Zwei Raucher lehnen an einer Betonwand und rauchen

Diese 5 Dinge können wir von jedem Office-Raucher lernen

Sie gehören zum Inventar eines jeden Büros: die Angestellten, die sich in gewohnter Regelmäßigkeit auf die Terrassen und Hinterhöfe verdrücken. Sehr zum Missfallen derjenigen Kollegen, die Aschenbecher für genauso illegal halten wie Handgranaten, versteht sich. Doch mal ehrlich: Ohne die liebevollen Reibereien zwischen der Raucher-Garde und ihrem vermeintlich spießigem Pendant wären Pausen doch nur halb so unterhaltsam. Ein Plädoyer für die Verteufelten.

Worte, so warm wie der Zigaretten-Stummel? Easy. Here we go: Diese 5 Dinge können wir von jedem Office-Raucher lernen:

1. Raucher sind Carpe diem.

„Rauchen? Wir doch nicht.“ Jaja, die nichtrauchenden Kollegen klopfen sich stolz auf die Schultern. Dabei ist ihre Vehemenz in Wahrheit ein Zeichen von charakterlicher Schwäche. Die Garde der Raucher ist nämlich vor allem eines: verdammt mutig.

Die bewusste Entscheidung zur Kippe ist der wohl letztmögliche Akt der Rebellion. Raucher haben keinen Schiss vor Abhängigkeit, sie ertragen tagtäglich die Horror-Messages auf den Zigarettenschachteln und pfeifen auf die Ersatzreligion namens Gesundheitsboom. Unerschrocken erheben sie den Mittelfinger, denn sie wissen längst: Auch wer gesund stirbt, ist am Ende definitiv tot. Mehr #Yolo geht nicht.

2. Fit, fitter, Raucher.

Im Büro kommts auf einen guten Hintern an: Der Großteil der Arbeitnehmer verbringt nämlich zwischen 50 und 70 Prozent seines Tages im Sitzen – und das ist gefährlicher, als uns mitunter bewusst ist [1]. Bis zu zwei Jahre Lebenszeit könnten wir gewinnen, wenn wir unsere Sitz-Zeit auf weniger als drei Stunden täglich reduzierten. Zwei Jahre… halleluja!

Die rauchenden Kollegen haben das natürlich längst erkannt. Und so kommen die selbsterklärten Pioniere in Sachen „Fit im Büro“ ihren Pflichten gewissenhaft nach. Soll heißen: Egal ob die Sonne vom Himmel knallt, ob es stürmt, schüttet oder schneit – wenn sie die Sehnsucht packt, angeln sie nach den 85mm, lüften geschwind ihren Schreibtischstuhl und sprinten unbeirrt ins Freie. Dort gibts Durchzug fürs Oberstübchen, die Augen freuen sich über die wohltuende Distanz zum Bildschirm. Logischer Nebeneffekt des physischen Auf und Abs: Die Kondition wird besser, die Puste geht seltener aus.

3. Raucher können optische Leckerbissen sein, …

… zumindest, wenn sie Kollege Ryan Gosling gleichen.

4. Raucher: Die besseren Kollegen?

Zuverlässig, wertekonservativ, exakt und überaus fleißig: Auch der Raucher-Typ genießt ein hohes Ansehen im Büro. Ein Hoch auf die Leistungsgesellschaft. Den handfesten Beweis für jene steile These liefert die Universität Zürich: Demnach würden Raucher nicht weniger oder gleich viel, sondern sogar mehr und besser arbeiten als die Gesundheitsapostel [2].

Übrigens: Nicht das Nikotin, sondern die Pause macht den Unterschied. Denn wie man das Hirn durchlüftet, weiß der Raucher ganz genau: im Rudel auf der Dachterrasse oder im Hinterhof. Nach der Kippe lodert der Geist. 

5. Sie meistern Krisen wie Helmut Schmidt.

Die Kamera läuft, die Zigarette glüht: Helmut Schmidt, das rußende Orakel. Die Kippe war sein Markenzeichen, nur in Qualmwolke gehüllt fühlte er sich wohl. Seine Leistung: Politiker, Publizist, Philosoph, dazu Krisenmanager und begnadeter Redner.

Sein Beispiel zeigt: Wenn es ein Patentrezept für Gesundheit gäbe, hätte der Ex-Bundeskanzler maximal 36 werden dürfen. Doch bis zuletzt blieb er seinem Raucherhabitus treu. Bis zuletzt heißt hier übrigens: 96 Jahre.

[1] medizin-transparent.at
[2] 20min.ch