Zwei One-Way-Tafeln kreuzen sich vor Häuserblock

Diese 5 Fehler machen Personaler, wenn sie neue Mitarbeiter suchen

Im Bewerbungsprozess kann jeder Fehler den Job kosten. Leider gleicht dieser oftmals eher einem Spießrutenlauf und ist alles andere als gut strukturiert. Dabei entscheiden nicht nur die Fehltritte der Bewerber über Job oder Flop. Auch Personaler erlauben sich den ein oder anderen Schnitzer, wodurch Unternehmen geeignete Mitarbeiter durch die Lappen gehen. Es liegt nicht immer an Dir. Diese 5 Fehler machen Personaler, wenn sie neue Mitarbeiter suchen.

1. Bewerber hinhalten

Ticktack: Zeit ist bei der Jobsuche ein Faktor, der den Bewerber stark unter Druck setzen kann. Kinder, Miete, Versicherung – nicht jeder hat den Luxus, mehrere Monate auf Gehalt verzichten zu können. Rund zwei Drittel der Bewerber wollen deshalb eine Zusage innerhalb von 14 Tagen. Die Hälfte der Personaler gibt allerdings an, eine Antwort erst innerhalb von 4 Wochen mitzuteilen. Auch auf kununu ist die zeitgerechte Zu- und Absage der deutschen Arbeitgeber mit lediglich 3,07 Punkten bewertet – Tiefstwert im Bewerbungsprozess. Bitte also nicht wundern, wenn der nächste dicke Fisch einfach abspringt, nur weil die Zusage per Schneckenpost kommt.

2. Fehlendes Gehalt in der Stellenausschreibung

8 von 10 Bewerbern erhoffen sich in der Stellenausschreibung eine Angabe zum Gehalt. Neben dem persönlichen Anforderungen und dem Aufgabenprofil ist es eigentlich nur fair zu wissen, was am Monatsende für das Geleistete auf das Konto wandert. In der Praxis halten das leider nur 40 Prozent der Personaler für sinnvoll. Was in Österreich zumindest mit der Angabe des Mindestgehalts laut Kollektivvertrag verpflichtend ist, wird in Deutschland meist unter den Tisch fallen gelassen.

3. Falsche Versprechungen machen

Für Personaler ist es oftmals leicht, dem Bewerber die rosarote Brille aufzusetzen. Flexible Arbeitszeiten und gute Aufstiegschancen hier, eine Gehaltserhöhung dort und schon ist der Kandidat hin und weg. Wie es mit Benefits und Weiterentwicklungschancen in der Praxis aussieht, wie groß und häufig die Gehaltssprünge wirklich sind, wird dabei manchmal „vergessen“ – Details klärt man bekanntlich später. Dass falsche Versprechungen einer der größten Motivationskiller sind, ist dann ja nicht mehr das Problem des Personalers.

4. Die eigene Position ausnutzen

Obwohl das Jobinterview gerne als Gespräch auf Augenhöhe verkauft wird, sieht die Wirklichkeit in vielen Fällen anders aus: Der Personaler sitzt am längeren Hebel, der Bewerber glänzt in der Rolle des Bittstellers und übt sich in Bescheidenheit. Das muss er auch, wenn unfaire Gegenangebote kommen: „Es gibt da noch einen anderen Kandidaten, der allerdings etwas über unseren Gehaltsvorstellungen liegt …“ oder „Für diese Stelle haben Sie noch nicht genug Erfahrung, aber ein Praktikum könnte ich Ihnen anbieten.“ Auch wenn es als Bewerber schwer ist, auf diese Art von Spielchen sollte man sich nicht einlassen. Es gilt: Kenne Deinen Wert und verkauf Dich nicht darunter.

5. Nur externe Bewerber in Betracht ziehen

Mittelgroße bis große Unternehmen sollten in der Lage sein, 70 Prozent der Nicht-Einstiegspositionen intern zu besetzen. [1] Nicht nur, dass berufliche Weiterentwicklung ein wichtiger Motivator ist, interne Mitarbeiter haben auch den Vorteil, Prozesse und Probleme im Unternehmen zu kennen. Neue Impulse sowie Input von außen sind natürlich Gegenargumente, die für eine externe Neubesetzung sprechen – werden geeignete Mitarbeiter allerdings mehrmals übergangen, gehen dem Unternehmen über kurz oder lang wichtige Leistungsträger mit enormem Know-how verloren. Mitarbeiter, die sich weiterentwickeln wollen, können nicht daran gehindert werden – ob bei dem aktuellen Arbeitgeber oder woanders.

Wie die Bewerbungsprozesse in Deutschland im Detail aussehen und welche Unternehmen die besten im Recruiting sind, erfahrt Ihr hier.

 

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[1] personalmanagement.info