Computer aus den 90er Jahren

Die 90s sind zurück: So war das Office-Life vor 20 Jahren

Nach den 60s, 70s und den 80s feiert nun endlich das heimliche Lieblingsjahrzent der Herzen sein längst überfälliges Comeback. Für alle, die sich nur mehr dunkel an den Arbeitsalltag in den 90s erinnern können: Take that!

Die 90s sind zurück. Und mit ihnen all das krasse Zeug, das wir trotz Smartphone, Social Media & Co. so schmerzlich vermisst haben. Zwischen all dem DJ Bobo-Hype, der GameBoy-Zockerei und der Schöpfung von modischem Weltkulturerbe wurde aber auch gearbeitet. Back to the future: So ging Arbeit in den 90ern.

06:30 Uhr

Aus dem Radiowecker dröhnt die neue Hitsingle der Spice Girls und holt uns sanft aus dem Schlaf. In der Küche gibts erst mal ein reichhaltiges Frühstück: Froot Loops mit Milch. Was „laktoseintolerant“, „glutenfrei“ und „vegan“ bedeutet, wissen – falls überhaupt – nur Ärzte. Noch schnell die neusten Nachrichten auf dem Nokia 5110 gecheckt, rein in die Buffalos und ab ins Büro. Zurückschreiben ist nicht – Guthaben ist ja alle.

08:00 Uhr

Nach der entspannten Anreise mit dem BMX und der neuesten Bravo Hits im Discman, genügt ein Knopfdruck und unser brandneuer PC startet. Ein Gigabyte Festplatte, Windows 98 und 32 MB Arbeitsspeicher geben jetzt alles.

08:15 Uhr

„Wahnsinn ist das Teil schnell!“, der Kollege muss sich kurz sammeln, als der Startbildschirm schon nach 14:23 Minuten erscheint. Die liebliche Willkommensmelodie des besten Betriebssystems aller Zeiten zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht. Jetzt nur noch das 56k Modem anwerfen und los gehts. Diese Technik heutzutage.

08:20 Uhr

Trrrrrrrrrrrrrrr Chhhhhhhhh Trrrrrrrrrrrr …

09:25 Uhr

„Kollege, hast Du noch eine leere Diskette? Auf der hier sind schon drei Dateien drauf…“

10:59 Uhr

Verdammt: Der Kunde hat noch kein E-Mail-Konto. Also ab ans Faxgerät – und das so knapp vor der Mittagspause. Nachdem wir den Kampf gegen die Papierrolle gewonnen haben und unser unterdurchschnittlich technikaffiner Counterpart verstanden hat, dass es sich nicht um ein eingehendes Telefonat handelt, haben wir uns den BigMac redlich verdient.

12:30 Uhr

Noch schnell den Kollegen am Nintendo gezeigt, wer der Chef im Regenbogen Boulevard ist. Als Belohnung ein Raider aus dem Automaten gedrückt und zurück an den Schreibtisch.

12:40 Uhr

„Wo kommen diese verdammten Fussel in der Maus her?!“

13:05 Uhr

Im Büro entflammt eine angeregte Diskussion über Handys mit Kamerafunktion. Was für Spinner. Wo soll das denn bitte noch hinführen? Und was kommt als nächstes? Bildschirme, die man per Berührung steuern kann? Alles Freaks hier …

14:35 Uhr

Nach dem festlichen Mittagsmenü hat uns das Nachmittagstief fest im Griff. Erst mal ein Gatorade und eine Partie Minesweeper zur Entspannung. Keine Ahnung, wie das Spiel funktioniert, aber egal.

15:10 Uhr

Memo: Dieses „Google“ ist eine tolle Idee. Könnte Zukunft haben.

16:23 Uhr

Sanduhr. Sanduhr. Computer kann „excel.exe“ nicht mehr finden. Alarm!

16:25 Uhr

Scheiß auf die Technik. Mittelscheitel richten und weiter gehts. Zwar richtig „oldschool“ mit dem Taschenrechner, aber man ist sich ja für nichts zu schade. 

17:03 Uhr

Die Kollegin hat sich mittlerweile schon den wichtigen Dingen gewidmet. Ihr neuer Bildschirmschoner: Justin Timberlake. Definitiv Zeit zu gehen.