox: Eine Trennung auf Zeit

Das Modewort Detox kennen wir vor allem in Zusammenhang mit Saftkuren und Diät-Plänen. Die Idee dahinter ist simpel: Menschen sollten ihren Körper hin und wieder von all dem Gift befreien, das sie wegen Umweltbelastungen, ungesunder Ernährung, Rauchen oder Alkoholkonsum jeden Tag aufnehmen.[1 ]

Detox kann aber nicht nur Deinen Körper wieder in alter Pracht erstrahlen lassen. Auch Dein Geist kann so wieder in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Das Zauberwort dafür: Digital Detox. Digital Detox bezeichnet eine Zeitspanne in der eine Person auf die Verwendung von elektronischen Geräten verzichtet. Konkret heißt das: kein Smartphone, kein Internet, keine E-Mails, kein Facebook, Instagram, Twitter & Co. Auch E-Reader sollten in dieser Zeit aus der Hand gelegt werden.

Digital Detox: Nieder mit der ständigen Erreichbarkeit!

Die digitale Abstinenz klingt für Dich eher nach einem Alptraum? Nicht so vorschnell! Nimm Dir kurz die Zeit und lass Deinen digitalen Konsum vom Vortag Revue passieren. Wenn Dich das zum Grübeln bringt, können wir Dich beruhigen: Du bist nicht alleine!

Firmensmartphones oder Dienstlaptops –  was zunächst wie ein eindeutiger Pluspunkt klingt, hat auch seine Schattenseiten: ständige Erreichbarkeit. Leistungsdruck und All-in-Verträge führen dazu, dass Arbeitnehmer auch nach Feierabend und, noch schlimmer, im Urlaub E-Mails beantworten und Anrufe entgegennehmen, anstatt sich entspannt aufs Sofa zu werfen und die Gedanken schweifen zu lassen. Wenig überraschend scheint da, dass Digital Detox vor allem bei jenen Menschen, die besonders digital-affin sind, einen Nerv trifft.[4 ]

Zum digital Overload im Berufsleben kommt die private Nutzung. Wann bist Du zuletzt Bus gefahren, ohne zu telefonieren oder im Internet zu surfen? Wer sich beim Gläschen Wein mit Freunden dabei erwischt, durch seinen Facebook-Feed zu scrollen, sollte seinen Online-Konsum überdenken.

Seinen Ursprung hat Digital Detox übrigens – eine Ironie sondergleichen – an jenem Ort, der geradezu zum Inbegriff der Digitalisierung geworden ist: Silicon Valley. Dort gibt es Feriencamps für digital Geschädigte, in denen vor allem eine Regel gilt: Keine Elektrogeräte! Smartphones, Tablets und Co. werden zu Beginn von Camp-Mitarbeitern eingesammelt und in sogenannten „Dekontaminationsräumen“ verwahrt. [2 ]

 

 

Motivation für digitale Enthaltsamkeit

Die Motivationen, sich auf Digital Detox einzulassen, sind vielfällig. Nicht nur die Sorge um ein sich entwickelndes Suchtverhalten veranlasst Menschen dazu, ihre technologische Wegbegleiter eine Zeit lang in der Lade verschwinden zu lassen. Oft ist es die Technologie mit ihren unbegrenzten Funktionalitäten selbst, die jenen Stress verursacht, auf den der ein oder andere gerne verzichten würde. Für manche ist die Angst vor der Verletzung der Privatsphäre der ausschlaggebende Punkt.

Für andere gelten Smartphone und Laptop mittlerweile schlicht als Störfaktoren. Sie fressen Zeit und Energie. Und sie lenken ab! Sie lenken ab vom Treffen mit Freunden, vom gemeinsamen Abendessen mit der Familie, vom Autofahren, von der Vorlesung. Du siehst – Gründe, einen Digital Detox zu wagen, gibt es wie Pixel am Bildschirm.[3 ] 

Das bringt die Trennung auf Zeit

Die wohl spannendste Frage beantworten wir zum Schluss. Was genau bringt es Dir, wenn Du Dich auf dieses „Experiment“ einlässt? Eines vorweg: Es lohnt sich.

Sinkendes Stresslevel

Das Gefühl durchgehend für alle erreichbar zu sein, bedeutet Stress. Wir könnten ja etwas verpassen. Selbst nach Feierabend werden fleißig E-Mails gecheckt und beantwortet –  es fällt schwer abzuschalten. Dank der digitalen „Entgiftungskur“ wird es wieder leicht, sich zu auf den Moment zu besinnen, Arbeit und Privatleben zu trennen. Das Beste: Die Fokussierung auf den Moment senkt das Stresslevel enorm.

Höhere Produktivität

Wer schon einmal gezählt hat, wie oft er während einer Tätigkeit das Smartphone zur Hand genommen hat, weiß: E-Mail und Social Media zählen zu den #1-Ablenkungsquellen unserer Zeit. Sich nur auf eine einzige Sache zu konzentrieren scheint schier undenkbar. Klar ist, der Verzicht darauf steigert Deine Konzentrationsfähigkeit deutlich. 

Mehr Motivation

Die digitale Auszeit wirkt sich auch auf die Motivation aus. Wer sich nicht entkräftet von der täglichen Reizüberflutung auf die Couch schleppen muss, hat abends mehr Motivation, sich den Dingen zu widmen, die zuvor unter E-Mail und Message-Bergen vergraben lagen.

Pflegt Beziehungen

Mal ehrlich. Wer war noch nicht vom Smartphone-Getippe des Partners oder des besten Freundes genervt. Wem seine Beziehungen wichtig sind, der sollte das Smartphone einfach mal zur Seite packen und ganz bei der Sache sein. Denn eines ist sicher: Alle Social-Media-Plattformen der Welt können die realen sozialen Interaktionen nicht ersetzen. [4]

Schont den Körper

Nicht zuletzt leidet unser Körper unter der übermäßigen Nutzung von Technologie. Handgelenke, Arme, Schultern sind ständig belastet. Auch Augen und Ohren werden übermäßig angestrengt. Frei nach dem Motto „My Body is my Temple„: Gönnt Eurem Körper eine Auszeit und lehnt Euch einfach mal zurück – ganz ohne digitalen Schnickschnack.[5 ]

 

Was bleibt da noch zu sagen außer: Give it a try.

 

 

[1 ] http://www.medizin-transparent.at/
[2 ] http://www.manager-magazin.de/
[3]  Stacey Morrison & Ricardo Gomez: Pushback: The Growth of Expressions of Resistance to Constant Online Connectivity
[4 ] http://karrierebibel.de/
[5 ] http://www.huffingtonpost.com/