Bewerbung: Diese Kardinalfehler solltet Ihr vermeiden

Viel kann daneben gehen bei einer Bewerbung. Wir erklären, welche Fehler Ihr unbedingt vermeiden solltet.

Nehmen wir an, jemand bewirbt sich für einen Job. Nennen wir diese Person einfach mal Dennis Desaster. Dennis wird den Job nicht bekommen, denn er macht alles falsch, was man bei einer Bewerbung falsch machen kann. Also zurücklehnen, lesen und aus Dennis‘ Fehlern lernen:

Anschreiben: Qualität vor Quantität

Dennis schreibt sehr viele Bewerbungen, denn er braucht dringend einen Job. Und weil er viele Bewerbungen textet, hat Dennis eine Vorlage, damit er nicht jedes Mal von vorne anfangen muss – verständlich. Leider nimmt sich Dennis nicht die Zeit, die Anschreiben zu personalisieren. Er informiert sich nicht auf Google, kununu oder der Unternehmenshomepage und er bezieht sich im Anschreiben auch nicht direkt auf die Stellenanzeige. Ganz schlecht.

Lebenslauf: Konzentration auf das Wesentliche

Damit sein Lebenslauf hervorsticht, hat Dennis viele verschiedene Farben verwendet. Ein Foto war leider gerade nicht griffbereit, deswegen hat er schnell ein Selfie gemacht. Sein Text beginnt damit, dass er in Hintergunzenbach zur Grundschule gegangen ist und danach im Krankenhaus Weißenburg Zivildienst geleistet hat. Zusätzlich hat Dennis noch die Berufe seiner Eltern und die Berufe seiner Geschwister angegeben und dass er in seiner Freizeit gerne Fingerhüte sammelt. Und spätestens bei der E-Mail-Adresse playboi1989@gmx.at bekommt die Personalerin dann einen Schreikrampf.

Besser: Mit der aktuellen Position anfangen, chronologisch rückwärts erzählen und auf die Fakten konzentrieren, die für den Personaler relevant sind. Die Aufgaben im letzten Job dürfen ruhig etwas ausführlicher beschrieben sein. Hobbies und Berufe der Eltern sind dagegen nicht notwendig – außer sie stehen in Zusammenhang mit der Arbeit. Außerdem sollten die persönlichen Daten komplett sein. Und eine Anleitung für das professionelle Bewerbungsfoto gibts hier.

Das Vorstellungsgespräch: Authentizität gewinnt

Nehmen wir an, Dennis ist immer noch dabei und wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Die U-Bahn hat Verspätung und er kommt in seinem luftigen Sommer-Look zu spät. Im Gespräch erfährt er, was das Unternehmen, für das er gerne arbeiten möchte, eigentlich so macht. Mit ausladender Gestik und Mimik gibt Dennis gleich überschwänglich zu verstehen, wie toll und einzigartig er das doch findet. Er möchte auch gleich mit seinem Wissen auftrumpfen und gibt Ratschläge, wie man die Firma restrukturieren könnte.

Unvorhersehbare Verspätungen können immer passieren, in jedem Fall sollte man aber anrufen und Bescheid geben. Gezielte Vorbereitung ist das A und O beim Vorstellungsgespräch. Unwissenheit lässt sich kaum verstecken. Selbstbewusstsein ist gut, übertreiben sollte man es aber nicht. Und auch wenn sich die Dresscodes gewandelt haben: Shorts und Flipflops bleiben Tabu.

Das Warten

Nehmen wir an, Dennis‘ Gespräch ist gut gelaufen. Der Tag danach: Beim Aufwachen, in der U-Bahn, beim Essen, beim Schlafengehen – Dennis checkt seine Mails. Doch nichts. An Tag 2 schreibt Dennis zur Sicherheit mal auf die Facebook-Pinnwand des Unternehmens: „Hallo, ich hatte vorgestern ein Bewerbungsgespräch für euch, gibt es schon Neuigkeiten? ;-)“. Damit die Wartezeit etwas schneller verfliegt, bewertet Dennis das Bewerbungsgespräch auf kununu.com. An Tag 3 schickt er ein SMS, an Tag 4 greift er zum Telefon. Das Rufzeichen erklingt, leichte Nervosität, die HR-Managerin hebt ab. Sie klingt etwas genervt, doch Dennis erklärt gleich, er hätte eben ein anderes Jobangebot (was übrigens nicht stimmt), darum müsse er sich bald entscheiden.

Auf keinen Fall sollte man den Gesprächspartner per SMS oder über soziale Netzwerke, die meist privat genutzt werden, kontaktieren. Das Unternehmensprofil auf Facebook ist auch keine Option. Sowieso ist die Person, die die Social Media-Accounts betreut, kaum die richtige Ansprechperson. Am sinnvollsten bleibt die persönliche Nachfrage per Telefon, frühestens aber nach einer Woche. Achtung, vorbereitet sein: Unterlagen bereithalten und besser nicht aus der Straßenbahn anrufen.

Vom easy-peasy Gespräch oder eher frostige Stimmung: Wie war Dein letztes Bewerbungsgespräch? Teile Deine Erfahrungen – und sorge so für mehr Transparenz.