Arbeitsvertrag Deutschland

5 Tipps zum Arbeitsvertrag in Deutschland

Das Thema Arbeitsvertrag und gefährliches Halbwissen liegen oft nah beieinander. Häufig kommen wichtige Details erst zum Vorschein, wenn es zu spät ist. Wer seine Rechte kennt, ist klar im Vorteil. kununu präsentiert Euch 5 Tipps zum Arbeitsvertrag in Deutschland, mit denen Ihr den Durchblick bewahrt.

1. Check, Check

Bevor die Unterschrift unter den Arbeitsvertrag gesetzt wird, sollte dieser gründlich durchgelesen werden. Das macht man am besten an einem ruhigen Ort und ohne Zeitdruck. Damit auch nichts vergessen wird, hier eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten:

-Name und Anschrift der Vertragsparteien

-Beginn des Arbeitsverhältnisses

-bei befristeten Arbeitsverhältnissen auch das Ende des Arbeitsverhältnisses

-der Arbeitsort oder ein Hinweis auf verschiedene Beschäftigungsorte

-Tätigkeitsbeschreibung

-Arbeitsentgelt einschließlich Zuschläge, Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie an­derer Bestandteile des Arbeitsentgeltes und deren Fälligkeit

-vereinbarte Arbeitszeit

-Urlaub pro Jahr

-Kündigungsfristen

-Hinweise auf die Tarifverträge, Betriebs- und Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind.

2. Zeit ist Geld, oder?

Überstunde ist Überstunde – auch ohne Vertragliche Regelung ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, die geleisteten Überstunden zu vergüten. Das kann in Form einer Auszahlung oder dem zeitlichen Ausgleich geschehen.

Ist hingegen eine Überstundenpauschale vertraglich festgelegt, erklärt sich der Arbeitnehmer zu einer bestimmten Anzahl von wöchentlichen Überstunden bereit. Diese sind automatisch mit dem monatlichen Gehalt gedeckt und müssen nicht gesondert ausgezahlt werden. Nach 10 Stunden Arbeit an einem Arbeitstag ist aber Schluss.

Übrigens: Seit dem 1. Januar 2015 ist ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro verpflichtend. Minderjährige, Pflichtpraktikanten und Azubis sind von der Regelung ausgenommen.

3. Sonderfall Teilzeitvertrag

Sobald die regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer als die vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer ist, gilt man als Teilzeitbeschäftigter. Trotz der geringeren Arbeitszeit sind die Rechte dieselben wie für Vollzeitbeschäftigte.

Achtung: Der Urlaubsanspruch richtet sich nach der Anzahl der Arbeitstage – unabhängig von der jeweiligen Stundenanzahl. Arbeitet man als Teilzeitbeschäftigter regelmäßig 5 Tage pro Woche, gilt der gesetzliche Urlaubsanspruch von 20 Tagen. Bei 6 Tagen pro Woche erhöht sich der Anspruch auf 24 Tage.

Formel zur Berechnung des Urlaubsanspruchs für Teilzeitbeschäftigte: tatsächliche Arbeitstage pro Jahr / 312 x Mindestanspruch pro Jahr

4. Befristet, aber richtig

Befristete Arbeitsverträge werden immer beliebter. Der Vertrag läuft nach Ablauf der vereinbarten Frist – Zeit oder Sachgrund – einfach aus. Eine Kündigung ist nicht nötig.

Ein befristetes Arbeitsverhältnis ohne Sachgrund darf maximal zwei Jahre dauern. Innerhalb dieser zwei Jahre kann der befristete Vertrag drei Mal verlängert werden. Ausnahmen gibt es hierbei für Arbeitnehmer ab dem 52. Lebensjahr sowie Start-up-Unternehmen. Wichtig: Die Verlängerung muss schriftlich erfolgen.

War der Arbeitnehmer 3 Jahre rückwirkend in einem Arbeitsverhältnis, ist ein befristeter Arbeitsvertrag ohne Sachgrund nicht zulässig.

Befristete Verträge mit Sachgrund sind nicht an einen Zeitraum, sondern an einen konkreten Grund gebunden. Sie können beliebig lange und oft vereinbart werden.

Achtung: Hier handeln Arbeitgeber gerne zu ihren Gunsten. Kettenverträge verhindern den langfristigen Kündigungsschutz des Arbeitnehmers.

5. Richtig Schlussmachen

Wer seinen Arbeitsvertrag nicht einvernehmlich auflösen kann, dem bleibt nur die Kündigung. Wichtig ist, die Kündigung gut vorzubereiten und einen geeigneten Zeitpunkt zu wählen. Sie kann sowohl schriftlich wie mündlich eingebracht werden.

Die Kündigung sollte klar aussagen, dass der Mitarbeiter das bestehende Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Termin fristgerecht kündigt. Außerdem bittet man den Arbeitgeber, ein aussagekräftiges Zeugnis zu erstellen. Wichtig: Auf Verlangen ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen.

Der Kündigungstermin bezeichnet den Zeitpunkt, an dem das Verhältnis beendet sein soll. Davor läuft die vertraglich geregelte oder gesetzlich festgelegte Kündigungsfrist.

Achtung: Nach 2 Jahren verlängert sich die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber. Für den Arbeitnehmer bleibt die festgelegte Kündigungsfrist bestehen.