Ein junger Mann im karierten Hemd kaut sich nervös auf den Fingerkuppen.

Bewerbungsgespräch: Buzzwords, die Dein zukünftiger Arbeitgeber hasst

Today’s the day: Bewerbungsgespräch o’clock. Kluge Antworten, gute Fragen – genau auf diese Kombination kommt es jetzt an. Mach bloß nicht den Fehler und verfalle in „Bewerber-Sprech“. Absolutes No-Go: Buzzwords, die zwar gut klingen, aber nichts aussagen. Wir verraten Tipps, die Ihr asap verinnerlichen solltet.

Du hast den Weizengras-Smoothie heruntergekippt, deine Achseln mit einer Doppellage Deo zugekleistert, sämtliche Falten aus Gesicht und Hemd gebügelt. Auch das Zahnpasta-Lächeln sitzt. Schnell noch den Kussmund gen eigenes Spiegelbild pusten – ready. Kurzum: Du fühlst Dich bestens gewappnet für den Marsch zum potenziellen Arbeitgeber. Eigentlich. Denn wenn die Nervosität steigt, geht meist auch alle Eloquenz flöten. Also SOS-Tipps lesen und verinnerlichen:

Auf dem Boden bleiben

Bei einem Vorstellungsgespräch handelt es sich um eine Unterhaltung und nicht um einen Vortrag – also lass Dein Impulsreferat zu Hause. Zu viel des Eigenlobs nervt, zu wenig aber auch. Soll heißen: Bitte nicht die Zunge verschlucken. Ebenso unerwünscht sind Ja-Nein-Antworten am laufenden Band, seitenlange Monologe und Klugscheißerei en masse. Vorbereitet in ein Gespräch zu gehen, heißt nämlich nicht, dass Du die Firmenhistorie herunterrattern sollst. Das Wissen über Launches, Sternstunden, Übernahmen ist sicher hilfreich, kennen die Chefs aber selber.

Keep it simple

Jetzt gehts ans Eingemachte: Mit ziemlicher Sicherheit wirst Du aufgefordert, Dich samt Deiner Fähigkeiten und Kenntnisse vorzustellen. Klar, darauf bist Du gut vorbereitet. Dein Text lautet in etwa so: „Ich stehe 24/7 zur Verfügung, bringe meine Core-Skills gerne ein, bin Profi im Erstellen von EOB Slides. Ich denke outside the box und Deadlines – sind sie noch so tight getaktet – stellen für mich absolut kein Problem dar.“

Ernsthaft? Jetzt mal Butter bei die Fische: Du tust Dir keinen Gefallen, wenn Du mit Wörtern jonglierst, die weder für Dich noch für andere eine wirkliche Bedeutung haben. In dieselbe „Don’t“-Kategorie fallen übrigens auch noch:

proaktiv

best practice

begeisterungsfähig

Vordenker

Querdenker

leidenschaftlich

perfect fit

belastbar

kreativ

Mehrwert

lösungsorientiert

engagiert

Diese Worte sind – gerade weil sie so häufig verwendet werden – so abgegriffen, dass sie nur Deine Fantasielosigkeit offenbaren. Deine Erfahrung ist aber einzigartig, also lass sie nicht wie die jedes Anderen klingen. Die beste Art Deinem potentiellen Arbeitgeber mitzuteilen, worin Du gut bist, ist die direkte. Heißt: Wenn Du zeigen möchtest, dass Du lösungsorientiert bist, lass Dir gefälligst ein bis zwei konkrete Beispiele einfallen.

Bleibt noch zu wünschen: Viel Erfolg!